Du kennst die Situation aus deinem Onlineshop: Tausende Visits über Google Shopping, SEO oder SEA – aber nur ein Bruchteil der Besucher kauft beim ersten Besuch. Das ist völlig normal und hat nichts mit mangelndem Interesse zu tun. Die meisten Nutzer befinden sich schlicht am Anfang ihrer Customer Journey: Sie sind gerade erst auf ein Problem gestoßen (Awareness), vergleichen Alternativen und Preise (Consideration) und kommen später zur Kaufentscheidung (Action). Genau hier setzt Remarketing für Google Shopping an – und wenn du dafür Unterstützung brauchst, kann eine Google Shopping Agentur beim Setup in Google Ads helfen.
Die wiederholte Ansprache von Interessenten kann im richtigen Moment der entscheidende Auslöser für eine Conversion sein. Nutzer, die bereits Interesse an deinem Produkt gezeigt haben, sind als Zielgruppe mit einem überdurchschnittlich hohen Wert einzuordnen. Diese nicht konvertierten Webseitenbesucher können mit dem effizienten Remarketing-Werkzeug von Google Ads von Interessenten zu echten Kunden werden.
In diesem Beitrag erfährst du, wie Remarketing Google Shopping funktioniert, welche Setups sinnvoll sind und welche Hebel wirklich Wirkung auf Umsatz, ROAS und Profitabilität haben. Du lernst, wie du deine Shopping-Performance durch gezielte Ansprache ehemaliger Besucher steigerst – strukturiert, messbar und praxisnah.

Was ist Remarketing und warum ist es für Google Shopping besonders stark?
Remarketing (auch Retargeting genannt) bedeutet im Online-Marketing, dass du Besucher deiner Webseite über verschiedene Trackingmethoden verfolgst, um potenzielle Kunden durch gezielte Anzeigenschaltung zu einem erneuten Besuch auf deiner Webseite zu bewegen. Ein zweiter Besuch auf der Webseite erhöht die Chance für einen Kauf und kann zum Anstieg der Conversion-Rate beitragen.
Bei einem Erstbesuch auf einer Webseite ist in den meisten Fällen, in denen die Besucher nicht direkt konvertieren, erst einmal die Aufmerksamkeit für dein Produkt oder deine Dienstleistung aufgetreten. Der potenzielle Kunde befindet sich daher noch am Anfang der Customer Journey. Darauf folgt die Phase der Abwägung und Überlegung, die bestmöglich in einer Aktion (Conversion) endet, welche durch erfolgreiche Bedürfnisbefriedigung eine langfristige Loyalität mit sich bringen kann.
Das Remarketing hilft dir in der Zeit zwischen dem ersten Besuch auf deiner Webseite und der Tätigung einer Aktion, also einem Kauf oder einer Bestellung, dabei im Gedächtnis der Konsumenten zu bleiben. Warum ist das gerade für Google Shopping so relevant? Google Shopping ist oft ein Preis- und Produktvergleichskanal: Nutzer schauen, vergleichen und kommen später zurück. Mehr Touchpoints sind nötig – der Erstkontakt erzeugt Aufmerksamkeit, der Kauf passiert häufig später.
Unterschied: Remarketing im Display-Netzwerk vs. RLSA vs. YouTube
Es gibt verschiedene Arten von Remarketing, die du kennen solltest:
- Display-Remarketing: Ausspielung auf über 2 Millionen Websites und Apps. Die gängigste Art des Remarketings ist die Anzeigenschaltung im Displaynetzwerk. Die Display-Anzeigen können auf ausgewählten Seiten oder Displaynetzwerk-Apps ausgespielt werden, wenn die Besucher diese entsprechenden Seiten aufrufen.
- Remarketing in der Suche (RLSA): Du kannst die Besucher, die deine Webseite besucht haben, ohne eine Aktion durchzuführen bzw. eine Conversion auszulösen, mit Suchanzeigen wiederholt ansprechen. Die Interessenten werden in Remarketing-Listen aufgenommen und können bis zu 540 Tage auf einer Liste bleiben.
- YouTube-Remarketing: Es gibt spezifische Listen für die Ansprache von Nutzern, die sich deine YouTube-Videos deiner Videokampagne angeschaut haben. Damit können die Anzeigen auf YouTube, Google-Videopartner-Webseiten und in der Google-Suche angezeigt werden.
Remarketing sorgt dafür, dass du in der Abwägungsphase im Gedächtnis bleibst. Der Vorteil: Budget wird auf Nutzer mit nachweislichem Interesse konzentriert – ein echter Effizienzhebel.
Customer Journey verstehen: Die Grundlage für deine Remarketing-Strategie
Um Remarketing sinnvoll einzusetzen, musst du verstehen, wo sich deine Nutzer in ihrer Kaufentscheidung befinden. Die Customer Journey lässt sich in folgende Phasen unterteilen:
- Awareness: Problem erkannt, erste Recherche
- Consideration: Alternativen, Produkte und Preise werden verglichen (typisch für Shopping)
- Action: Kauf oder Lead
- Loyalty: Wiederkauf, Up-/Cross-Sell (aber mit sinnvollen Ausschlüssen, um nicht zu nerven)
Die zentrale Frage lautet: Welche Remarketing-Listen passen zu welcher Phase? Je nach Position in der Customer Journey benötigst du unterschiedliche Ansprachen, Gebote und Budgets. Ein Nutzer, der gerade erst eine Kategorie angeschaut hat, braucht andere Impulse als jemand, der bereits Produkte in den Warenkorb gelegt hat.
Die wichtigsten Remarketing-Segmente für Google Shopping
Eine zentrale Regel lautet: Relevanz vor Reichweite. Lieber sauber segmentieren als alle verfolgen. Hier sind die wichtigsten Listen-Typen, die du kennen solltest:
1. Zeitbasierte Segmentierung (Recency = Kaufwahrscheinlichkeit)
Je kürzer der letzte Besuch her ist, desto höher die Conversion-Wahrscheinlichkeit. Das Grundprinzip lautet: Je kürzer der letzte Webseitenbesuch her ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nutzer durch die wiederholte Ansprache des Remarketings konvertiert. Mit Listen, die für die unterschiedlichen Zeiträume erstellt werden, können die Kampagnen speziell danach optimiert werden.
Praxis-Listen nach Zeitfenstern (Beispiele für Struktur):
- 1–3 Tage (heiß)
- 4–7 Tage
- 8–14 Tage
- 15–30 Tage
- 31–90 Tage (kälter, andere Botschaft/Angebote)
Listenmitgliedschaft: Nutzer können sehr lange in Listen bleiben (bis zu 540 Tage möglich) – aber deine Strategie sollte kürzere, sinnvollere Fenster nutzen. Budget- und Gebotslogik: aggressiver, je frischer der Besuch.
2. Intensitätsbasierte Segmentierung (Engagement = Wahrscheinlichkeit)
Mehr Seiten oder längere Aufenthaltsdauer bedeuten höhere Kaufneigung. Die Konvertierungswahrscheinlichkeit erhöht sich außerdem, wenn ein Nutzer sich intensiver mit deiner Webseite auseinandergesetzt hat. Bei der Optimierung der Kampagne ist es daher relevant, Listen nach der Aufenthaltsdauer auf der Webseite, der Anzahl von angeklickten Pages und der Art der Conversion zu nutzen.
Listen nach:
- Verweildauer (z. B. „sehr kurz" vs. „engagiert")
- Anzahl besuchter Seiten
- bestimmte Events (z. B. „Add to Cart", „Begin Checkout")
Konsequenz: engagierte Nutzer höher priorisieren; sehr kurze Besuche eher ausschließen.
3. Kategorie-/Produkt-Remarketing (Relevanz als Performance-Hebel)
Besucher, die sich in deinem Onlineshop Fernseher angeschaut haben, sind wahrscheinlich nicht daran interessiert, einen Standmixer zu kaufen – jedenfalls nicht im Moment. Es ist besonders wichtig, das Remarketing bei einer großen Produktvielfalt auf das Nutzerinteresse je nach Produktkategorien auszurichten. Es bringt keinen Mehrwert, wenn dem Kunden Anzeigen von Produkten geschaltet werden, die für ihn nicht relevant sind.
Grundregel: Nutzer wollen wieder das sehen, was sie interessiert hat (keine irrelevanten Produkte). Beispiel-Logik: Wer Fernseher angesehen hat, soll keine Küchenkleingeräte sehen. Relevanz führt zu höherer CTR, besserem Qualitätsfaktor und geringeren Klickkosten. Umsetzungsidee: Remarketing-Listen nach Produktkategorien oder Seitengruppen (Shop-Struktur als Grundlage).
4. Warenkorbabbrecher: Die wichtigste „Quick Win"-Zielgruppe
Ein wahrer Klassiker unter den Remarketing-Strategien ist die Ausrichtung an den sogenannten Shopping Cart Abandoners. Bei den Abandoners handelt es sich um die Nutzer, die online Produkte in den Einkaufswagen gelegt haben, ohne den Kauf zu tätigen. Diese Nutzer konvertieren mit höchster Wahrscheinlichkeit bei ihrem nächsten Besuch.
Die Nutzer, die bei ihrem letzten Besuch auf deiner Webseite bereits Produkte zu ihrem Einkaufswagen hinzufügten, haben ein besonders hohes Potenzial, beim nächsten Besuch den Einkauf fortzusetzen bzw. zu beenden. Die Werbebotschaft der Anzeige und die Marke sollten für diese Zielgruppe besonders erkennbar und relevant sein.
Differenzierung nach Abandoner-Typen (für relevantere Ansprache):
- Warenkorb mit 1 Produkt vs. mehrere Produkte
- Warenkorbwert hoch vs. niedrig
- wiederkehrende Abbrecher
Anforderungen an die Werbebotschaft: Marke muss sofort erkannt werden, Message muss zum Abbruchgrund passen (z. B. Versand, Retouren, Verfügbarkeit).

Moderne Remarketing-Setups: Performance Max und Standard Shopping kombinieren
Google Ads hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Performance Max (PMax) ist mittlerweile der zentrale Kampagnentyp für Shopping und hat klassische Shopping-Kampagnen teilweise abgelöst. Für Remarketing bedeutet das: Du musst verstehen, wie Zielgruppen-Signale in PMax funktionieren und wo Standard Shopping noch sinnvoll ist.
Performance Max: Zielgruppen-Signale statt klassischer Listen-Einbindung
In Performance Max bindest du Remarketing-Listen nicht als Gebotsanpassung ein, sondern als Zielgruppen-Signal. Das bedeutet: Du gibst Google einen Hinweis, welche Nutzergruppen besonders wertvoll sind. Der Algorithmus nutzt diese Information, um die Ausspielung zu optimieren – aber du hast keine direkte Gebotskontrolle mehr.
Wichtig: Setze mehrere, klar abgegrenzte Zielgruppen-Signale (z. B. Warenkorbabbrecher, Kategorie-Besucher 1–7 Tage, Produktdetailseiten-Besucher). Google lernt aus den Signalen und priorisiert automatisch. Du solltest in PMax außerdem Conversion-Werte sauber hinterlegen, damit der Algorithmus wirtschaftlich optimieren kann. Ohne korrekte Werte optimiert PMax auf Conversion-Anzahl statt auf Profit.
Standard Shopping: Weiterhin relevant für manuelle Kontrolle
Standard Shopping-Kampagnen sind nicht tot. Sie bieten dir nach wie vor die Möglichkeit, Gebote manuell oder per Smart Bidding zu steuern und Remarketing-Listen klassisch einzubinden (Variante A: Bid-Modifier oder Variante B: separate Kampagnen).
Wann Standard Shopping sinnvoll ist: Du willst maximale Kontrolle über Gebote und Budgets. Du hast ein sehr spezifisches Sortiment oder Margen-Anforderungen, die PMax nicht zuverlässig lernt. Du willst Remarketing und Neukunden klar getrennt steuern (z. B. unterschiedliche ROAS-Ziele). Hybride Strategie empfohlen: PMax für Reichweite und automatisierte Performance, Standard Shopping für gezielte Remarketing-Ansprache mit manueller Steuerung.
Gebote, Budgets und wirtschaftliche Steuerung: Marge statt nur ROAS
Viele E-Commerce-Shops optimieren auf ROAS (Return on Ad Spend) – aber das ist nur die halbe Wahrheit. Ein ROAS von 400 % kann profitabel sein oder Verlust bedeuten, je nach Produktmarge.
Warum Marge und Deckungsbeitrag entscheidend sind
Beispiel: Produkt A kostet 100 €, hat 20 € Wareneinsatz, 10 € Versand/Retoure, 5 € Payment/Fulfillment. Deckungsbeitrag vor Marketing: 65 €. Bei 10 € Werbekosten bleibt ein Gewinn von 55 €. ROAS = 1000 %. Produkt B kostet 100 €, hat 80 € Wareneinsatz, 10 € Versand, 5 € Fulfillment. Deckungsbeitrag vor Marketing: 5 €. Bei 10 € Werbekosten machst du 5 € Verlust – trotz ROAS 1000 %.
Die Konsequenz: Du musst Gebote und Budgets nach Deckungsbeitrag steuern, nicht nach Umsatz. Produkte mit hoher Marge können höhere CPCs vertragen. Produkte mit niedriger Marge brauchen niedrigere CPCs oder sollten gar nicht beworben werden.
Profit-basierte Feeds und Value Rules in Google Ads
Google Ads bietet zwei Wege, um Marge in die Optimierung einfließen zu lassen: Value Rules (Conversion-Wert-Regeln): Du passt den Conversion-Wert für bestimmte Produkte, Kategorien oder Zielgruppen an. Beispiel: Hochmarge-Produkte bekommen 150 % Wert, Niedrigmarge-Produkte 50 %. Der Algorithmus optimiert dann automatisch auf den angepassten Wert. Profit-Feeds: Du hinterlegst im Merchant Center nicht den Verkaufspreis, sondern den Deckungsbeitrag (oder einen angepassten Wert). Smart Bidding optimiert dann direkt auf Profit statt auf Umsatz.
Empfehlung für Remarketing: Nutze Value Rules, um Remarketing-Conversions höher zu bewerten (z. B. +20 %), wenn diese Nutzer höhere Warenkörbe oder bessere Retourenquoten haben. Damit lenkst du Budget automatisch in Richtung profitabler Zielgruppen.
Bid-Modifiers sinnvoll einsetzen
In Standard Shopping kannst du Bid-Modifiers für Remarketing-Listen setzen. Starte mit moderaten Werten (+10–20 %) und justiere nach Datenlage. Nutzer mit hohem Engagement (z. B. mehrere Besuche, lange Verweildauer) können +30–50 % vertragen. Warenkorbabbrecher oft noch mehr (+50–100 %), weil die Conversion-Wahrscheinlichkeit deutlich höher ist.
Wichtig: Überwache nicht nur ROAS, sondern auch absolute Profitabilität. Ein Segment mit ROAS 300 % kann profitabler sein als eines mit 500 %, wenn die Marge passt.
Ausschlüsse und Frequency Capping: Budget schonen, Relevanz erhöhen
Je nach Produkt und Branche kann es sinnvoll sein, Kunden, die kürzlich bei dir gekauft haben, nicht weiterhin mit deinen Anzeigen zu „bombardieren". In vielen Fällen ist die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Bestellung im selben Onlineshop direkt im Anschluss an einen Einkauf gering. Es besteht die Möglichkeit, Kunden nach einem Kauf temporär zu auszuschließenden Remarketing-Listen hinzuzufügen.
Käufer ausschließen
Käufer ausschließen, um „Werbebombardement" nach dem Kauf zu vermeiden. Zeitlich begrenzter Ausschluss (z. B. 30 Tage), sinnvoll bei Verbrauchsprodukten (danach wieder ansprechbar). Für die Ausschlusslisten können Zeitlimits festgelegt werden, nach deren Ablauf die Kunden wieder zu den Remarketing-Listen hinzugefügt und erneut angesprochen werden.
Dies geht ganz einfach, indem eine Zielgruppe mit eben diesen Nutzern erstellt wird. In den entsprechenden Kampagnen wird diese Zielgruppe dann als auszuschließende Zielgruppe hinzugefügt. Dieses Vorgehen eignet sich vor allem dann, wenn es sich bei den beworbenen Produkten um Verbrauchsgegenstände handelt.
„Low-Intent"-Besucher ausschließen
Ein weiterer Fall, in dem es effektiv ist, Nutzer auszuschließen, tritt bei besonders kurzen Webseitenbesuchen auf. Du kannst Listen mit Nutzern erstellen, die deine Seite kurz nach dem Anklicken wieder verlassen haben, und diese von der Remarketing-Liste ausschließen, um erneute Ausspielungen an diese Nutzer zu vermeiden.
„Low-Intent"-Besucher ausschließen (z. B. sehr kurze Pagetime unter 10 Sekunden), um Budget nicht zu verbrennen. Je kürzer sich die Nutzer auf deiner Website aufhalten, desto geringer die Conversion-Wahrscheinlichkeit. Logik: weniger Streuverluste führen zu höherer CTR und meist sinkendem CPC.
Frequency Capping nutzen
Wird Werbung derselben Zielgruppe innerhalb kurzer Zeit vermehrt angezeigt, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die User auf die Anzeige klicken und konvertieren. Um das zu verhindern, sollten Werbetreibende das Frequency-Capping-Feature von Google Ads nutzen. So kann festgelegt werden, wie oft eine Anzeige an einzelne Nutzer ausgespielt wird.
Das „Frequency Capping" gibt an, wie häufig eine Anzeige dem Nutzer gezeigt werden soll. Es ist empfehlenswert, die Inhalte nur zu einem gewissen Maße zu präsentieren, um zu verhindern, dass sich die potenziellen Kunden verfolgt und gestört fühlen. Ratsam ist es, jede Woche nicht mehr als drei bis fünf Werbeinhalte pro Anzeigengruppe zu schalten. Die Anzeigen bleiben dadurch relevanter, was sich in einer höheren Click-Through-Rate und einer niedrigeren Cost-per-Click niederschlägt.
Zum Überprüfen der Ausspielung der Anzeigen und um festzustellen, wie häufig eine Anzeige einem Nutzer in einem bestimmten Zeitraum tatsächlich angezeigt wird, gibt es die Kennzahl „durchschnittliche Impressions-Häufigkeit pro Nutzer".
Tracking, Daten, Feed und Merchant Center: Technische Voraussetzungen
Remarketing-Listen müssen existieren (Google Ads und/oder Import aus Analytics). Vorteil Analytics-Import: Zielgruppen können auf Basis vieler Verhaltensdaten erstellt werden (Seiten, Zeit, Events).
Tagging-Grundlagen
Die einfachste Variante, den Tag einzufügen, ist die Verwendung vom Google Tag Manager. Dieser pflegt das Tag automatisch auf den einzelnen Webseiten ein. Es ist wichtig, dass das Remarketing-Tag auf allen Seiten implementiert ist. Dies gehört zur Grundeinstellung des Google Tag Managers. Tag auf allen Seiten implementieren. Google Tag Manager als einfache und skalierbare Implementierung (besonders in komplexeren Shops).
Datenschutz und Compliance
Das Remarketing-Tag darf nicht mit personenidentifizierbaren oder vertraulichen Informationen erstellt sein. Es ist wichtig, dass du die Richtlinien von Google bei der Erstellung berücksichtigst. Keine personenbezogenen oder vertraulichen Informationen im Remarketing-Tag. Google-Richtlinien beachten. Consent-Management als Voraussetzung für valide Daten.
Feed, Merchant Center und Datenqualität
Die Voraussetzung für die Nutzung von dynamischem Remarketing ist ein Datenfeed mit Informationen zu deinen Produkten oder deiner Dienstleistung. Produktdatenfeed ist Voraussetzung für Shopping und Grundlage für dynamische Produktansprache.
Konsequenz für Performance: Saubere Produktdaten führen zu besserer Relevanz und damit zu besserer CTR und Conversion. Hinweise, welche Feed-Felder typischerweise performancekritisch sind: Titel/Produktname, Bilder, Preis/Verfügbarkeit, GTIN/MPN, Kategorien, Varianten.
Prozessbezug: Feed-Optimierung ist keine Einmalaufgabe, sondern laufend nötig (Sortiment, Preise, Verfügbarkeit ändern sich). Einen Produktdatenfeed benötigst du unter anderem auch, wenn du Google Shopping Ads schalten möchtest.
Dynamisches Remarketing
Die Ansprache der Kunden mit dynamischen Remarketing-Anzeigen kann die zielgruppengenaue Ausrichtung auf das Interesse der Nutzer noch intensivieren. Die Werbebotschaften der Anzeigen können sich genau auf die Produkte beziehen, für die sich die Konsumenten auf deiner Webseite interessiert haben.
Durch die Verknüpfung des Produktdatenfeeds mit den dynamischen Anzeigen können alle Produkte des Inventars in die Anzeigen aufgenommen werden und jeder Kunde genau zu dem Punkt zurückgeführt werden, an dem der Besuch beim letzten Mal abgebrochen ist. Ein weiterer Vorteil von dynamischen Anzeigen ist, dass Google immer die Kombination mit der bestmöglichen Performance für die einzelnen Produkte ermittelt und schaltet.
Grundprinzip: Werbemittel müssen zur Zielgruppe passen und Wiedererkennung schaffen (Brand plus Botschaft). Dynamisches Remarketing als Konzept: Anzeigen zeigen Produkte, die Nutzer wirklich angesehen haben. Feed-Verknüpfung ermöglicht Abbildung des gesamten Inventars in dynamischen Motiven. Google testet Kombinationen und Variationen und spielt performante Varianten aus.
Reporting und Optimierungsroutine: So triffst du sichere Entscheidungen
Um die Leistung zu vergleichen, lässt du dir am besten alle Kampagnen in Google Ads anzeigen und erstellst unter „Zielgruppen" einen Filter nur für den Kampagnentyp „Shopping". In der Summenzeile findest du nun die akkumulierten Werte aller Shopping-Kampagnen. Alternativ lassen sich die KPI auch traditionell über eine Excel-Pivot-Tabelle generieren.
Konkrete Kennzahlen im Remarketing Google Shopping
- CTR als Signal für Relevanz der Ansprache: Remarketing sollte oft höhere CTR haben. Bei den Klickraten belief sich die Verbesserung zwischen +17 % und +50 %.
- Conversion Rate als Kernargument: warum höhere CPCs trotzdem sinnvoll sein können. Bei den Conversion-Raten zwischen +200 % und +160 %.
- CPC-Entwicklung nach Listen: kann steigen, aber wirtschaftlich bleiben. Dadurch konnten selbst mit höheren CPC-Geboten (+11 % bis +16 %) die wirtschaftlichen Ziele erreicht werden.
- ROAS/POAS bzw. Profitabilität: warum du lieber auf Marge und Deckungsbeitrag schaust als nur auf ROAS. POAS (Profit on Ad Spend) ist die bessere Kennzahl, weil sie die tatsächliche Wirtschaftlichkeit abbildet.
- „Durchschnittliche Impressions-Häufigkeit pro Nutzer": zur Kontrolle des Frequency Cappings
- Segment-Vergleich: Remarketing-Nutzer vs. neue Nutzer (Performance-Gap sichtbar machen)
- Zeitfenster für Bewertung: genug Daten sammeln, bevor man Gebotsfaktoren hart anpasst. Mindestens 2–4 Wochen Daten sind sinnvoll, um statistisch valide Aussagen zu treffen.
Test- und Optimierungsroutine (als wiederholbarer Ablauf)
- Tracking und Listen sauber aufsetzen
- Erste Segmentierung (Recency plus Abandoners plus Kategorien)
- In Shopping einbinden (Standard Shopping mit Bid-Modifiers oder PMax mit Zielgruppen-Signalen)
- Daten sammeln, dann Bid-Modifiers oder Value Rules anpassen
- Wenn Skalierung nötig: separate Kampagnen oder erweiterte Segmentierung prüfen
- Ausschlüsse und Frequency Capping nachziehen
- Feed, UX und Checkout-Probleme identifizieren, die Remarketing „nur überdeckt" (wichtig: Ursache statt nur Symptombehandlung)
Die regelmäßige Auswertung der Einstellungen, um den Erfolg der aktuellen Strategie zu überprüfen, ist besonders wichtig, um die Kampagne langfristig zu optimieren. Es ist unter Umständen nötig, verschiedene Einstellungen zu testen, um den maximalen Erfolg zu erreichen.
Entscheidungsmatrix: Wann welches Setup?
Um dir die Entscheidung zu erleichtern, hier eine kompakte Übersicht:
| Situation | Empfohlenes Setup | Begründung |
|---|---|---|
| Kleines Team, begrenztes Budget | Performance Max mit Zielgruppen-Signalen | Weniger Pflegeaufwand, automatisierte Optimierung |
| Maximale Kontrolle nötig, komplexes Sortiment | Standard Shopping mit Bid-Modifiers | Manuelle Steuerung, klare Trennung möglich |
| Hohe Margen-Unterschiede zwischen Produkten | Value Rules oder Profit-Feeds | Optimierung auf Deckungsbeitrag statt Umsatz |
| Warenkorbabbrecher priorisieren | Separate Liste mit hohem Bid-Modifier (+50-100%) | Höchste Conversion-Wahrscheinlichkeit |
| Viele irrelevante Klicks (niedrige CTR) | Low-Intent-Besucher ausschließen, Kategorie-Segmentierung | Relevanz erhöhen, Kosten senken |
Häufige Fehler, die du vermeiden solltest
- Zu breite Zielgruppen ohne Segmentierung: hoher Streuverlust. Es bietet sich zwar an, mit der „Aggressiven Ausrichtung" so viele Konsumenten, wie es der CPC und das Budget zulassen, zu erreichen, aber zu empfehlen ist es, mit der nicht automatischen Ausrichtung die Ausspielung so zielgerichtet wie möglich einzustellen. Je breiter die Automatisierung ist, desto weiter wird die Kampagne ausgespielt. Dies hat wiederum mehr Streuverluste, weniger Conversions und höhere Kosten zur Folge.
- Keine Ausschlüsse: Käufer werden weiter beworben, Budget verpufft
- Zu aggressive Frequenz: Banner-Blindness, sinkende CTR
- Falsche Erwartung: Remarketing ersetzt keine Shop-UX und kein gutes Angebot
- Remarketing ohne saubere Messlogik: Attribution und Conversions unklar
- Produktkategorie-Interessen ignorieren: irrelevante Anzeigen führen zu schlechterer Performance
- Zu viele kombinierte Targetings: nicht zu stark einschränken durch zu viele kombinierte Targetings (zu eng führt zu Reichweitenverlust, Lernen erschwert). Es ist wichtig, bei dieser Anwendung auf die Auswahl der Ausrichtungsmethode zu achten. Es ist sinnvoll, die Ausrichtung nicht durch die Kopplung mehrerer Merkmale und Interessen einzuschränken. Stattdessen ist eine breite Ausrichtung zielführender.
- Nur auf ROAS optimieren statt auf Profit: Hoher ROAS kann Verlust bedeuten, wenn die Marge niedrig ist
- Performance Max ohne Value Rules: Der Algorithmus optimiert dann auf Conversion-Anzahl statt auf wirtschaftlichen Erfolg
Quick-Start: In 60 Minuten starten
- Prüfe, ob das Remarketing-Tag auf allen Seiten implementiert ist (Google Tag Manager)
- Erstelle mindestens drei Listen: Alle Besucher (1–30 Tage), Warenkorbabbrecher, Käufer (zum Ausschluss)
- Entscheide: Performance Max (Zielgruppen-Signale) oder Standard Shopping (Bid-Modifiers)
- Setze moderate Gebotsfaktoren: +20 % für Warenkorbabbrecher, +10 % für alle Besucher (bei Standard Shopping) oder füge die Listen als Signale in PMax hinzu
- Schließe Käufer aus (temporär 30 Tage)
In 30 Tagen optimieren
- Werte CTR, Conversion-Rate, CPC und POAS nach Listen aus
- Passe Gebotsfaktoren oder Value Rules basierend auf Performance an
- Erstelle zeitbasierte Listen (1–3 Tage, 4–7 Tage, 8–14 Tage)
- Erstelle kategoriebasierte Listen für deine Top-Kategorien
- Implementiere Frequency Capping (max. 3–5 Anzeigen pro Woche)
- Prüfe, ob separate Kampagnen sinnvoll sind (nur bei hohem Kontrollbedarf)
- Analysiere Profit statt nur ROAS: Welche Segmente sind wirklich wirtschaftlich?
Fazit: Remarketing als Performance-Hebel – wenn Segmentierung, Daten und wirtschaftliche Steuerung stimmen
Das Remarketing ist eine besonders effektive Methode, die Umsätze zu erhöhen. Mit dem Fokus auf potenzielle Kunden, die durch die Feststellung des eigenen Bedarfs auf dein Produkt oder deine Dienstleistung aufmerksam geworden sind, ist die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufs sehr hoch. Es gibt die Möglichkeit, große Mengen an Daten über die Nutzer zu sammeln, um die Anzeigen so genau wie möglich auf die Bedürfnisse der Nutzer auszurichten. Umso zielgerichteter eine Kampagne ausgerichtet ist, desto erfolgsversprechender ist sie.
Die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst: Segmentierung ist entscheidend – Recency, Engagement, Kategorie und Abandoner-Status machen den Unterschied zwischen Streuverlust und Performance. Performance Max und Standard Shopping können sich ergänzen: PMax für Reichweite und Automatisierung, Standard Shopping für manuelle Kontrolle. Wirtschaftliche Steuerung bedeutet: auf Marge und Deckungsbeitrag optimieren, nicht nur auf ROAS. Value Rules und Profit-Feeds sind moderne Werkzeuge, die du nutzen solltest. Ausschlüsse und Frequency Capping senken Kosten und erhöhen Relevanz – Käufer und Low-Intent-Besucher sollten ausgeschlossen werden. Tracking und Feed-Qualität sind die Basis – ohne saubere Daten funktioniert keine Optimierung. Remarketing ist kein Ersatz für Shop-UX, Produktangebot oder Checkout-Prozess – es überdeckt Probleme nur, löst sie aber nicht.
Mit den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten für das Remarketing Google Shopping lassen sich mit Sicherheit die richtigen Einstellungen für deine Werbeziele einstellen. Die Nutzer deiner Remarketing-Listen können in verschiedenen Netzwerken angesprochen werden. Die Ausspielung kann über mehr als 2 Millionen Webseiten und Apps stattfinden. Deine Präsenz bei der Zielgruppe steigt durch die vermehrte Ausspielung deines Angebots.
Die Strategie der Ausrichtung der Kampagne kann nach den Anzeigengruppen eingestellt sein. Je nach dem Nutzerverhalten können die Webseitenbesucher unterschiedlich angesprochen werden. Die Auswertung der Performance der Kampagne ist transparent und jederzeit über die Statistiken durchführbar.
Remarketing ist eines der wichtigsten Werkzeuge im Performance-Marketing, um potenzielle Kunden schnell auf die nächste Stufe im Kaufprozess bzw. Funnel zu heben. Diese wirtschaftlich wertvolle Zielgruppe sollten Kampagnenmanager im Fokus haben, um eine optimale Performance zu erzielen. Starte mit den Quick-Start-Schritten, sammle Daten, optimiere basierend auf wirtschaftlichen Kennzahlen – und konzentriere dich auf die 20 % Maßnahmen, die 80 % der Performance bringen: Warenkorbabbrecher, zeitbasierte Segmentierung und wirtschaftliche Steuerung über Value Rules.
