Du betreibst einen Shopware-Shop und hast von Consent Mode v2 gehört – vielleicht durch Google-Mails, Plugin-Updates oder Agentur-Hinweise von einer Shopware Agentur. Jetzt stellst du dir wahrscheinlich folgende Fragen: Betrifft mich das überhaupt? Was muss ich konkret tun? Kann ich das selbst umsetzen oder brauche ich externe Hilfe? Und vor allem: Was passiert, wenn ich nichts mache?
Dieser Leitfaden gibt dir eine klare strategische Einordnung, bevor du in technische Details eintauchst. Du erfährst, wann Consent Mode v2 in Shopware 6 für dich relevant ist, welche Setup-Varianten es gibt, wie viel Aufwand und Kosten realistisch sind und wann sich eine Agentur-Beauftragung lohnt. Das Ziel: eine fundierte Entscheidungsgrundlage, damit du die richtige Weichenstellung für dein Tracking triffst.

Betrifft dich Consent Mode v2 überhaupt? Der 3-Fragen-Check
Bevor du Zeit und Ressourcen investierst, lass uns klären, ob du überhaupt handeln musst. Beantworte dir diese drei Fragen:
Frage 1: Nutzt du Google-Tools in deinem Shop?
Consent Mode v2 ist nur relevant, wenn du mindestens eines dieser Tools einsetzt:
- Google Analytics 4 (GA4) – egal ob direkt in Shopware integriert, per Plugin oder über den Google Tag Manager
- Google Ads – insbesondere Conversion-Tracking oder Remarketing
- Google Tag Manager (GTM) – wenn darüber GA4, Ads oder andere Google-Pixel laufen
Falls du keines dieser Tools nutzt, kannst du aufhören zu lesen. Consent Mode v2 betrifft ausschließlich Google-Produkte.
Frage 2: Hast du ein Cookie-Banner oder Consent Management Tool?
In der EU brauchst du eine Einwilligungslösung für Tracking-Cookies. Das kann sein:
- Das Shopware-eigene Cookie-Banner (einfach, aber limitiert) – inkl. typischer Grenzen beim Shopware Cookie-Banner
- Ein externes Consent Management Tool (CMP) wie Cookiebot, OneTrust, Usercentrics, CCM19 oder ähnliche
- Eine Custom-Lösung deiner Agentur
Falls du noch gar kein Banner hast oder unsicher bist, ob deine Lösung DSGVO-konform ist, solltest du das klären – unabhängig von Consent Mode v2.
Frage 3: Verkaufst du in die EU oder hast EU-Kunden?
Google fordert Consent Mode v2 für alle GA4- und Google Ads-Implementierungen in der Europäischen Wirtschaftszone (EWR) und UK. Falls dein Shop ausschließlich außerhalb dieser Regionen aktiv ist, ist Consent Mode v2 derzeit nicht zwingend erforderlich.
Dein Ergebnis
Wenn du bei allen drei Fragen mit „Ja" geantwortet hast, lies weiter. Wenn nicht, kannst du das Thema vorerst zurückstellen – aber behalte im Hinterkopf: Google könnte die Anforderungen künftig auch auf andere Regionen ausweiten.
Was ist Consent Mode v2 überhaupt – und warum jetzt?
Google hat im März 2024 Consent Mode v2 zur Pflicht für alle EU-basierten GA4- und Google Ads-Implementierungen gemacht. Aber was steckt dahinter?
Einfach erklärt: Consent Mode ist ein technisches Framework, das Google mitteilt, ob ein Nutzer Tracking zugestimmt oder abgelehnt hat. Es geht nicht darum, ob ein Google-Tag grundsätzlich lädt, sondern darum, welche Signale an Google gesendet werden und wie Google diese verarbeitet.
Die Version 2 führt vier zentrale Consent-Signale ein:
- analytics_storage – Steuert, ob GA4 Cookies setzen und Daten speichern darf
- ad_storage – Steuert, ob Google Ads Remarketing-Cookies setzen darf
- ad_user_data – Gibt an, ob Nutzerdaten für Werbezwecke an Google weitergegeben werden dürfen (neu in v2)
- ad_personalization – Steuert, ob personalisierte Anzeigen geschaltet werden dürfen (neu in v2)
Vor der Einwilligung sollten alle Signale auf denied stehen. Nach Zustimmung wechseln die relevanten Signale auf granted. Dadurch weiß Google, dass es Daten verarbeiten darf – und du erfüllst Googles technische Anforderungen.
Was passiert, wenn du nichts machst?
Google hat keine harten Sanktionen angekündigt, aber in der Praxis beobachten wir:
- Diffuse Messdaten – Conversions wirken plötzlich niedriger oder verschwinden ganz
- Schlechtere Ads-Performance – Google Ads kann Kampagnen nicht mehr zuverlässig optimieren
- Fehlende Modellierung – Googles Conversion-Modellierung (die Datenlücken bei Ablehnungen ausgleichen soll) funktioniert nur mit korrekten Consent-Signalen
Kurz: Ohne saubere Consent Mode v2-Implementierung riskierst du Datenlücken und verlorene Werbebudgets.
Shopware-Optionen im Überblick: Was kann Shopware, was musst du ergänzen?
Shopware 6 bringt von Haus aus einige Tracking-Funktionen mit – aber sie reichen nicht für eine vollständige Consent Mode v2-Implementierung. Hier die klare Abgrenzung:
Was Shopware 6 von Haus aus kann
- Cookie-Consent-Banner – Shopware hat ein einfaches, eingebautes Cookie-Banner (aktivierbar in den Einstellungen)
- GA-Integration – Shopware kann Google Analytics (Universal Analytics / GA4) direkt einbinden – ohne Plugin, ohne GTM
- Consent-Snippets – Ab Version 6.5.8.6 setzt Shopware grundlegende Consent-Mode-Snippets für analytics_storage
Was Shopware 6 NICHT kann
- Vollständige Consent Mode v2-Steuerung – Shopware setzt zwar ein Snippet für analytics_storage, aber die anderen drei Signale (ad_storage, ad_user_data, ad_personalization) fehlen
- Granulares Consent-Management – Das Shopware-Banner ist sehr simpel und nicht DSGVO-konform für komplexere Anforderungen
- Google Tag Manager-Integration – GTM musst du manuell oder per Plugin einbinden
- Kategorien-basierte Zustimmung – Shopware kann nicht zwischen „Analytics" und „Marketing" unterscheiden – das braucht ein externes CMP
Typische Setup-Varianten in der Praxis
| Setup-Variante | Was du brauchst | Für wen geeignet? |
|---|---|---|
| Shopware-Bordmittel (GA4 direkt) | Shopware-GA + externes CMP mit Consent Mode v2 | Sehr kleine Shops, nur GA4, keine Ads, kein komplexes Tracking |
| Shopware + Plugin (GA4/GTM) | GA4- oder GTM-Plugin + CMP mit Consent Mode v2 | Standard-Shops, GA4 + Google Ads, moderate Komplexität |
| GTM + Custom-Setup | GTM-Integration + CMP + Custom Consent Logic | Mehrere Tracking-Pixel, internationale Shops, Advanced Mode |
Wichtig: Wenn du ein externes CMP oder GTM nutzt, solltest du die Shopware-eigene GA-Integration deaktivieren – sonst entstehen Konflikte (doppelte Tags, widersprüchliche Consent-Signale).
Die zentrale Entscheidung: Selbst machen oder Agentur beauftragen?
Bevor du Zeit investierst, lass uns ehrlich sein: Nicht jede:r Shop-Betreiber:in muss (oder will) Consent Mode selbst implementieren. Hier eine pragmatische Orientierung:
Du kannst es wahrscheinlich selbst machen, wenn:
- Du ein Standard-Setup hast: 1 Shop, GA4 und/oder Google Ads, ein CMP mit nativer Consent Mode v2-Unterstützung
- Du bereits Grundkenntnisse in Shopware-Administration oder Plugin-Konfiguration hast
- Dein CMP eine fertige Consent Mode v2-Option anbietet (viele moderne CMPs tun das)
- Du bereit bist, 2–4 Stunden für Einrichtung, Tests und Dokumentation zu investieren
Du solltest externe Hilfe holen, wenn:
- Du mehrere Tracking-Pixel nutzt (Facebook, TikTok, Pinterest etc.) oder serverseitiges Tracking einsetzt
- Dein Setup komplex ist: mehrere Verkaufskanäle, internationale Shops, Custom-Templates
- Du Advanced Consent Mode mit Conversion-Modellierung nutzen willst (erfordert rechtliche Prüfung und technisches Know-how)
- Nach Shopware- oder Plugin-Updates immer wieder Consent-Probleme auftreten
- Du keine Zeit oder Lust hast, dich in GTM, DataLayer-Events und Debugging einzuarbeiten
Realistische Aufwände und Kosten
| Setup-Variante | Aufwand (Zeit) | Kosten (extern) | Laufende Kosten |
|---|---|---|---|
| CMP mit nativer Consent Mode v2-Unterstützung | 1–2 Stunden (selbst) | CMP-Setup ggf. 200–500 € einmalig | CMP-Lizenz ca. 50–150 € / Monat |
| GTM Basic Consent Mode (Standard) | 3–5 Stunden (selbst) oder 0,5–1 Tag (Agentur) | Agentur ca. 500–1.200 € einmalig | CMP-Lizenz ca. 50–150 € / Monat |
| Komplex (Plugin-Konflikte, Updates, Advanced Mode) | 1–3 Tage (Agentur) | Agentur ca. 1.500–3.500 € einmalig | CMP-Lizenz + ggf. Wartung 100–300 € / Monat |
Make-or-Buy-Faustregel
Wenn dein Shop monatlich unter 10.000 € Umsatz macht und du ein einfaches Setup hast, lohnt sich DIY mit einem guten CMP. Ab 20.000+ € Monatsumsatz oder bei komplexen Setups rechnet sich professionelle Hilfe oft schnell – allein durch bessere Ads-Performance und weniger Datenlücken.

Welches Consent Management Tool passt zu deinem Shop?
Die Wahl des richtigen CMP ist entscheidend – es ist die Schnittstelle zwischen deinem Cookie-Banner und Googles Consent-Signalen. Hier die wichtigsten Auswahlkriterien:
Was dein CMP können muss (Mindestanforderungen)
- Native Consent Mode v2-Unterstützung – Das CMP sollte die vier Signale (analytics_storage, ad_storage, ad_user_data, ad_personalization) direkt unterstützen
- Kategorien-Mapping – Du musst festlegen können, welche Banner-Kategorien (z. B. „Analytics", „Marketing") welche Consent-Signale auslösen
- Event/Callback bei Zustimmung – Das CMP muss ein technisches Signal (Event) auslösen, wenn der Nutzer speichert oder akzeptiert – nur so kann GTM oder gtag.js reagieren
- DSGVO-Konformität – Das CMP sollte alle rechtlichen Anforderungen abdecken (Ablehnen-Button, granulare Kategorien, Dokumentation)
Bekannte CMPs mit Consent Mode v2-Support
Viele etablierte Consent-Management-Plattformen bieten mittlerweile native Consent Mode v2-Unterstützung. Darunter unter anderem:
- Cookiebot
- OneTrust
- Usercentrics
- CCM19
- Consentmanager
- Klaro
Die meisten dieser Tools bieten native Consent Mode v2-Unterstützung und dokumentierte Shopware-Integrationen. Prüfe vor der Auswahl, ob das CMP zu deinem Budget und deiner technischen Infrastruktur passt.
Typische Kosten für CMPs
| CMP-Kategorie | Monatliche Kosten | Setup-Aufwand | Für wen geeignet? |
|---|---|---|---|
| Einstiegs-CMP (z. B. CCM19, Consentmanager) | ca. 30–80 € / Monat | Gering (Plugin oder Code-Snippet) | Kleine bis mittlere Shops, Standard-Setup |
| Mittelklasse-CMP (z. B. Cookiebot, Usercentrics) | ca. 80–200 € / Monat | Mittel (Konfiguration, Tests) | Mittlere bis große Shops, mehrere Kanäle |
| Enterprise-CMP (z. B. OneTrust) | ab 200 € / Monat (oft Custom-Preis) | Hoch (Custom-Integration, rechtliche Prüfung) | Große Shops, internationale Konzerne, komplexe Anforderungen |
Die beiden Setup-Pfade: Native CMP-Integration vs. GTM-Setup
Es gibt zwei grundlegende Wege, Consent Mode v2 in Shopware 6 umzusetzen. Welcher zu dir passt, hängt von deinem Setup und deinen Ressourcen ab.
Pfad A: CMP mit nativer Consent Mode v2-Unterstützung (empfohlen für Standard-Setups)
Wie es funktioniert: Das CMP übernimmt die komplette Consent-Steuerung. Du aktivierst im CMP die Option „Consent Mode v2", mappst die Kategorien korrekt und das CMP sendet die Signale automatisch an Google – ohne dass du GTM oder Custom-Code anpassen musst.
Vorteile:
- Einfach und schnell umgesetzt
- Weniger Fehlerquellen
- Gut dokumentiert (die meisten CMPs haben Shopware-Guides)
- Updates des CMPs bringen oft automatisch neue Features
Nachteile:
- Du bist abhängig vom CMP-Anbieter
- Weniger Kontrolle über Details (z. B. Custom Consent Logic)
- Funktioniert nur, wenn das CMP Consent Mode v2 nativ unterstützt
Typische Schritte:
- CMP auswählen und lizenzieren
- CMP in Shopware integrieren (meist per Plugin oder Code-Snippet)
- Im CMP die Option „Consent Mode v2" aktivieren
- Kategorien korrekt mappen (Analytics → analytics_storage, Marketing → ad_storage + ad_user_data + ad_personalization)
- Testen: Banner öffnen, „Alle akzeptieren" klicken, prüfen ob Signale auf „granted" wechseln
Aufwand: 1–2 Stunden (bei Standard-Setup)
Pfad B: Consent Mode über Google Tag Manager (für mehr Kontrolle und Flexibilität)
Wie es funktioniert: Du konfigurierst im GTM sogenannte Consent-Tags, die die Signale vor und nach der Zustimmung setzen. Das CMP löst ein Event aus (z. B. „CookiebotOnAccept"), GTM reagiert darauf und aktualisiert die Consent-Signale.
Vorteile:
- Maximale Kontrolle über Consent-Logic
- Funktioniert auch mit CMPs ohne native Consent Mode v2-Unterstützung
- Flexibel erweiterbar (z. B. für Facebook, TikTok etc.)
Nachteile:
- Technisch anspruchsvoller
- Erfordert GTM-Kenntnisse
- Fehleranfälliger bei Updates (Shopware, CMP, Plugins)
Typische Schritte (vereinfacht):
- GTM in Shopware integrieren (per Plugin oder manuell)
- Im GTM zwei Tags erstellen: "Consent Default" (setzt alle Signale initial auf "denied") und "Consent Update" (setzt Signale nach Zustimmung auf "granted")
- CMP so konfigurieren, dass es ein DataLayer-Event auslöst, wenn der Nutzer speichert
- Im GTM einen Trigger für dieses Event erstellen und mit dem "Consent Update"-Tag verknüpfen
- Alle GA4/Ads-Tags so konfigurieren, dass sie auf Consent reagieren
- Testen im GTM-Preview-Modus
Aufwand: 3–5 Stunden (selbst, mit Vorkenntnissen) oder 0,5–1 Tag (Agentur)
Welcher Pfad passt zu dir?
| Kriterium | Pfad A (Native CMP) | Pfad B (GTM) |
|---|---|---|
| Setup-Komplexität | Niedrig | Mittel bis hoch |
| Zeitaufwand | 1–2 Stunden | 3–5 Stunden (oder Agentur) |
| Kontrolle/Flexibilität | Mittel (abhängig vom CMP) | Hoch |
| Fehleranfälligkeit | Niedrig | Mittel (bei korrekter Umsetzung) |
| Für wen geeignet? | Standard-Shops, wenig Tech-Ressourcen | Fortgeschrittene, komplexe Setups, mehrere Pixel |
Basic vs. Advanced Consent Mode: Was du wissen musst
Du hast vielleicht von Basic und Advanced Consent Mode gehört. Hier die strategische Einordnung:
Basic Consent Mode (empfohlen für die meisten Shops)
Im Basic Mode werden Google Tags erst nach Zustimmung geladen und ausgeführt. Das entspricht der klassischen "Hart-Blockierung", die du von DSGVO-konformen Setups kennst. Der wichtige Zusatz: Die Consent-Signale werden korrekt an Google übermittelt.
Vorteil: Einfach, datenschutzfreundlich, gut verständlich.
Nachteil: Wenn viele Nutzer ablehnen (in der EU oft 40–60 %), entstehen Datenlücken.
Advanced Consent Mode (nur für große Shops mit ausreichend Traffic)
Im Advanced Mode senden Google Tags auch vor der Zustimmung oder bei Ablehnung eingeschränkte, anonymisierte Signale an Google. Diese Signale enthalten keine personenbezogenen Daten, ermöglichen aber eine bessere Conversion-Modellierung.
Vorteil: Weniger Datenlücken, bessere Ads-Optimierung.
Nachteil: Komplexer, rechtlich sensibler, erfordert ausreichend Datenvolumen.
Wann macht Advanced Sinn?
Google nennt für die Conversion-Modellierung in Google Ads als Richtwert etwa 700 Klicks in 7 Tagen. Wenn dein Shop diese Schwelle regelmäßig unterschreitet, bringt dir Advanced wenig.
Empfehlung: Für 90 % der Shopware-Shops ist Basic Consent Mode die richtige Wahl. Fokussiere dich darauf, diesen sauber umzusetzen – das hat den größten Effekt bei geringstem Risiko.
Typische Stolpersteine in Shopware 6 – und wie du sie vermeidest
Shopware 6 bringt eigene Mechaniken mit, die Consent-Zustände beeinflussen können – selbst wenn du GA4/Ads über GTM oder ein Plugin steuerst. Hier die wichtigsten Fallstricke:
Stolperstein 1: Shopware-Snippets überschreiben Consent-Status
Ab Shopware 6.5.8.6 wurde ein Snippet zur Nutzung des Consent Mode v2 eingeführt. Dieses Snippet kann analytics_storage pauschal auf "denied" setzen, wenn die Shopware-eigene GA-Integration nicht aktiv ist. Da viele Plugins (z. B. für GTM) erfordern, dass die Shopware-GA-Integration deaktiviert ist, entstand hier ein Konflikt.
Lösung: Nach jedem Shopware-Update prüfen, ob der Consent-Status korrekt ist. Falls nötig, Template-Overrides anpassen oder auf neuere Plugin-Versionen updaten.
Stolperstein 2: Doppelte Tags durch mehrere Integrationen
Viele Shop-Betreiber haben sowohl die Shopware-eigene GA-Integration als auch ein GTM-Plugin oder externes CMP aktiv. Das führt zu doppelten Tags, widersprüchlichen Consent-Signalen und diffusen Daten.
Lösung: Zuständigkeiten klar trennen. Wenn du ein externes CMP oder GTM nutzt, deaktiviere die Shopware-eigene GA-Integration vollständig.
Stolperstein 3: CMP-Kategorien nicht korrekt gemappt
Wenn im CMP die Kategorie "Analytics" nicht korrekt auf analytics_storage gemappt ist, wechselt das Signal nach Zustimmung nicht auf "granted".
Lösung: Im CMP-Backend die Kategorien-Zuordnung prüfen und sicherstellen, dass alle vier Signale (analytics_storage, ad_storage, ad_user_data, ad_personalization) korrekt abgedeckt sind.
Checklisten für die Praxis: Dein Action-Plan
Checkliste "Vor dem Start"
- Welche Shopware-Version nutze ich? (wichtig für Plugin-Kompatibilität) – falls du unsicher bist, lies kurz nach, wie du die Shopware-Version herausfinden kannst
- Welche Google-Tools setze ich ein? (GA4, Ads, GTM?)
- Habe ich ein CMP? Wenn ja, unterstützt es Consent Mode v2 nativ?
- Nutze ich Shopware-Bordmittel oder externe Plugins für Tracking?
- Wie viel monatlicher Umsatz/Traffic? (Entscheidung Make or Buy)
- Habe ich Zeit und Ressourcen für DIY oder brauche ich eine Agentur?
Checkliste "Nach der Implementierung"
- Consent-Signale vor Zustimmung auf "denied"?
- Consent-Signale nach Zustimmung auf "granted"?
- Google Tags feuern erst nach Zustimmung (Basic Mode)?
- Keine Doppel-Implementierung (GA4/Ads mehrfach eingebunden)?
- CMP-Banner zeigt alle erforderlichen Kategorien und Ablehnen-Option?
- Dokumentation erstellt (Setup, verwendete Tools, Versionen)?
Checkliste "Nach Updates" (Shopware, Plugins, CMP)
- Consent-Status prüfen (vor und nach Zustimmung)
- GA4 DebugView prüfen (kommen Events an?)
- Google Ads Diagnose prüfen (werden Conversions erfasst?)
- Banner-Flow testen (Ablehnen, Annehmen, Individuell speichern)
- Changelogs/Release-Notes gelesen (Breaking Changes?)
Rechtliche Leitplanken: Was dieser Artikel leistet – und was nicht
Dieser Beitrag erklärt die technische Umsetzung von Consent Mode v2 in Shopware 6. Er ist keine Rechtsberatung und macht deine Website nicht automatisch DSGVO-konform.
Consent Mode v2 steuert, wie Google Tags auf Einwilligungen reagieren – es ersetzt nicht deine DSGVO-Strategie, deine Datenschutzerklärung oder die rechtskonforme Gestaltung deines Cookie-Banners.
Was du zusätzlich brauchst:
- Eine rechtlich geprüfte Datenschutzerklärung
- Ein DSGVO-konformes Cookie-Banner (granulare Kategorien, Ablehnen-Button, keine Pre-Checks)
- Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) mit Google und anderen Tool-Anbietern
Bei Unsicherheit zu Banner-Texten, Kategorien, Datenflüssen oder rechtlichen Fragen: lass das von einem spezialisierten Anwalt prüfen.
Fazit: Deine nächsten Schritte
Du hast jetzt einen strategischen Überblick über Consent Mode v2 in Shopware 6. Du weißt, wann es dich betrifft, welche Setup-Optionen es gibt, wie viel Aufwand realistisch ist und wann sich externe Hilfe lohnt.
Die wichtigsten Takeaways:
- Consent Mode v2 ist Pflicht für alle GA4/Ads-Implementierungen in der EU – ignorieren riskiert Datenlücken und schlechtere Ads-Performance
- Basic Consent Mode ist für 90 % der Shops die richtige Wahl – einfach, datenschutzfreundlich, effektiv
- CMP mit nativer Consent Mode v2-Unterstützung ist der einfachste Weg für Standard-Setups (Aufwand 1–2 Stunden)
- GTM-Setup bietet mehr Kontrolle, erfordert aber technisches Know-how (Aufwand 3–5 Stunden oder Agentur)
- Shopware-Updates können Consent-Einstellungen beeinflussen – nach jedem Update kurz revalidieren
- Make or Buy: Unter 10.000 € Monatsumsatz und Standard-Setup? DIY mit gutem CMP. Darüber oder komplex? Agentur rechnet sich schnell
Dein Action-Plan für die nächsten 48 Stunden:
- Prüfe, ob du betroffen bist (Google-Tools + EU-Kunden + Cookie-Banner)
- Entscheide: Native CMP-Integration oder GTM-Setup?
- Wähle ein CMP mit Consent Mode v2-Support (falls noch nicht vorhanden)
- Setze Basic Consent Mode um (selbst oder per Agentur)
- Teste: Consent-Signale vor und nach Zustimmung prüfen
- Dokumentiere dein Setup und plane regelmäßige Revalidierung nach Updates
Wenn du dafür Unterstützung brauchst – insbesondere bei Google-Ads-Tracking oder komplexeren Setups – kann eine Google Shopping Agentur (bzw. Google-Ads-Agentur) die Implementierung und Validierung deutlich beschleunigen.
Mit diesem strategischen Fundament bist du bereit, Consent Mode v2 sauber umzusetzen – und legst die Basis für verlässliches, zukunftssicheres Tracking in deinem Shopware-Shop.
