Der Traffic stimmt, die Kampagne läuft – aber plötzlich häufen sich die Beschwerden: Der Checkout lädt zu lange, und beim nächsten Sale befürchtest du Timeouts. Gleichzeitig steht das nächste Shopware-Update an, doch niemand traut sich, es einzuspielen – zu groß ist die Angst vor Fehlern und Ausfällen. Die ERP-Anbindung läuft zwar, aber Bestände driften auseinander. Vielleicht planst du auch gerade einen Relaunch oder die Migration von Shopware 5 auf Shopware 6 und fragst dich, wie du das ohne Umsatz- und SEO-Verluste über die Bühne bringst – mit einer Shopware Agentur an deiner Seite.
Das sind System-, Architektur- und Prozess-Themen – und sie sind lösbar. Entscheidend ist, dass du den richtigen Partner an deiner Seite hast: eine Shopware Agentur, die nicht nur Oberflächen gestaltet, sondern Performance, Wartbarkeit und stabile Integrationen von Anfang an mitdenkt.
Wenn du nur 10 Minuten hast: Die Kern-Checkliste
Bevor du tiefer einsteigst, hier die wichtigsten Fragen, die dir sofort Klarheit verschaffen:
- Ist Shopware das richtige System für dich? Ja, wenn du individuelle Anpassungen, komplexe Integrationen oder hohe Content-Anforderungen hast. Nein, wenn du extrem schnell mit minimalem Budget starten willst und Standard-E-Commerce ohne Anpassungen ausreicht.
- Brauchst du eine Agentur? Ja, wenn Komplexität, Risiko oder Zeitdruck hoch sind: Migration, Peak-Last durch Kampagnen, mehrere Systemanbindungen oder geschäftskritischer Betrieb.
- Worauf achtest du bei der Agenturwahl? Nicht auf Standort-Marketing, sondern auf konkrete Nachweise: Wie werden Integrationen dokumentiert? Wie wird Performance gemessen? Gibt es Referenzen mit ähnlichen Anforderungen?
- Was kostet ein professionelles Shopware-Projekt? Seriöse Projekte starten meist im mittleren fünfstelligen Bereich. Bei Migrationen oder komplexen Integrationen deutlich mehr. Zeit: Basis-Setup 8 bis 16 Wochen, Migration 12 bis 20 Wochen.
- Wie stellst du sicher, dass der Shop updatefähig bleibt? Testumgebung, saubere Anpassungsstrategie, dokumentierte Prozesse.
Shopware in fünf Sätzen: Was macht das System aus?
Shopware 6 ist ein in Deutschland entwickeltes Shopsystem, das sich besonders bei individuellen Anforderungen und komplexen Integrationen bewährt. Das System bietet moderne Schnittstellen, die saubere Systemkopplungen möglich machen – statt fragiler Workarounds. Die Erlebniswelten erlauben es dir, Content und Commerce zu kombinieren, was vor allem für Marken-Shops attraktiv ist. Die echte Stärke entsteht nicht durch die Menge installierter Plugins, sondern durch durchdachte Architektur und ein klares Betriebskonzept. Shopware ist eine hervorragende Wahl für B2C, D2C und zunehmend auch B2B-Modelle – vorausgesetzt, die Umsetzung stimmt.
Shopware vs. Alternativen: Wann passt welches System?
Um dir die Entscheidung zu erleichtern, hier eine klare Abgrenzung:
- Shopware: Ideal für individuelle Anpassungen, komplexe Integrationen, Content-Commerce-Kombination. Stärken: moderne Schnittstellen, Erlebniswelten, deutsches Ökosystem. Voraussetzung: ausreichendes Budget und Know-how.
- Shopify: Beste Wahl für schnellen Start mit begrenztem Budget, wenn Standard-E-Commerce ausreicht. Stärken: Speed-to-Market, einfache Bedienung. Limitierungen: weniger Flexibilität bei individuellen Anpassungen.
- Magento/Adobe Commerce: Für sehr große, internationale Enterprise-Projekte mit hohen Individualisierungsanforderungen. Nachteile: hohe Komplexität, hohe Kosten, längere Projektlaufzeiten.
- WooCommerce: Geeignet für kleinere Shops mit WordPress-Fokus. Stärken: niedrige Einstiegshürde. Limitierungen: Performance bei größeren Projekten problematisch.
Shopware Agentur: Wann lohnt sich professionelle Unterstützung?
Die Frage, ob du eine Shopware Agentur beauftragen solltest, hängt davon ab, wie komplex dein Vorhaben ist, wie viel Risiko du trägst und wie viel Zeit dir bleibt. Eine professionelle Agentur lohnt sich besonders in folgenden Situationen:
- Migration oder Relaunch unter Druck: Wenn du von Shopware 5 auf Shopware 6 migrieren oder einen bestehenden Shop grundlegend überarbeiten möchtest, sind SEO-Sicherung, Weiterleitungen und Datenqualität kritische Erfolgsfaktoren. Fehler kosten dich Traffic, Rankings und Umsatz.
- Peak-Last und Kampagnen: Wenn dein Shop regelmäßig hohe Besucherzahlen abfangen muss – etwa durch Sales, TV-Werbung oder starke Werbeaktivitäten – brauchst du eine Architektur, die skaliert.
- Komplexe Integrationen: ERP, PIM, Payment, Versanddienstleister, CRM – je mehr Systeme angebunden werden, desto wichtiger sind saubere Datenflüsse und klare Verantwortlichkeiten.
- Individualisierung: Wenn du spezielle Features benötigst, komplexe Preislogiken abbilden musst oder im B2B-Geschäft unterwegs bist, reichen Standard-Lösungen oft nicht aus.
- Betrieb mit hohen Anforderungen: Wenn dein Shop geschäftskritisch ist, brauchst du klare Service-Level-Agreements und strukturierte Prozesse.
Ohne Agentur kann es funktionieren, wenn dein Scope klein ist, du mit einem Standard-Theme auskommst, wenige Integrationen hast und klare Inhouse-Ressourcen mit Shopware-Know-how besitzt.
Was Shopware out-of-the-box kann – und was typischerweise mehr braucht
| Feature | Out-of-the-box | Typischerweise nötig |
|---|---|---|
| Produkte anlegen, Kategorien, Medien | Ja, vollständig | Nur Konfiguration |
| Standard-Checkout, Warenkorbprozess | Ja, vollständig | Nur Konfiguration |
| Standard-Theme, Layout | Ja, anpassbar | Design-Anpassung empfohlen |
| Mehrsprachigkeit, Multishop | Ja, vollständig | Konfiguration und Übersetzungen |
| Standard-Payment (Rechnung, Vorkasse) | Ja | Erweiterte Payment: Plugin |
| Standard-Versand | Ja | Versanddienstleister: Plugin |
| ERP-Anbindung | Nein | Custom/Plugin und Konzept |
| PIM-Anbindung | Nein | Custom/Plugin und Konzept |
| Komplexe Preislogiken (B2B, Staffelpreise) | Basis ja | Erweiterte Logik: Custom/Plugin |
| Individuelle Checkout-Anpassungen | Nein | Custom Development |
| Performance-Optimierung für hohe Last | Basis ja | Spezifisches Setup nötig |
Wichtige Entscheidungen: Classic vs Headless, Plugin vs Custom, Cloud vs Self-hosted
Die größten Weichen werden früh gestellt. Drei zentrale Architektur-Entscheidungen haben direkten Einfluss auf Performance, Wartbarkeit, Budget und Time-to-Market:
Classic Storefront vs Headless
Classic Storefront ist sinnvoll, wenn du schnell live gehen willst, ein begrenztes Budget hast, die Standard-UX ausreicht und dein Team eine geringere Komplexität bevorzugt. Die Vorteile: bewährte Technologie, schnelle Umsetzung, einfacheres Setup, SEO funktioniert direkt.
Headless (eigenes Frontend, das über Schnittstellen mit Shopware kommuniziert) lohnt sich, wenn du mehrere Touchpoints bespielen willst (Web, App, POS, Kiosk), eine sehr individuelle UX brauchst oder hohe Content-Anforderungen hast. Die Trade-offs: längere Umsetzungszeit, höhere Komplexität, mehr Frontend-Verantwortung (Performance, SEO, Barrierefreiheit).
Plugin vs Custom
Plugins sind sinnvoll, wenn das Feature standardnah ist, der Hersteller aktiv pflegt, die Update-Kompatibilität gegeben ist und die Qualität stimmt. Vorteile: schneller einsatzbereit, oft günstiger in der Anschaffung.
Custom Development (individuelle Programmierung) ist sinnvoll, wenn es um Kernprozesse oder Alleinstellungsmerkmale geht, Performance kritisch ist oder langfristige Wartbarkeit wichtiger ist. Trade-offs: höhere Entwicklungskosten, aber keine Lizenzabhängigkeit, volle Kontrolle über Updates.
Cloud vs Self-hosted
Shopware Cloud (verwaltetes Hosting) ist sinnvoll, wenn du schnell starten willst, weniger Betriebsaufwand haben möchtest und ein klarer Standardbetrieb ausreicht. Vorteile: schnellerer Start, weniger Infrastruktur-Verantwortung.
Self-hosted (eigene Server oder eigener Hosting-Partner) ist sinnvoll, wenn du tiefe Systemkontrolle brauchst, spezielle Infrastrukturanforderungen hast oder individuelle Betriebsanforderungen erfüllen musst. Trade-offs: mehr Betriebsfreiheit, aber auch mehr Governance-Aufwand.
Shopware-Pläne und Editionen: Rise, Evolve, Beyond – und wann welcher Plan Sinn macht
Shopware bietet verschiedene Editionen bzw. Pläne an, die sich in Funktionsumfang, Support-Level und Preismodell unterscheiden. Wichtig: Die Planwahl ist sekundär gegenüber sauberer Umsetzung und einem durchdachten Betriebskonzept. Dennoch hilft es, die Unterschiede zu kennen (Stand: Anfang 2025, Preise und Bezeichnungen können sich ändern):
- Community Edition: Open Source, kostenfrei, für Entwickler und kleinere Projekte – reduzierter Funktionsumfang, kein offizieller Support.
- Rise: Entspricht der früheren Professional Edition. Geeignet für B2C- und D2C-Händler. Startpreis ca. 600 Euro monatlich. Enthält alle wichtigen Basisfunktionen.
- Evolve: Erweitert Rise um zusätzliche Design-, Marketing- und B2B-Funktionen. Geeignet für hybride Geschäftsmodelle. Individueller Preis.
- Beyond: Maximaler Feature-Umfang, höchste Supportunterstützung, für anspruchsvolle, internationale Unternehmen. Individueller Preis.
Entscheidend sind: Supportbedarf, B2B-Funktionen, Internationalisierung und Integrationslandschaft. Eine kompetente Shopware Agentur kann dir helfen, die richtige Edition zu wählen – basierend auf deinen konkreten Anforderungen.
Leistungsbereiche einer Shopware-Agentur: Was entsteht konkret?
Eine professionelle Shopware Agentur liefert nicht nur irgendwie einen Shop, sondern konkrete Ergebnisse, die messbar und wartbar sind:
Discovery und Zielsystem
- Scope-Definition: Was soll der Shop können?
- KPI-Definition: Conversion-Rate, durchschnittlicher Warenkorbwert, Ladezeiten
- Systemlandkarte: Shop, ERP, PIM, Payment, Versand, CRM, Tracking
- Risiko-Register: SEO, Daten, Peak-Load, Plugin-Abhängigkeiten
UX und Design (conversion-orientiert)
- Template-Konzept: Kategorie, Produktdetailseite, Checkout – Mobile First
- Vertrauenselemente, Informationsarchitektur, Such- und Filterlogik
- Messplan: Events, Funnel, Hypothesenliste für Tests
Technik und Implementierung (updatefähig)
- Code-Standards, klare Anpassungsstrategie, automatisierte Tests
- Testumgebung, Release-Prozess, Dokumentation
Integrationen und Datenprozesse
- Datenhoheit klären: Wer führt Preise, Bestände, Kundendaten, Produktdaten?
- Mapping, Statusmodelle: Bestellstatus, Zahlungsstatus, Versandstatus
- Fehlerkonzepte, Überwachung der Synchronisation
Betrieb, Wartung, Weiterentwicklung
- Update-Policy, Security, Incident-Prozess
- Iterative Optimierung: Performance, SEO, Conversion
Performance in Shopware: Messwerte, typische Bottlenecks, bewährte Hebel
Performance ist kein nice to have, sondern direkt umsatzrelevant. Was bedeutet das konkret? Ladezeiten unter 3 Sekunden für wichtige Seiten wie Kategorie, Produktdetailseite und Checkout sind ein gutes Ziel. Schnellere Ladezeiten führen nachweislich zu höheren Conversion-Raten und besseren Rankings in Suchmaschinen.
Typische Ursachen für langsame Shops
- Zu viele oder schlecht programmierte Plugins
- Ineffiziente Datenbankabfragen, besonders in Produktlisten und Filtern
- Große, unoptimierte Bilder und Medien
- Fehlendes oder unpassendes Caching-Konzept (Zwischenspeicherung häufig genutzter Daten)
- Unpassendes Hosting
- Fehlende CDN-Strategie (Content Delivery Network für schnelle Auslieferung weltweit)
Konkrete Hebel für bessere Performance
- Performance-Budget je Template definieren: Welche Ladezeit ist akzeptabel?
- Medien-Pipeline: Moderne Bildformate wie WebP, optimierte Größen, verzögertes Laden
- Caching-Strategie: Zwischenspeicherung auf verschiedenen Ebenen
- Third-Party-Skripte: Marketing-Tools und Tracking kontrollieren – oft Performance-Killer
Frage im Erstgespräch: Wie prüft ihr Performance? Welche Metriken trackt ihr? Wie sieht euer Caching-Konzept aus?
Integrationen: Muster für stabile Datenflüsse
Integrationen sind oft der kritische Pfad. Schlechte Integrationen verursachen Datenchaos, Bestandsabweichungen und frustrierte Kunden. Professionelle Agenturen arbeiten nach bewährten Mustern:
- Single Source of Truth definieren: Wer führt Preise? Wer führt Bestände? Wer führt Kundendaten? Wer führt Produktdaten?
- Asynchrone Verarbeitung: Daten werden nicht sofort, sondern zeitversetzt übertragen – das erhöht Stabilität bei hoher Last
- Fehlerbehandlung: Was passiert, wenn eine Verbindung abbricht oder ein System nicht erreichbar ist?
- Statusmodelle klar mappen: Bestellstatus, Zahlungsstatus, Versandstatus müssen zwischen Shopware und anderen Systemen eindeutig sein
- Überwachung der Integration: Verzögerungen erkennen, Fehlerquoten messen, manuelle Nachbearbeitung dokumentiert
Datenqualität ist Erfolgsfaktor: Varianten, Attribute, Medien, Kategorien, Übersetzungen müssen sauber gepflegt sein – sonst hilft die beste Integration nichts. Frage: Wie dokumentiert ihr Integrationen? Wie prüft ihr Mapping und Fehlerfälle?
Konkrete E-Commerce-Probleme: Problem, Prüfung, Ursache, Maßnahmen
| Problem | Prüfung | Typische Ursache | Maßnahmen |
|---|---|---|---|
| Langsame Ladezeiten | Ladezeiten pro Seitentyp, Serverzeiten, Plugin-Check | Zu viele Plugins, ineffiziente Abfragen, große Medien, fehlendes Caching | Performance-Audit, Caching, Medienstrategie, Plugin-Reduktion |
| Shop kippt bei Peaks | Lasttest, Checkout-Flow unter Last | Fehlende Skalierung, synchrone Prozesse | Skalierungsplan, asynchrone Jobs, Vorab-Lasttests vor Kampagnen |
| ERP-Anbindung erzeugt Datenchaos | Datenflussdiagramm, Fehlerszenarien, Statusmapping | Unklare Verantwortlichkeiten, fehlendes Fehlerhandling | Klare Verantwortlichkeiten, robustes Fehlerhandling, saubere Schnittstellen |
| Conversion stagniert trotz Traffic | Funnel-Tracking, Heatmaps, Performance vs Abbruchraten | Checkout-Friktion, schlechte UX, fehlende Payment-Optionen | Checkout-Friktion entfernen, Payment optimieren, Test-Roadmap |
| SEO bricht nach Relaunch | Redirect-Mapping, Crawl, Index-Status | Fehlende Redirects, geänderte URLs | Technisches SEO-Backlog, Redirects, Monitoring nach Go-live |
| Update-Angst | Testumgebung vorhanden? Plugin-Status? Tests? | Fehlendes Staging, ungetestete Plugins | Update-Policy, Staging, automatisierte Tests, Rollback-Plan |
Migration auf Shopware 6: Ablauf, Risiken, SEO-Sicherung
Die Migration von Shopware 5 auf Shopware 6 ist kein simpler Datenimport. Sie erfordert sorgfältige Planung und Umsetzung:
Voranalyse
- Plugin-Audit: Welche Plugins existieren? Gibt es Äquivalente für Shopware 6?
- Datenmodell: Welche Datenstrukturen ändern sich?
- SEO-Setup: URLs, Weiterleitungen, Meta-Daten
- Integrationen: ERP, PIM, Payment, Versand – müssen neu aufgesetzt werden
- Risiko-Register: Was kann schiefgehen?
Zielbild
- Must-haves vs Nice-to-haves
- MVP und Ausbauphasen definieren
Technische Schritte
- Testumgebung und Testmigration(en) durchführen
- Datenbereinigung, Mapping-Validierung
- Theme/Frontend-Entscheidung
- Plugin-Ersatzstrategie
- Integrationen neu aufsetzen, E2E-Tests
Go-live
- Cutover-Plan, Freeze-Zeiten
- Weiterleitungen (301), Tracking prüfen
- Monitoring, Hypercare (intensive Betreuung in den ersten Tagen/Wochen nach Go-live)
Typische Stolperfallen
- URL-Struktur/SEO nicht sauber migriert
- Produktdatenqualität unzureichend
- Fehlende Plugin-Äquivalente
- Prozessänderungen im ERP/Versand nicht berücksichtigt
Eine erfahrene Shopware Agentur kennt diese Stolperfallen und plant die Migration als strukturiertes Projekt mit klaren Meilensteinen, Tests und Rollback-Optionen.
Bestehende Shopware-Shops übernehmen: Übernahmeplan mit Quick Wins
Du hast bereits einen Shopware-Shop, bist aber unzufrieden mit der Umsetzung oder dem bisherigen Partner? Eine gute Agentur bietet dir ein Audit-Paket:
- Plugin-Liste und Updatefähigkeit prüfen
- Sicherheitscheck: Shopware-Version, bekannte Schwachstellen
- Hosting-Check: Performance, Skalierung, Backup
- Performance-Baseline: Ladezeiten, Cache-Effizienz
- Code-Qualität: Anpassungen, Tests, Dokumentation
- Test-/Staging-Setup, Deployment-Prozess
Basierend auf dem Audit erstellt die Agentur einen 30/60/90-Tage-Plan:
- 30 Tage (Quick Wins): Performance-Optimierungen, kritische Fehler beheben, Monitoring aufsetzen
- 60 Tage (Stabilisierung): Updates einspielen, Staging aufbauen, Plugin-Governance einführen
- 90 Tage (Roadmap): Feature-Backlog, UX-Verbesserungen, SEO-Optimierung, Conversion-Tests
Nach dem Go-live: Betrieb als Erfolgsfaktor
Der Go-live ist kein Projektende, sondern der Beginn des eigentlichen Betriebs. Professionelle Agenturen denken Betrieb von Anfang an mit:
Regelbetrieb
- Update-Zyklen: Shopware Core, Plugins, Sicherheits-Patches
- Backups, Monitoring
Optimierungsroutine
- Monatliche KPI-Reviews: Performance, Conversion, Umsatz je Kanal, Fehlerquoten
- Backlog-Pflege und Experiment-Roadmap: Tests, Hypothesen
Kampagnen-Readiness
Checkliste vor Sales/TV/Influencer/Werbe-Peaks:
- Lasttest durchführen
- Cache vorbereiten
- Rollback bereit halten
- Monitoring-Schwellenwerte anpassen
Zusammenarbeitsmodell: konkret, nicht werblich
Eine gute Zusammenarbeit basiert auf klaren Rollen, Verantwortlichkeiten und Transparenz:
Rollen und Verantwortlichkeiten
- Product Owner (Kunde)
- Tech Lead (Agentur)
- Projektmanager (Agentur)
- QA (Agentur)
- DevOps (Agentur oder extern)
Arbeitsweise
- Sprints (z. B. 2 Wochen), Definition of Done, Review-Termine, klare Abnahmen
Transparenz
- Ticketboard und Priorisierung
- Release Notes
- KPI-Dashboard: Performance, Conversion, Fehlerquoten
SLAs und Support
- Reaktionszeiten nach Schweregrad: Critical unter 2h, High unter 4h, Medium unter 1 Tag, Low unter 3 Tage
- Incident-Prozess: Eskalation, Kommunikationskanal
Checklisten und Audit-Punkte: So vergleichst du Agenturen objektiv
Checkliste: Brauche ich eine Shopware Agentur?
- Wie viele Integrationen (ERP, PIM, Payment, Versand, CRM) plane ich?
- Wie hoch ist meine erwartete Peak-Last?
- Wie groß ist das SEO-Risiko bei Relaunch/Migration?
- Welche Shopware-Skills hat mein Inhouse-Team?
- Wie hoch ist der Release- und Update-Druck?
Checkliste: Fragen im Erstgespräch (technisch konkret)
- Wie sieht euer Deployment aus? Welche Umgebungen? Rollback?
- Welche Monitoring-Tools setzt ihr standardmäßig auf?
- Wie prüft ihr Plugin-Qualität und Updatefähigkeit?
- Wie plant ihr Weiterleitungen, Indexierung, Tracking beim Relaunch?
- Wie testet ihr Checkout und Payment durchgehend?
- Wie dokumentiert ihr Integrationen (Mapping, Fehlerfälle)?
Audit-Checkliste (Auszug: Was wird wirklich geprüft?)
- Ladezeiten je Template, Serverantwortzeiten, Cache-Effizienz
- Plugin-Risiken: Wartung, Changelog, Kompatibilität
- Security-Basics: Shopware-Version, bekannte Schwachstellen
- Backup/Restore-Test, Staging-Identität
Kosten und Budgettreiber: realistisch, ohne Angebot
Pauschalen ohne Scope sind unseriös. Die Kosten für ein Shopware-Projekt hängen von vielen Faktoren ab:
Budgettreiber
- ERP/PIM und Prozesslogik
- Migration und SEO-Sicherung
- Custom Features
- Designsystem: individuell vs angepasstes Theme
- Testing/QA
- Betriebssetup: Monitoring, Dokumentation
Orientierung
Professionelle Shopware-Projekte bewegen sich meist im fünfstelligen Bereich. Bei komplexen Integrationen, Migrationen mit hohem SEO-Risiko oder umfangreichen Custom-Entwicklungen kann der Invest deutlich darüber liegen. Für eine professionelle Shopware-Umsetzung solltest du mit mehr als zehntausend Euro rechnen.
Zeitachsen grob
- Basis-Setup: 8 bis 16 Wochen je nach Scope
- Integrationen: oft kritischer Pfad, können Projektdauer deutlich verlängern
- Migration: 12 bis 20 Wochen inkl. Tests, Datenbereinigung, SEO-Sicherung
Kostenübersicht: Setup, Betrieb, laufende Kosten
| Kostenblock | Einmalig/Laufend | Orientierung |
|---|---|---|
| Shopware-Lizenz (Rise/Evolve/Beyond) | Laufend (monatlich/jährlich) | Ab ca. 600 Euro pro Monat (Rise), höher bei Evolve/Beyond |
| Hosting (Self-hosted oder Cloud) | Laufend (monatlich) | Je nach Anforderung: 50 bis 500+ Euro pro Monat |
| Plugins (Lizenzen) | Einmalig oder laufend | Je Plugin: 0 bis 500+ Euro einmalig oder Abo |
| Setup/Implementierung (Agentur) | Einmalig | Mittlerer fünfstelliger Bereich aufwärts |
| Wartung/Support (Agentur) | Laufend (monatlich) | Je nach SLA: 500 bis 5000+ Euro pro Monat |
| Weiterentwicklung (Features, Optimierungen) | Laufend oder projektbasiert | Budget einplanen: 1000 bis 10000+ Euro pro Monat |
Rollen und Team-Budget
Für ein professionelles Shopware-Projekt brauchst du in der Regel:
- Tech Lead / Senior Developer: Architektur, Code-Reviews, technische Entscheidungen
- Frontend-Entwickler: Theme/Templates, Performance-Optimierung
- Backend-Entwickler: Integrationen, Custom-Features, Datenflüsse
- UX/UI-Designer: Konzeption, Wireframes, Design
- QA/Tester: E2E-Tests, Regression, Abnahme
- DevOps: Deployment, Monitoring
- Projektmanager: Planung, Koordination, Kommunikation
Je nach Projektgröße arbeiten diese Rollen in unterschiedlichem Umfang. Kleine Projekte können mit 2 bis 3 Personen auskommen, größere Vorhaben benötigen ein vollständiges Team.
SEO in Shopware: praxisnah, nicht nur Meta-Tags
SEO ist kein Add-on, sondern integraler Bestandteil einer professionellen Shopware-Umsetzung:
Relaunch/Migration
- Weiterleitungen (301) für alle alten URLs
- Canonicals korrekt setzen
- Index-Steuerung bei Filtern (Vermeidung von Duplicate Content)
- Interne Verlinkung optimieren
Performance als SEO- und Conversion-Faktor
Schnelle Ladezeiten sind Ranking-Faktor und beeinflussen Conversion. Messbar machen, kontinuierlich optimieren. Core Web Vitals (LCP, FID, CLS) sind wichtige Google-Metriken, die Performance und User Experience bewerten.
Content-Strategie
- Kategorie-Landingpages mit Mehrwert-Content
- Guides, Ratgeber, strukturierte Daten
- Einzigartige Produktbeschreibungen statt Hersteller-Texte
Monitoring
Rankings, Traffic, Index-Abdeckung, Crawl-Fehler kontinuierlich überwachen. Frage: Wie plant ihr SEO beim Relaunch? Wie messt ihr nach Go-live?
Security und Compliance: nicht nur nice to have
Sicherheit und Compliance werden oft unterschätzt, sind aber geschäftskritisch:
Update-Policy
Regelmäßige Sicherheits-Patches für Shopware Core und Plugins einspielen. Ohne Updates wird dein Shop zum Sicherheitsrisiko.
Secret-Management
API-Keys, Passwörter, Zugangsdaten nie im Code oder Git ablegen. Sichere Verwaltung nutzen.
Rechte und Rollen
Klare Benutzer- und Rechteverwaltung im Backend. Nicht jeder braucht Admin-Rechte.
Backup und Restore
Regelmäßige Backups (täglich), getestete Restore-Prozesse. Ein Backup, das nicht getestet wurde, ist keines.
DSGVO und Consent
Consent-Management für Tracking/Marketing-Tools, datenschutzkonforme Prozesse (Kundendaten, Bestellhistorie, Löschfristen).
Qualität und Wartbarkeit: Updatefähig bauen als Entscheidungskriterium
Updatefähigkeit ist kein Luxus, sondern Pflicht. Shops, die nicht updatefähig sind, werden zum Sicherheitsrisiko und zur Innovationsbremse. Professionelle Agenturen setzen auf:
- Standard vor Custom: Nur wo nötig, Custom entwickeln – und dann mit sauberer Strategie
- Plugin-Governance: Auswahlkriterien (Wartung, Changelog, Kompatibilität), Versionierung, Review-Prozess
- Tests, Dokumentation, Staging als Pflicht: Nicht als Kür
- Release-Disziplin: Kleinere, häufigere Releases statt Big Bang
Einsatzszenarien sauber einordnen: B2C, D2C, B2B/Hybrid
Shopware ist stark im B2C/D2C-Bereich mit Brand/Content und Integrationen. B2B/Hybrid ist möglich, aber Anforderungen (Preislogiken, Freigaben, Kundengruppen, ERP-Prozesse) müssen früh geklärt werden. Erwartungsmanagement: Systemwahl nach Prozessen, Daten, Skalierung – nicht nach Featureliste. Eine gute Agentur sagt dir ehrlich, wann Shopware passt – und wann nicht.
Projektablauf als Schritt-für-Schritt-Anleitung (mit Artefakten)
- Ziel/KPIs und Performance-Budget definieren: Was soll erreicht werden? Welche Metriken zählen?
- Discovery-Workshop und Systemlandkarte und Risiko-Register: Wo stehen wir? Welche Systeme, welche Risiken?
- Konzept: Informationsarchitektur, SEO, Datenflüsse, Integrationsdesign
- UX/Design und Tracking-/Messplan: Wireframes, Designs, Event-Tracking
- Umsetzung in Sprints und Code-Reviews und QA: Entwicklung, Tests, Abnahmen
- Integrationen und Fehlerfälle und Monitoring der Syncs: ERP, PIM, Payment, Versand anbinden, testen, monitoren
- Go-live (Cutover, Weiterleitungen, Tracking, Rollback) und Hypercare: Live-Schaltung, intensive Betreuung in den ersten Tagen/Wochen
- Betrieb/Optimierung: Updates, Performance, Conversion, SEO iterativ verbessern
Go-live-Checkliste: betriebs- und messorientiert
- Weiterleitungen und Canonicals geprüft, Crawl-Test durchgeführt
- Tracking/Analytics Events und Consent geprüft
- Payment/Versand E2E getestet (inkl. Fehlerfälle)
- Performance-Baseline gemessen, Alarm-Schwellen gesetzt
- Backups und Restore-Test, Rollback-Plan dokumentiert
- Monitoring aktiv
- Hypercare-Prozess: Zuständigkeiten, Zeiten, Kommunikationskanal definiert
Typische Fehler, die du vermeiden solltest
- Zu viele Features zu früh (kein MVP)
- Plugin-Sammlung ohne Governance
- Integrationen nachträglich dranflanschen
- Fehlende Tests/Staging führen zu Update-/Go-live-Risiko
- Performance erst am Ende
- SEO/Tracking bei Relaunch unterschätzen
- Kein Monitoring führt dazu, dass Probleme zu spät bemerkt werden
- Keine Dokumentation führt zu Wissens-Silos und Abhängigkeiten
Praxisbeispiele: realistisch, ohne Firmennamen
Mittelständischer Händler
ERP führt Bestände und Preise, Shop führt Content und Checkout. Rückmeldungen über Bestellstatus und Tracking laufen sauber über Schnittstelle. Warteschlangen-basiertes Sync-Modell sorgt für Robustheit bei Peaks. Monitoring zeigt Verzögerungen und Fehlerquoten in Echtzeit.
D2C-Brand
Erlebniswelten und Kampagnen, Performance-Budget pro Landingpage definiert (Ladezeit unter 2,5 s). Tracking sauber aufgesetzt (Events, Consent, Funnel). Tests laufen kontinuierlich. CDN und optimierte Medien sorgen für schnelle Ladezeiten weltweit.
Multi-Land/Sprachen
CDN/Medienstrategie für verschiedene Regionen, Übersetzungs-Workflow mit PIM-Anbindung, steuer- und versandlogische Unterschiede sauber abgebildet. Lokalisierung nicht nur Sprache, sondern auch Payment-Methoden, Versandoptionen, rechtliche Anforderungen.
Plugin-Salat-Shop
Audit zeigt: 30+ Plugins installiert, viele nicht aktiv genutzt, einige nicht mehr maintained. Reduktion auf 12 essenzielle Plugins, Rest durch Custom-Code oder Verzicht ersetzt. Ergebnis: Updatefähigkeit wiederhergestellt, Performance messbar verbessert (Ladezeit minus 40 Prozent), weniger Fehler.
Lokaler Kontext: Wann vor Ort wirklich ein Vorteil ist
Vor Ort ist kein Selbstzweck. Es wird dann zum Vorteil, wenn es um Workshops, Stakeholder-Abnahmen, Prozessaufnahmen (z. B. ERP, Warenwirtschaft, Logistik) oder intensive Konzeptphasen geht. Konkrete Formate, die vom persönlichen Austausch profitieren:
- Discovery-Workshop (1 bis 2 Tage): Ziele, KPIs, Systemlandkarte, Risiko-Register – idealerweise vor Ort, wenn mehrere Stakeholder involviert sind.
- Regelmäßige Sprint-Reviews: Oft remote möglich, aber quartalsweise persönliche Roadmap-Sessions schaffen Vertrauen und Klarheit.
- Prozessaufnahme bei komplexen Integrationen: Wenn ERP, PIM oder Warenwirtschaft eng mit Shopware verzahnt werden, hilft es, die Prozesse vor Ort zu verstehen.
Entscheidend sind nicht Standort-Marketing-Phrasen, sondern Ergebnisorientierung: klare Artefakte (Dokumentation, Architekturdiagramme, Datenflussmodelle), messbare Fortschritte (KPIs, Performance-Budgets), definierte SLAs und transparente Kommunikation. Eine gute Shopware Agentur liefert das – unabhängig vom Standort.
Fazit: Du entscheidest nach Messwerten, nicht nach Bauchgefühl
Eine Shopware Agentur zu finden, ist keine Frage des Standorts allein. Es geht um Architektur, Performance, Wartbarkeit, stabile Integrationen und messbaren Erfolg. Du entscheidest nicht nach Bauchgefühl, sondern nach klaren Kriterien: Wie sieht das Deployment aus? Welche Monitoring-Tools werden eingesetzt? Wie werden Integrationen dokumentiert? Wie wird Performance gemessen und optimiert? Wie updatefähig ist die Lösung?
Die richtige Agentur liefert dir konkrete Artefakte: Systemlandkarten, Datenflussdiagramme, Performance-Budgets, Test-Reports, Monitoring-Dashboards, Release Notes. Sie denkt Betrieb von Anfang an mit und plant nicht nur den Go-live, sondern auch das, was danach kommt: Updates, Optimierungen, Skalierung, neue Features.
Dein nächster Schritt: Sammle deine Anforderungen und deine Integrationslandschaft. Nutze die Checklisten aus diesem Artikel. Führe Erstgespräche mit konkreten Prüfpunkten – nicht mit allgemeinen Fragen. Vergleiche Agenturen objektiv anhand ihrer Antworten, ihrer Referenzen und ihrer Arbeitsweise. Und dann triff eine Entscheidung, die auf Fakten basiert – nicht auf Marketing-Versprechen. So findest du den richtigen Shopware Partner, der dein Projekt nicht nur umsetzt, sondern zum Erfolg führt. Wenn du bei der Systemkopplung tiefer einsteigen willst, hilft dir auch ein Leitfaden zur ERP-Anbindung in Shopware; und falls dein Schwerpunkt auf B2B-Funktionen liegt, lohnt sich ein Blick auf die Shopware B2B Suite.
