Es ist Montagmorgen, 9 Uhr. Du sitzt vor deinem Computer und checkst die Zahlen vom Wochenende. Dein deutscher Shop läuft gut, der österreichische Markt zeigt Potenzial, und die Schweizer Kunden fragen bereits nach lokalisierten Angeboten. Drei Länder, drei verschiedene Währungen, unterschiedliche Steuerregelungen – und du fragst dich, wie du das alles effizient unter einen Hut bekommen sollst, ohne drei separate Shopware-Installationen zu betreiben.

Genau hier kommt das Konzept des Shopware 6 Subshops ins Spiel. Statt mehrere Systeme parallel zu verwalten, kannst du mit den erweiterten Funktionen von Shopware Verkaufskanälen verschiedene Shop-Instanzen zentral steuern – und dabei trotzdem jedem Markt das bieten, was er braucht. Eine professionelle Shopware Entwicklung ermöglicht es, diese Strukturen sauber aufzusetzen.
Was macht Shopware 6 Subshops so wertvoll?
Ein Shopware 6 Subshop ist im Grunde ein eigenständiger Shopware Verkaufskanal, der sich wie ein komplett separater Online-Shop verhält, aber technisch auf derselben Shopware-Installation basiert. Das bedeutet: Du hast eine zentrale Administration, aber trotzdem die Flexibilität, verschiedene Märkte, Zielgruppen oder Produktsortimente gezielt zu bedienen.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Zentrale Verwaltung: Alle Shopware 6 Verkaufskanäle laufen über ein Backend
- Individuelle Anpassungen: Jeder Subshop kann eigene Designs, Währungen und Sprachen haben
- Kosteneffizienz: Eine Lizenz, ein Hosting, aber trotzdem mehrere Shop-Auftritte
- Einheitliche Produktverwaltung: Artikel können shopübergreifend genutzt oder gezielt zugeordnet werden
Schritt-für-Schritt: Deinen ersten Shopware 6 Subshop einrichten
Die Einrichtung eines Shopware 6 Subshops erfolgt über die Shopware Verkaufskanäle. Hier ist eine praxisnahe Anleitung:
1. Neuen Verkaufskanal anlegen
Navigiere im Backend zu Einstellungen > Verkaufskanäle und klicke auf "Verkaufskanal hinzufügen". Wähle "Storefront" als Typ – das ist die Basis für deinen neuen Subshop.
2. Grundkonfiguration festlegen
Name und Beschreibung: Gib deinem Shopware Verkaufskanal einen aussagekräftigen Namen, z.B. "Mein Shop Österreich".
Domain-Einstellungen: Hier definierst du, unter welcher URL dein Subshop erreichbar sein soll. Das kann eine Subdomain (at.meinshop.de) oder eine eigene Domain (meinshop.at) sein.
Sprache und Währung: Lege fest, welche Standardsprache und -währung dein Subshop verwenden soll.
3. Produkte zuordnen
Jetzt wird es interessant: Du kannst entscheiden, welche Produkte in welchem Shopware 6 Subshop verfügbar sein sollen. Gehe zu Kataloge > Produkte und weise jedem Artikel die entsprechenden Verkaufskanäle zu.
4. Design und Layout anpassen
Unter Inhalte > Themes kannst du für jeden Shopware Verkaufskanal ein individuelles Design festlegen. Ein hochwertiges Shop-Design, UX/UI für E-Commerce sorgt dafür, dass jeder Subshop optimal auf die jeweilige Zielgruppe wirkt.
Praxisbeispiel: Multi-Country-Setup mit Shopware 6 Subshops
Stell dir vor, du betreibst einen Elektronik-Shop und willst Deutschland, Österreich und die Schweiz bedienen. Hier siehst du, wie das mit Shopware 6 Verkaufskanälen aussehen könnte:
Verkaufskanal Deutschland (Hauptshop)
- Domain: www.elektronik-shop.de
- Währung: EUR
- Steuer: 19% / 7%
- Versand: DHL, Hermes
- Zahlarten: PayPal, SEPA, Kreditkarte
Shopware 6 Subshop Österreich
- Domain: at.elektronik-shop.de
- Währung: EUR
- Steuer: 20% / 10%
- Versand: Österreichische Post
- Zahlarten: PayPal, EPS, Kreditkarte
Shopware 6 Subshop Schweiz
- Domain: ch.elektronik-shop.de
- Währung: CHF
- Steuer: 7.7%
- Versand: SwissPost
- Zahlarten: PayPal, PostFinance, Kreditkarte
Jeder dieser Shopware Verkaufskanäle kann individuell konfiguriert werden, ohne dass du separate Systeme verwalten musst.
Shopware 6 Verkaufskanäle: Technische Möglichkeiten im Detail
Domain-Management
Ein Shopware 6 Subshop kann über verschiedene Domain-Varianten erreichbar sein:
Subdomains: at.meinshop.de, ch.meinshop.de Eigene Domains: meinshop.at, meinshop.ch Pfad-basiert: meinshop.de/at/, meinshop.de/ch/
Die Wahl hängt von deiner SEO-Strategie und technischen Präferenzen ab.
Währungsmanagement
Besonders praktisch: Du kannst in den Shopware 6 Verkaufskanälen verschiedene Währungen aktivieren und sogar Währungsumrechnungen automatisieren. Wenn du das Feature "Shopware Währung ausblenden" nutzt, können Kunden gezielt nur die für sie relevanten Währungen sehen.
Lieferland-Konfiguration
Mit die Funktion "Shopware Lieferland ändern" kannst du für jeden Subshop spezifische Lieferländer definieren. So ist automatisch sichergestellt, dass österreichische Kunden nicht versehentlich Artikel bestellen, die nicht in ihr Land geliefert werden können.
Häufige Herausforderungen und Lösungsansätze
Problem: Komplexe Produktverwaltung
Situation: Du hast 1000 Produkte, aber nicht alle sollen in allen Shopware 6 Subshops verfügbar sein.
Lösung: Nutze die Verkaufskanal-Zuordnung systematisch. Erstelle Produktgruppen und weise diese gezielt zu. Für rechtliche Beschränkungen (z.B. bestimmte Elektronik in der Schweiz) kannst du Verfügbarkeitsregeln definieren.
Problem: SEO für mehrere Märkte
Situation: Jeder Shopware Verkaufskanal braucht eigene SEO-Optimierungen.
Lösung: Nutze die mehrsprachigen SEO-Funktionen. Jeder Subshop kann eigene Meta-Titel, Beschreibungen und URL-Strukturen haben. So rankst du in lokalen Suchergebnissen optimal.
Problem: Unterschiedliche Rechtssysteme
Situation: Deutsche DSGVO, österreichische Besonderheiten, Schweizer Datenschutz.
Lösung: Erstelle für jeden Shopware 6 Subshop eigene CMS-Seiten für Impressum, Datenschutz und AGB. Diese können dann verkaufskanalspezifisch angezeigt werden. Regelmäßige technische Wartung, Updates und Sicherheitschecks sind hierbei unerlässlich.
Erweiterte Konfigurationsmöglichkeiten
Shopware Subshop Shopseiten individuell gestalten
Mit Shopware Subshop Shopseiten kannst du für jeden Verkaufskanal individuelle Landingpages, Kategorieseiten und Inhalte erstellen. Das bedeutet:
- Deutscher Subshop: Fokus auf Effizienz und technische Details
- Österreichischer Subshop: Gemeinschaftsgefühl und regionale Bezüge
- Schweizer Subshop: Qualität und Präzision
Jede Zielgruppe bekommt genau die Ansprache, die sie erwartet.
API und Integrationen
Ein großer Vorteil der Shopware 6 Verkaufskanäle: Alle Subshops teilen sich dieselbe API. Das macht Integrationen in komplexe Warenwirtschaftssysteme oder Marketing-Tools deutlich einfacher.
Performance-Optimierung
Da alle Shopware 6 Subshops auf derselben Installation laufen, kannst du Caching und Performance-Optimierungen zentral verwalten. Ein gut konfigurierter Redis-Cache wirkt sich positiv auf alle Verkaufskanäle aus. Die fachgerechte technische Umsetzung ist dabei die Basis für stabile Antwortzeiten.
Shopware Sales Channel vs. separate Installationen
| Aspekt | Shopware 6 Subshops | Separate Installationen |
|---|---|---|
| Verwaltungsaufwand | Gering - ein Backend | Hoch - mehrere Systeme |
| Kosten | Eine Lizenz, ein Hosting | Mehrere Lizenzen/Server |
| Updates | Einmal für alle Shops | Jeder Shop einzeln |
| Produktverwaltung | Zentral, mit Zuordnung | Komplett getrennt |
| Performance | Shared Resources | Individuelle Ressourcen |
| Flexibilität | Hoch, aber gemeinsame Basis | Maximum, komplett getrennt |
| Backup/Security | Einmal für alle | Pro Installation |
Praxistipp: Schrittweise Migration
Wenn du bereits mehrere separate Shopware-Installationen betreibst, musst du nicht alles auf einmal umstellen. Hier ist ein bewährter Migrationsplan:
Phase 1: Analyse und Planung
- Inventarisiere alle bestehenden Shops
- Identifiziere gemeinsame Produkte und Prozesse
- Plane die neue Shopware Verkaufskanal-Struktur
Phase 2: Testumgebung
- Richte einen Shopware 6 Subshop in der Entwicklungsumgebung ein
- Teste alle kritischen Funktionen
- Prüfe Performance und Benutzerfreundlichkeit
Phase 3: Schrittweise Umsetzung
- Migriere zunächst den kleinsten Shop
- Sammle Erfahrungen und optimiere Prozesse
- Übertrage die Learnings auf weitere Verkaufskanäle
Shopware 6 Verkaufskanal löschen: Was du beachten musst
Manchmal entwickelt sich ein Markt nicht wie erwartet, oder du willst die Struktur deiner Shopware 6 Subshops ändern. Das "Shopware 6 Verkaufskanal löschen" ist grundsätzlich möglich, erfordert aber Vorbereitung:
Vor dem Löschen checken:
- Sind noch aktive Bestellungen vorhanden?
- Wurden alle wichtigen Daten exportiert?
- Sind andere Systeme noch mit diesem Verkaufskanal verknüpft?
- Gibt es spezifische SEO-Rankings, die du nicht verlieren willst?
Der Löschvorgang:
- Deaktiviere den Verkaufskanal zunächst
- Leite Traffic um (301-Redirects)
- Informiere bestehende Kunden
- Lösche den Shopware Verkaufskanal erst nach einer Übergangszeit
Monitoring und Analyse
Dashboard-Setup für mehrere Subshops
Mit Shopware 6 Subshops wird das Monitoring komplexer, aber auch interessanter. Du kannst:
- Performance pro Verkaufskanal vergleichen
- Saisonale Unterschiede zwischen Märkten erkennen
- Erfolgreiche Strategien von einem auf andere Subshops übertragen
Key Performance Indicators (KPIs)
Wichtige Metriken für deine Shopware 6 Verkaufskanäle:
- Conversion Rate pro Subshop
- Average Order Value nach Märkten
- Customer Acquisition Cost pro Verkaufskanal
- Return Rate nach Ländern
- Support-Anfragen pro Subshop

Rechtliche Aspekte und Compliance
DSGVO und lokale Datenschutzgesetze
Jeder Shopware 6 Subshop kann eigene Datenschutz-Einstellungen haben. Das ist besonders wichtig bei:
- Cookie-Bannern (verschiedene Gesetze pro Land)
- Newsletter-Anmeldungen (Double-Opt-In-Variationen)
- Datenübertragung in Drittländer
- Aufbewahrungsfristen für Kundendaten
Steuerliche Überlegungen
Mit Shopware Verkaufskanälen kannst du verschiedene Steuerregeln implementieren:
- Deutschland: 19% bzw. 7% MwSt
- Österreich: 20% bzw. 10% MwSt
- Schweiz: 7,7% MwSt
- EU-Ausland: Reverse-Charge-Verfahren für B2B
Die automatische Steuerberechnung basierend auf Lieferadresse und Kundentyp ist ein großer Vorteil gegenüber manuellen Lösungen.
Best Practices für erfolgreiche Shopware 6 Subshops
Content-Strategie
Lokalisierung statt Übersetzung: Jeder Shopware Verkaufskanal sollte kulturell angepasste Inhalte haben, nicht nur sprachliche Übersetzungen.
Beispiele:
- Deutsche Kunden schätzen detaillierte Produktbeschreibungen
- Schweizer Käufer legen Wert auf Qualitätszertifikate
- Österreichische Kunden bevorzugen persönliche Ansprache
Marketing-Automation
Nutze die Möglichkeiten der Shopware 6 Subshops für gezieltes Marketing:
- Verkaufskanalspezifische Newsletter
- Lokale Social Media Kampagnen
- Regionale Suchmaschinenoptimierung
- Angepasste Retargeting-Strategien
Customer Support
Jeder Shopware 6 Subshop kann eigene Support-Kanäle haben:
- Deutschland: Telefon-Hotline, Live-Chat
- Österreich: E-Mail-Support, regionale Hotline
- Schweiz: Mehrsprachiger Support (Deutsch/Französisch)
Zukunftssicher: Shopware 6 Subshops skalieren
Headless Commerce Integration
Die Shopware 6 Verkaufskanäle sind perfekt für Headless-Ansätze geeignet. Du kannst:
- Mobile Apps pro Markt entwickeln
- Progressive Web Apps (PWA) implementieren
- IoT-Geräte anbinden
- Voice Commerce integrieren
Marketplace-Integration
Ein Shopware 6 Subshop kann auch als Datenquelle für Marktplätze dienen:
- Amazon-Integration pro Land
- eBay-Stores nach Märkten
- Regionale Plattformen (Ricardo.ch, willhaben.at)
Troubleshooting: Häufige Probleme lösen
Problem: Langsame Performance bei vielen Subshops
Diagnose: Zu viele Shopware Verkaufskanal-Instanzen können die Performance beeinträchtigen.
Lösungsansätze:
- Redis-Caching implementieren
- Database-Queries optimieren
- CDN für statische Inhalte nutzen
- Gezielte Performance-Optimierung durchführen
Problem: Verwechslung zwischen Subshops
Diagnose: Kunden landen im falschen Shopware 6 Subshop.
Lösungsansätze:
- GeoIP-basierte Weiterleitung implementieren
- Sprachauswahl prominent platzieren
- Währungsanzeige deutlich kennzeichnen
- Breadcrumb-Navigation anpassen
Problem: Inkonsistente Produktdaten
Diagnose: Produkte haben in verschiedenen Shopware Verkaufskanälen unterschiedliche Informationen.
Lösungsansätze:
- Master-Data-Management einführen
- Workflows für Produktpflege definieren
- Automatisierte Qualitätschecks implementieren
- Verantwortlichkeiten klar zuordnen
Um eine gleichbleibend hohe technische Shop-Geschwindigkeit zu gewährleisten, sollten diese Workflows regelmäßig auditiert werden.
Integration mit Drittsystemen
ERP-Anbindung
Bei mehreren Shopware 6 Subshops wird die ERP-Integration komplexer, aber auch mächtiger:
// Beispiel für verkaufskanalspezifische API-Calls $salesChannelContext = $this->salesChannelContextFactory->create( Uuid::randomHex(), $salesChannelId );
$products = $this->productRepository->search( $criteria, $salesChannelContext );
Warehouse Management
Lagerbestände können verkaufskanalspezifisch verwaltet werden:
- Deutschland: Hauptlager Hamburg
- Österreich: Regionallager Wien
- Schweiz: Zolllager Basel
Jeder Shopware Verkaufskanal kann eigene Lagerregeln haben.
Mobile Commerce und Shopware 6 Subshops
Responsive Design pro Markt
Jeder Shopware 6 Subshop kann eigene mobile Optimierungen haben:
- Deutschland: Desktop-fokussiert, detaillierte Produktansichten
- Österreich: Balanced Mobile/Desktop
- Schweiz: Mobile-first für jüngere Zielgruppe
App-Strategie
Native Apps können verschiedene Shopware Verkaufskanäle nutzen:
- Eine App, mehrere Backend-Connections
- Marktspezifische App-Features
- Lokale Payment-Provider Integration
Der Weg zum Shopware 6 Subshop-Experten
Die Verwaltung mehrerer Shopware 6 Verkaufskanäle ist anfangs eine Herausforderung, entwickelt sich aber schnell zu einem mächtigen Werkzeug für internationales E-Commerce. Mit der richtigen Planung und systematischen Umsetzung kannst du:
- Märkte schneller erschließen
- Verwaltungsaufwand reduzieren
- Kosten optimieren
- Kundenerfahrungen verbessern
- Skalierungsmöglichkeiten schaffen
Der Schlüssel liegt in der Balance zwischen Zentralisierung und Individualisierung. Nutze die Synergien einer gemeinsamen Plattform, ohne die spezifischen Bedürfnisse deiner verschiedenen Märkte aus den Augen zu verlieren.
Mit Shopware 6 Subshops hast du das perfekte Werkzeug, um dein E-Commerce-Business international und professionell aufzustellen – ohne dabei den Überblick oder die Kontrolle zu verlieren. Die Investition in eine durchdachte Subshop-Struktur zahlt sich langfristig durch Effizienzgewinne und bessere Marktdurchdringung aus.
