Der Shop läuft im Staging – jetzt kommt die Hosting-Entscheidung: Shared/Webhosting wirkt günstig, aber du willst Queue, Suche, Deployments und planbare Performance. Wenn du dir dabei Unterstützung von einer Shopware Agentur holst, wird schnell klar, welche IONOS-Option realistisch für Shopware 6 ist, wie das Setup aussieht, und welche Fallen gibt's bei Updates und Peak-Traffic?
Genau diese Fragen stellen sich viele Online-Händler, die Shopware als ihre E-Commerce-Plattform gewählt haben und nun vor der Wahl des richtigen Hosting-Partners stehen. IONOS bietet als einer der führenden europäischen Anbieter verschiedene Produkte – von Webhosting über VPS und Cloud Server bis hin zu Dedicated Servern. Doch welche dieser Optionen passt wirklich zu deinem Shopware-Projekt?
In diesem Artikel erfährst du alles, was du für eine fundierte Entscheidung brauchst: von der Produktauswahl über Installation und Deployment bis hin zu Performance-Optimierung und Betriebskonzept. Du bekommst konkrete Empfehlungen basierend auf Shopgröße, Bestellvolumen und verfügbaren Ressourcen – damit du die richtige Hosting-Lösung findest, die zu deinem Business passt.
Schnellentscheidung: Welches IONOS-Produkt für dein Shopware-Projekt?
Bevor wir in die technischen Details gehen, hier eine Management-Zusammenfassung mit drei typischen Szenarien – damit du sofort einordnen kannst, wo du stehst und welches IONOS-Produkt realistisch passt.
Szenario 1: Kleiner Shop, erste Schritte (0–50 Bestellungen/Tag, bis 10.000 € Monatsumsatz)
Empfehlung: VPS (Virtual Private Server) ab VPS M oder L
Budget: ca. 10–30 €/Monat für Hosting; Agentur-Setup einmalig ca. 500–1.500 €, optionale Wartung 100–300 €/Monat
Team: Du oder eine Agentur mit Basis-Server-Know-how
Warum: Webhosting ist zu eingeschränkt für Shopware – keine dauerhaften Worker, kein Redis, keine Deployment-Kontrolle. Ein VPS gibt dir Root-Zugriff, eigene Services und planbare Ressourcen. Du kannst selbst Redis installieren, Worker als Systemdienste einrichten und hast volle Kontrolle über Updates. Ideal, wenn du lernen willst oder eine Agentur hast, die das Setup übernimmt.
No-Go: Webhosting – zu viele Limits für produktiven E-Commerce.
Zeitrahmen: Setup 1–2 Wochen mit Agentur, 2–4 Wochen in Eigenregie (inkl. Einarbeitung).
Szenario 2: Wachsender Shop mit Potenzial (50–200 Bestellungen/Tag, 10.000–50.000 € Monatsumsatz)
Empfehlung: Cloud Server (1–2 Instanzen: App + DB getrennt oder gemeinsam, Redis optional)
Budget: ca. 40–100 €/Monat für Hosting; Agentur-Setup einmalig ca. 1.500–3.000 €, Wartung 200–500 €/Monat
Team: Entwickler:in oder DevOps-Agentur, die Server-Wartung übernimmt
Warum: Cloud Server bieten flexibles Resize (Ressourcen anpassen ohne Neuaufsetzen), moderne Cloud-Panel-Verwaltung und bessere Skalierungsmöglichkeiten. Du kannst DB und App-Server trennen, wenn nötig, und bei Wachstum schnell reagieren. Backup- und Snapshot-Optionen sind integriert, Netzwerk-Konfiguration ist einfacher.
No-Go: Fehlende Ops-Skills im Team – dann lieber Managed Shopware Hosting bei spezialisiertem Anbieter.
Zeitrahmen: Setup 2–3 Wochen mit Agentur.
Szenario 3: Etablierter Shop, hohe Last (200+ Bestellungen/Tag, 50.000+ € Monatsumsatz, Peak-Events)
Empfehlung: Dedicated Server oder Multi-Cloud-Server-Setup (App, DB, Cache, Suche getrennt)
Budget: ca. 100–300+ €/Monat für Hosting; Agentur-Setup einmalig ca. 3.000–8.000 €, Wartung 500–1.500+ €/Monat
Team: Internes DevOps-Team oder spezialisierte Agentur mit 24/7-Bereitschaft
Warum: Dedicated Server bieten maximale, exklusive Ressourcen – ideal für DB-intensive Operationen, große Produktimporte, komplexe Suchen und hohe Checkout-Raten. Alternativ: mehrere Cloud Server für saubere Trennung (App, DB, Redis, Elasticsearch). Du brauchst Monitoring, Alerting, Backup-Strategie und klare Incident-Playbooks.
No-Go: Kein Ops-Team und kein Budget für externe Expertise – dann ist Self-Hosting riskant. Managed Shopware Hosting oder spezialisierte E-Commerce-Infrastruktur-Anbieter sind sicherer.
Zeitrahmen: Setup 3–6 Wochen mit spezialisierter Agentur.
Wann Self-Hosted IONOS, wann Managed Shopware Hosting?
IONOS bietet Server-Hosting, aber keinen vollständig gemanagten Shopware-Service – das bedeutet: IONOS kümmert sich nicht um Shopware-Updates, Plugin-Kompatibilität, Queue-Worker oder Performance-Tuning. Du bist für OS-Patches, PHP-Updates, Shopware-Wartung, Monitoring und Incident-Response selbst verantwortlich – oder musst das extern einkaufen.
Self-Hosted IONOS passt, wenn:
- Du oder dein Team Server-Grundlagen beherrscht (SSH, Linux, Webserver, DB, Cron)
- Du volle Kontrolle und Flexibilität willst (eigene Services, eigene Deployment-Prozesse)
- Du Budget-bewusst bist und Preis-Leistung schätzt
- Du EU-Hosting (Deutschland) bevorzugst und DSGVO-Konformität wichtig ist
Managed Shopware Hosting passt besser, wenn:
- Du kein Ops-Team hast und keine Zeit/Budget für Einarbeitung
- Du dich auf Shop-Betrieb und Marketing konzentrieren willst, nicht auf Server-Wartung
- Du garantierte SLAs (z. B. 99,9 % Uptime) und professionellen 24/7-Support brauchst
- Du schnelle Updates, automatische Backups und proaktives Monitoring erwartest
Spezialisierte Managed-Shopware-Anbieter übernehmen Shopware-Updates, Plugin-Tests, Performance-Tuning, Security-Patches und Monitoring. Das kostet mehr (oft 100–500+ €/Monat), spart aber Ops-Aufwand und Risiko.
IONOS-Produkte für Shopware 6: Webhosting vs. VPS vs. Cloud Server vs. Dedicated (Realitätscheck)
Jetzt gehen wir ins Detail: Was können die einzelnen IONOS-Produkte wirklich, und wo liegen die Grenzen für Shopware?
Webhosting (Shared)
Webhosting ist die kostengünstigste Option und teilt Server-Ressourcen mit anderen Kunden. Das spart Kosten, bringt aber erhebliche Einschränkungen mit sich.
Was funktioniert: Einfaches Setup, PHP und MySQL inklusive, günstiger Einstieg für Testumgebungen oder sehr kleine, statische Shops (z. B. 1–2 Produkte, kein echter E-Commerce-Betrieb).
Was nicht funktioniert (Dealbreaker für Shopware):
- Keine dauerhaften Prozesse (Queue-Worker): Worker verarbeiten Aufgaben wie E-Mail-Versand, Indexierung und Thumbnail-Generierung im Hintergrund. Ohne sie verzögern sich Bestellbestätigungen, Produktaktualisierungen und Suchindizes. Das bedeutet: schlechte Kundenerfahrung und Umsatzverlust. Webhosting erlaubt solche dauerhaften Prozesse nicht.
- Kein Redis oder Elasticsearch: Redis beschleunigt Shop-Seiten durch schnelles Caching (Ladezeiten sinken von 2–3 Sekunden auf unter 1 Sekunde). Elasticsearch ermöglicht schnelle, präzise Produktsuche – ohne diese dauert Suche bei größeren Katalogen zu lange, Kunden springen ab. Webhosting bietet beides nicht oder nur stark limitiert.
- Eingeschränkte CLI/Composer-Nutzung: Reproduzierbare Deployments via Composer und CLI sind schwierig bis unmöglich.
- Limits bei CPU/RAM/IO: Geteilte Ressourcen bedeuten unplanbare Performance, vor allem bei Traffic-Spitzen.
- Script-Timeouts und Cron-Limits: Lange Prozesse (z. B. große Produktimporte, Thumbnail-Generierung) laufen in Timeouts.
Fazit: Webhosting eignet sich für Shopware nur in Ausnahmefällen – etwa für reine Dev-Umgebungen ohne produktiven Traffic. Für Live-Shops ist es nicht zu empfehlen.
VPS (Virtual Private Server)
Ein VPS bietet Root-Zugriff und dedizierte Ressourcen in einer virtualisierten Umgebung. Das ist ein großer Schritt nach vorn.
Was funktioniert: Volle Kontrolle über das System, eigene Services (Redis, Elasticsearch), Worker als Systemd-Dienste, planbare CPU/RAM-Ressourcen, eigene Deployment-Prozesse, SSH-Zugriff.
Was du selbst machen musst: OS-Hardening (Sicherheit), Updates (OS, PHP, Shopware), Monitoring, Backups, Firewall-Regeln, Incident-Response.
Für wen geeignet: Kleine bis mittlere Shops, wenn du oder dein Team Basis-Server-Know-how hat oder eine Agentur beauftragst, die das Setup und die Wartung übernimmt.
Risiken: Ohne Ops-Skills kann die Wartung schnell überfordernd werden. Du bist allein verantwortlich für Sicherheit, Performance und Verfügbarkeit.
Empfohlene VPS-Größe für Shopware: Mindestens VPS M (4 GB RAM, 2 vCores) für kleine Shops, VPS L oder XL (8–16 GB RAM, 4–8 vCores) für wachsende Shops.
Cloud Server
Cloud Server bieten ähnliche Flexibilität wie VPS, aber mit besseren Skalierungsoptionen und moderner Infrastruktur.
Was funktioniert: Flexibles Resize (Ressourcen anpassen ohne Neuaufsetzen), moderne Cloud-Panel-Verwaltung, separate Instanzen für DB, Redis oder Suche, bessere Netzwerkinfrastruktur, Snapshot-Backups.
Was du selbst machen musst: Architektur planen (welche Komponenten auf welchen Servern?), Netzwerk konfigurieren, Backups organisieren, OS und Software warten.
Für wen geeignet: Wachsende Shops mit Bedarf an flexibler Skalierung und sauberer Trennung von Komponenten. Ideal, wenn du weißt, dass dein Shop wachsen wird und du Architektur-Entscheidungen bewusst treffen willst.
Risiken: Höhere Flexibilität erfordert mehr Planungsaufwand. Ohne klare Architektur-Strategie kannst du dich in Komplexität verlieren.
Empfohlene Cloud-Server-Größe für Shopware: Start mit 1–2 Instanzen (App + DB gemeinsam oder getrennt), je 4–8 GB RAM, 2–4 vCores. Bei Wachstum: Trennung in App, DB, Redis, Elasticsearch auf separaten Instanzen.
Dedicated Server
Dedicated Server bieten maximale, exklusive Ressourcen – ideal für große, umsatzstarke Shops.
Was funktioniert: Maximale Performance, keine Ressourcen-Konkurrenz, volle Kontrolle über Hardware, ideal für DB-intensive Operationen (große Produktimporte, komplexe Suchen, hohe Checkout-Raten).
Was du selbst machen musst: Vollständige Betriebsverantwortung (wie bei VPS/Cloud Server), plus Hardware-Monitoring, RAID-Management, ggf. Netzwerk-/Firewall-Konfiguration.
Für wen geeignet: Etablierte Shops mit 200+ Bestellungen/Tag, hoher Peak-Last (z. B. Sale-Events, TV-Werbung) und klaren Performance-Anforderungen.
Risiken: Höhere Kosten, weniger flexible Skalierung (Provisioning dauert länger als bei Cloud), hohe Ops-Anforderungen.
Empfohlene Dedicated-Server-Specs für Shopware: Mindestens 16 GB RAM, 4–8 physische Cores, SSD-Storage, redundante Netzwerk-/Stromversorgung.
Managed vs. Unmanaged
Bei allen Produkten (VPS, Cloud, Dedicated) stellt sich die Frage: Managed oder Unmanaged?
Unmanaged: Volle Kontrolle, volle Verantwortung. Du kümmerst dich um alles: OS-Patches, PHP-Updates, Monitoring, Backups, Incident-Response.
Managed (bei IONOS oft als Option): IONOS übernimmt Basis-Wartung (OS-Patches, teilweise Monitoring). Das spart Aufwand, schränkt aber Flexibilität ein und kostet mehr.
Wichtig: Auch bei "Managed" übernimmt IONOS NICHT die Shopware-spezifische Wartung (Updates, Plugin-Tests, Queue-Worker, Performance-Tuning). Das bleibt deine Aufgabe.
Entscheidungshilfe: Wenn du Basis-Linux-Skills hast oder eine Agentur beauftragst, ist Unmanaged günstiger und flexibler. Wenn du kein Ops-Team hast und auch keine Agentur beauftragen willst, ist Managed besser – oder du wählst gleich Managed Shopware Hosting bei einem spezialisierten Anbieter.
| Produkt | Geeignet für | Dealbreaker | Betriebsaufwand |
|---|---|---|---|
| Webhosting | Sehr kleine Shops, Dev/Test | Queue/Worker, Redis, Elasticsearch, Deployment-Kontrolle | Gering |
| VPS | Klein bis mittel, moderate Anforderungen | Fehlende Ops-Skills, hohe Skalierungsanforderungen | Mittel bis hoch |
| Cloud Server | Wachsende Shops, flexible Skalierung | Fehlende Architektur-Planung, unklare Verantwortlichkeiten | Mittel bis hoch |
| Dedicated | Große Shops, hohe Last, IO-intensive Operationen | Kosten, langsame Skalierung, hohe Ops-Anforderungen | Hoch |
Shopware IONOS installieren: Voraussetzungen, Architektur-Entscheidungen und saubere Basis
Bevor du mit der Installation startest, musst du einige grundlegende Entscheidungen treffen. Diese betreffen nicht nur die technischen Voraussetzungen, sondern auch die Zielarchitektur deines Setups.
Hosting-Anforderungen für Shopware 6
Shopware 6 hat klare technische Anforderungen. Hier die wichtigsten:
- PHP-Version: Prüfe, welche PHP-Version zu deiner Shopware-Version passt (aktuell meist PHP 8.1 oder 8.2).
- Datenbank (MySQL/MariaDB): Shopware braucht eine performante Datenbank. Wichtig ist nicht nur die Version, sondern auch die Konfiguration (Indizes, Buffer-Pool-Größe).
- Cache (OpCache): Pflicht! OpCache beschleunigt PHP massiv (bis zu 10x schneller). Ohne OpCache ist dein Shop extrem langsam.
- Queue/Worker: Verarbeiten Aufgaben im Hintergrund (E-Mails, Indexierung, Thumbnails). Müssen als dauerhafte Prozesse laufen, nicht alle paar Minuten per Cron neu gestartet werden. Business-Auswirkung: Ohne Worker verzögern sich Bestellbestätigungen, Produkte erscheinen nicht sofort in der Suche, Kunden bekommen falsche oder veraltete Informationen – das kostet Umsatz und Vertrauen.
- Redis (optional, aber empfohlen): Beschleunigt Caching und Sessions. Business-Auswirkung: Schnellere Ladezeiten bedeuten weniger Absprünge, höhere Conversion, bessere Google-Rankings.
- Elasticsearch/OpenSearch (optional bei großen Katalogen): Ermöglicht schnelle, präzise Produktsuche. Business-Auswirkung: Kunden finden schneller, was sie suchen – das erhöht Conversion und Kundenzufriedenheit. Ohne gute Suche verlierst du Umsatz an Wettbewerber.
- E-Mail-Versand (SMTP): Saubere SPF/DKIM/DMARC-Konfiguration ist Pflicht, damit Bestellbestätigungen nicht im Spam landen. Business-Auswirkung: Kunden, die keine Bestellbestätigung erhalten, verlieren Vertrauen und stornieren ggf. oder beschweren sich.
- SSL/TLS: HTTPS ist Pflicht für E-Commerce. Ohne SSL kein Vertrauen, keine Google-Rankings, keine Zahlungsabwicklung.
Vorbereitende Checkliste
Bevor du installierst, kläre folgende Punkte:
- Zielarchitektur: 1-Node (alles auf einem Server) vs. 2–4 Nodes (App, DB, Cache, Suche getrennt)? Für kleine Shops reicht 1-Node, für wachsende Shops plane Trennung ein.
- Domain-Konzept: Prod + Staging (Testumgebung, um Updates zu testen, bevor sie live gehen)
- SSL/TLS aktivieren, Redirect-Plan (www/non-www, http→https) festlegen
- SSH-Zugriff nur per Keys (sicherer als Passwort), Firewall-Regeln konfigurieren
- Backup-Konzept: DB + Files + Config/Secrets, tägliche oder wöchentliche Sicherung, Restore testen
- Monitoring: Mindestens Uptime-Check, besser auch RAM/CPU/Disk
- Verantwortlichkeiten klären: Wer macht OS-Patches? Wer Shopware-Updates? Wer reagiert bei Problemen?
Installation: Composer/CLI statt Upload
Der empfohlene Installationspfad ist Composer/CLI. Das ist reproduzierbar, updatefähig und CI/CD-freundlich. Upload-Installationen oder One-Click-Installer sind fehleranfälliger und bieten weniger Kontrolle.
Schritt-für-Schritt:
- Datenbank anlegen, Credentials sicher speichern (z. B. via .env-Datei, die nicht im Repository liegt)
- Webserver und PHP-FPM konfigurieren: Memory-Limits, Timeouts, Upload-Limits, OpCache aktivieren
- Shopware via Composer installieren:
composer create-project shopware/production mein-shop - Erst-Setup durchführen: Systemcheck, Admin anlegen, Mail-Transport (SMTP) konfigurieren, Scheduled Tasks aktivieren
- Nach Installation: Cache warmup, Indizes und Thumbnails prüfen, erste Testbestellung inkl. Mailversand testen
Mindestanforderungen (No-Gos)
Folgende Dinge MUSST du haben, sonst wird dein Shop-Betrieb zum Albtraum:
- OpCache aktiviert (sonst ist PHP extrem langsam)
- Mindestens 2 GB RAM für kleine Shops, 4+ GB für mittlere/große
- SSH-Zugriff (für Composer, CLI, Wartung)
- Firewall-Regeln (nur notwendige Ports offen)
- Backup-Strategie (DB + Files, täglich oder wöchentlich, getestet) – falls du das Thema vertiefen willst: Ein Shopware Backup-Service hilft dabei, Restore-Prozesse wirklich belastbar aufzusetzen.
- Monitoring (zumindest Uptime-Check, besser auch RAM/CPU/Disk)
Deployment auf IONOS: Staging/Prod und Update-Strategie
Ein sauberes Deployment-Konzept ist der Kern professionellen Shopware-Betriebs. Ziel ist: reproduzierbare Deployments, weniger "FTP", mehr Pipeline.
Deployment-Optionen
Es gibt verschiedene Ansätze:
- Git-basiert: Pull/Build auf dem Server (einfach, aber Build-Zeit belastet Server)
- Artefakt-Deployment: Build lokal oder in CI, Deploy als fertiges Paket (schneller, sauberer)
Für kleine bis mittlere Shops reicht Git-basiert, für größere Shops ist Artefakt-Deployment professioneller.
Update-Flow
Ein typischer Update-Flow sieht so aus:
- Staging-Update: Code + Composer + DB-Migrationen + Plugin-Tests im Staging durchführen
- Abnahme: Testen, dass alles funktioniert (Bestellung, Checkout, E-Mail, Suche)
- Wartungsfenster: Prod-Shop in Wartungsmodus (kurze Downtime, z. B. nachts oder am Wochenende)
- Prod-Deploy: Code deployen, DB-Migrationen laufen lassen, Cache clearen, Worker neu starten
- Wartungsmodus aus, Live-Check: Testbestellung durchführen, prüfen, dass alles läuft
DB-Migrationen: Müssen kontrolliert durchgeführt werden. Plugin-Kompatibilität muss vorher geprüft werden.
Rollback-Plan ist Pflicht: Code-Rollback ist meist einfach (alte Version wieder aktivieren), aber DB-Rollback ist komplexer. Hier helfen Snapshots oder Backups vor dem Update. Wichtig: Migrationen können DB-Struktur ändern, was Rollback riskant macht. Plane Updates daher sorgfältig und teste sie vorher im Staging.
Shopware IONOS Performance: Cache, DB und Ladezeiten
Performance ist nicht nur eine Frage der Server-Specs, sondern der Optimierung auf allen Ebenen. Schnelle Ladezeiten bedeuten: mehr Conversions, bessere Google-Rankings, zufriedenere Kunden.
Cache-Stack
- OpCache: Pflicht – cached kompilierten PHP-Code, reduziert Ladezeiten drastisch (bis zu 10x schneller).
- Redis: Optional für Sessions und Cache, bei größeren Shops sinnvoll. Wenn du Redis sauber einbinden willst, lohnt sich ein Blick in die Details zu Redis für Shopware. Business-Auswirkung: Ladezeiten sinken von 2–3 Sekunden auf unter 1 Sekunde – das reduziert Absprünge und erhöht Conversion um 10–20 %.
Datenbank-Performance
Die Datenbank ist oft der Flaschenhals:
- Slow Query Log: Identifiziere langsame Queries und optimiere Indizes. Business-Auswirkung: Langsame Queries bedeuten langsame Seiten – Kunden springen ab, bevor der Checkout lädt.
- Plugins und Custom-Queries: Oft Haupttreiber für DB-Last – prüfe und optimiere. Deaktiviere testweise Plugins, um Engpässe zu identifizieren.
Asset-/Media-Strategie
- Bildgrößen und Thumbnails: Shopware generiert verschiedene Thumbnail-Größen – stelle sicher, dass diese effizient erstellt und ausgeliefert werden.
- Browser-Caching-Header: Für statische Assets (CSS, JS, Bilder) sollten gesetzt sein – das reduziert wiederholte Ladezeiten.
- CDN (Content Delivery Network): Bei Wachstum oder internationalem Traffic sinnvoll, reduziert Ladezeiten deutlich. Mehr Praxis dazu findest du bei CDN für Shopware 6. Business-Auswirkung: Schnellere Ladezeiten weltweit, bessere User Experience, höhere Conversion.
Messkonzept
Messen statt raten: TTFB (Time to First Byte), LCP (Largest Contentful Paint), 5xx-Error-Rate, Checkout-Dauer – all diese Metriken solltest du tracken. Tools wie Google PageSpeed Insights, GTmetrix oder einfache Custom-Monitoring-Skripte helfen, Engpässe zu identifizieren, bevor sie zum Problem werden.
Sicherheit, Backups & Disaster-Recovery
Sicherheit und Backups sind keine "Nice-to-have", sondern Betriebspflicht.
DSGVO-Anforderungen pragmatisch umsetzen
- AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag) mit IONOS abschließen
- Region (Deutschland/EU) für Hosting wählen
- Zugriffskontrolle, Logging, Rollen/Rechte konfigurieren
Backups
Backups müssen DB, Files und Konfiguration/Secrets umfassen. Definiere:
- RPO (Recovery Point Objective): Wie viel Datenverlust ist akzeptabel? (z. B. täglich = max. 24h Verlust)
- RTO (Recovery Time Objective): Wie schnell muss der Shop wieder online sein? (z. B. 4 Stunden)
Teste Restores regelmäßig – ein Backup, das nicht getestet wurde, ist kein Backup. Business-Auswirkung: Ohne funktionierendes Backup kann ein Server-Ausfall oder Hack dein gesamtes Business zerstören.
Härtung
- SSH nur per Keys, kein Password-Login
- Firewall-Regeln: Nur notwendige Ports öffnen
- Admin-Zugang sichern: 2FA aktivieren, IP-Restriktion oder VPN nutzen, wenn möglich
- Updates und Patching-Prozess etablieren: OS, PHP, Shopware, Plugins regelmäßig aktualisieren
Troubleshooting: typische Fehler beim Shopware-Hosting auf IONOS (mit Fix-Playbooks)
Hier sind die häufigsten Probleme und ihre Lösungen:
Shop langsam bei Traffic
Ursachen: CPU/RAM/IO-Limits, zu viele oder schlecht programmierte Plugins, fehlende OpCache/Redis, DB-Indizes fehlen, kein CDN.
Fixes:
- Ressourcen prüfen und ggf. erhöhen (VPS/Cloud Server upgraden)
- Plugin-Audit durchführen (deaktiviere testweise Plugins)
- OpCache aktivieren, Redis einbinden
- Slow Query Log prüfen und Indizes optimieren
- CDN für Assets einbinden
500-Fehler nach Update
Ursachen: Plugin-Konflikte, Composer/Autoload-Probleme, fehlende DB-Migrationen, Cache-Probleme.
Fixes:
- Logs prüfen (var/log, PHP-FPM, Webserver)
- Betroffenes Plugin identifizieren und disablen
- Composer install/update durchführen
- DB-Migrationen manuell prüfen/ausführen
- Cache clearen (bin/console cache:clear)
- Im Zweifel Rollback auf letzte funktionierende Version
Medien/Thumbnails fehlen
Ursachen: Dateirechte/Ownership falsch, Worker/Cron läuft nicht, Queue-Lag, falsche Storage-Pfade.
Fixes:
- Rechte prüfen (www-data oder entsprechender User)
- Worker-Status prüfen (laufen Worker als dauerhafte Prozesse?)
- Queue-Tabelle prüfen (wächst sie?)
- Thumbnail-Generierung manuell starten
- Storage-Konfiguration prüfen
E-Mails kommen nicht an
Ursachen: SMTP-Config falsch, SPF/DKIM/DMARC fehlen, Queue/Worker läuft nicht, Rate Limits beim Mailserver.
Fixes:
- SMTP-Credentials prüfen, Test-Mail senden
- SPF/DKIM/DMARC-Records im DNS konfigurieren (verhindert Spam-Einstufung)
- Queue/Worker prüfen
- Rate Limits beim Provider prüfen
Entscheidungshilfe: IONOS vs. Alternativen – wann bleiben, wann migrieren?
IONOS ist eine solide Wahl für Shopware-Hosting, wenn du die richtigen Produkte wählst und Betriebsverantwortung übernehmen kannst oder willst.
IONOS passt gut, wenn du:
- Flexibles Self-Hosting mit EU-Standort suchst
- Klare Betriebsverantwortlichkeiten hast oder aufbauen willst
- Moderate bis hohe Anforderungen hast, aber keine extrem verteilte Architektur brauchst
- Budget-bewusst bist und Preis-Leistung schätzt
IONOS passt weniger gut, wenn du:
- Voll gemanagte Shopware-Operations erwartest (IONOS bietet Server-Hosting, kein Shopware-Managed-Service)
- Kein Ops-Team hast und auch kein externes Know-how einkaufen willst
- Extrem hohe SLA-Anforderungen hast (z. B. 99,99 % Uptime garantiert)
Checkliste für Agentur-/Provider-Auswahl
Wenn du eine Agentur oder einen Managed-Provider suchst, prüfe:
- SLA: Welche Uptime wird garantiert? Was passiert bei Ausfall?
- Updates: Wer macht Shopware-Updates? Wer testet Plugin-Kompatibilität?
- Support: Reaktionszeit? 24/7 oder nur Werktags?
- Verantwortlichkeiten: Wer ist für OS-Patches, PHP-Updates, Monitoring, Backups, Incident-Response zuständig?
- Transparenz: Bekommst du Zugriff auf Logs, Monitoring, Server? Oder ist alles "Black Box"?
- Exit-Strategie: Kannst du jederzeit migrieren? Gibt es Lock-in?
Fazit: Shopware IONOS – die richtige Wahl für selbstbestimmtes, skalierbares E-Commerce-Hosting
Shopware auf IONOS hosten ist eine ausgezeichnete Option für Online-Händler, die Kontrolle, Flexibilität und EU-Hosting schätzen. Die Produktpalette von IONOS – von VPS über Cloud Server bis Dedicated – bietet für jede Shopgröße und jedes Wachstumsstadium passende Lösungen. Webhosting ist nur für sehr kleine Projekte oder Dev-Umgebungen geeignet; für produktive Shops sind VPS, Cloud Server oder Dedicated die richtige Wahl.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in sauberer Planung: Zielarchitektur definieren, Deployment-Prozess etablieren, Queue/Worker und Suche von Anfang an mitdenken, Backup/Restore und RPO/RTO festlegen, Monitoring und Alerts aktivieren. Mit diesem Fundament wird dein Shopware-Shop auf IONOS stabil, performant und skalierbar laufen.
Kompakte Checkliste für den Start (5 To-dos):
- Zielarchitektur wählen: 1-Node für kleine Shops, getrennte Nodes (App/DB/Cache/Suche) für größere Projekte
- Staging + Deployment-Flow definieren: Reproduzierbare Deployments via Composer/Git, klarer Update-Prozess mit Rollback-Plan
- Queue/Worker + Suche entscheiden: Worker als dauerhafte Prozesse (systemd), Elasticsearch/OpenSearch für große Kataloge
- Backup/Restore + RPO/RTO festlegen und testen: DB + Files + Config, regelmäßige Restore-Tests
- Monitoring/Alerts aktivieren: Logs/Metriken/Alerts einrichten, Playbooks für 500-Fehler und Langsamkeit testen
Mit dieser Basis bist du bestens aufgestellt, um dein Shopware-Projekt auf IONOS erfolgreich zu betreiben – von der ersten Installation bis zur Skalierung bei Wachstum. Viel Erfolg mit deinem Shop!
