Die Global Trade Item Number (GTIN) ist das Fundament deiner Google-Shopping-Strategie. Ohne eindeutige und korrekt gepflegte Produktkennzeichnung können deine Artikel nicht richtig identifiziert, kategorisiert und in Google Shopping ausgespielt werden.
Seit Juni 2025 gelten verstärkte Anforderungen an die Datenqualität. Google hat die Standards deutlich verschärft, und Unternehmen müssen verstanden haben, dass saubere Produktdaten ein entscheidender Erfolgsfaktor sind. Fehlende oder falsche Kennziffern führen zu Warnungen im Merchant Center, können zur Ablehnung von Artikeln führen und bedeuten, dass deine Produkte nicht beworben werden können.
Was bedeutet das?
Die GTIN (Global Trade Item Number), früher als EAN (European Article Number) bekannt, ist eine weltweit eindeutige Produktkennung aus 13 oder 8 Ziffern, die Produkte maschinenlesbar macht und von der GS1-Organisation vergeben wird. Sie befindet sich standardmäßig unter dem Barcode auf der Verpackung.
Im Kontext von Google Shopping wird die GTIN über das gtin-Attribut im Produktfeed angegeben und dient Google als Schlüssel zur eindeutigen Produktidentifikation und -kategorisierung. Jede Produktvariante – unterschiedliche Farben, Größen oder Motive – braucht eine eigene GTIN. Google nutzt diese Kennung, um deine Produkte eindeutig zuzuordnen, mit Konkurrenzprodukten zu vergleichen und besser zu kategorisieren.
Die Begriffe EAN und GTIN werden im Alltag synonym verwendet – EAN war der frühere europäische Standard, GTIN ist heute der globale Oberbegriff. Google akzeptiert neben der GTIN auch die MPN (Manufacturer Part Number – Herstellerteilenummer) und die Marke als alternative oder ergänzende Produktkennzeichnungen im Feed.
Warum ist das Thema wichtig?
Google Shopping ist einer der wichtigsten Werbekanäle für E-Commerce. Täglich suchen Millionen von Menschen über Google nach Produkten, und deine Anzeigen erscheinen prominent mit Bild, Preis und Verfügbarkeit. Aber hier ist der entscheidende Punkt: Google liest nicht einfach deine Website aus. Stattdessen wertet Google deinen Produktfeed aus – die strukturierten Daten, die du über das Merchant Center hochlädst.
Seit Juni 2025 gelten verstärkte Anforderungen an die Datenqualität. Die Datenqualität beeinflusst direkt die Shopping-Performance. Eine fehlende oder falsche GTIN führt zu Warnungen im Merchant Center, kann zur Ablehnung von Artikeln führen und bedeutet, dass deine Produkte nicht in Google Shopping beworben werden können.
Eine saubere Produktkennzeichnung hat messbaren Business-Impact:
- Conversion-Rate-Steigerung: Shops mit korrekter GTIN-Verwaltung können Conversion-Rate-Steigerungen von bis zu 20 Prozent erreichen
- Höhere Impressionsrate: Deine Produkte werden öfter gezeigt, weil Google sie korrekt kategorisieren kann
- Bessere Relevanz: Zielgenauere Ausspielung deiner Shopping-Anzeigen führt zu höheren Klickraten
- Weniger wasted Clicks: Nutzer klicken auf relevantere Anzeigen, die ihre Suchabsicht besser erfüllen
- Präzisere Produktzuordnung: Cross-Border-Handel wird einfacher, wenn Produkte weltweit eindeutig identifizierbar sind
- Weniger Feed-Probleme: Saubere Daten reduzieren Warnungen und Ablehnungen im Merchant Center erheblich
- Bessere Duplikat-Vermeidung: Google kann doppelte oder ähnliche Produkte zuverlässiger identifizieren
Wichtige Arten, Bereiche und Komponenten
Die GTIN ist nicht die einzige Produktkennung, die Google akzeptiert. Tatsächlich arbeitet Google mit einem Set aus drei akzeptierten Identifiern zusammen, die sich gegenseitig ergänzen und zusammen ein robustes Produktidentifikationssystem bilden.
GTIN (Global Trade Item Number)
Dies ist der primäre Identifier für handelsübliche Produkte. Die GTIN wird von der GS1-Organisation vergeben und verwaltet und besteht aus 13 oder 8 Ziffern. Sie findet sich unter dem Barcode auf der Verpackung. Für Google ist die GTIN der wichtigste Identifier – wenn für ein Produkt eine GTIN existiert, muss sie angegeben werden. Es gibt keine Ausnahme von dieser Regel, außer in speziellen Fällen wie gebrauchten Produkten oder handgefertigten Stücken.
MPN (Manufacturer Part Number)
Die Herstellerteilenummer ist eine vom Hersteller vergebene Kennung. Sie ist nicht standardisiert wie die GTIN, aber für viele Produkttypen eindeutig. Die MPN hilft Google besonders bei Produkten, für die keine GTIN existiert oder bei denen mehrere Hersteller involviert sind. Google empfiehlt, sowohl die GTIN als auch die MPN anzugeben, um die Produktidentifikation zu verbessern und die Robustheit deiner Daten zu erhöhen.
Brand (Marke)
Die Marke ist ebenfalls ein akzeptierter Identifier und wird von Google als Teil der Produktidentifikation genutzt. Bei Bekleidung und Accessoires ist das Markenfeld sogar zwingend erforderlich. Die Marke hilft Google, Produkte besser einzuordnen und Dubletten zu vermeiden. Eine korrekte Markenangabe ist essenziell für die richtige Produktkategorisierung.
Varianten und Produktkombinationen
Ein kritischer Punkt: Wenn ein Produkt in mehreren Varianten erhältlich ist – zum Beispiel ein T-Shirt in Rot und Blau oder Schuhe in Größe 40 und 42 – braucht jede Variante eine eigene GTIN. Das gleiche Grundprodukt mit unterschiedlichen Ausprägungen wird von Google als separate Artikel betrachtet, und jeder Artikel braucht seine eigene, eindeutige Kennung. Das ist auch für deine Warenwirtschaft wichtig, denn jede Variante hat eine eigene SKU (Stock Keeping Unit) und muss einzeln bestandsverwaltbar sein. Eine häufige Fehlerquelle ist, dass mehrere Varianten die gleiche GTIN bekommen – das führt zu Merchant-Center-Fehlern und falscher Produktzuordnung.
Überblick und Vergleich
Um die Unterschiede zwischen den einzelnen Produktkennzeichnungen und deren Relevanz im Google-Shopping-Kontext zu verdeutlichen, hier ein strukturierter Überblick:
| Identifier | Format | Herkunft | In Google Shopping erforderlich? | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| GTIN | 13 oder 8 Ziffern | GS1-Organisation | Ja, wenn vorhanden | Weltweit standardisiert, unter dem Barcode, höchste Priorität, muss angegeben werden wenn existiert |
| MPN | Alphanumerisch, variabel | Hersteller | Empfohlen | Nicht standardisiert, aber spezifisch, hilft bei fehlender GTIN, erhöht Identifikationssicherheit |
| Brand | Text | Hersteller/Herkunft | Teilweise Pflicht | Bei Bekleidung/Accessoires zwingend erforderlich, unterstützt Kategorisierung und Duplikat-Vermeidung |
Bei Bekleidung und Accessoires ist die Marke besonders kritisch. Fehlende Markenangaben können dort zu Ablehnungen führen. Eine vollständige Kombination aller drei Identifier – GTIN, MPN und Brand – schafft die robusteste Grundlage für korrekte Produktidentifikation.
So funktioniert es in der Praxis
Die praktische Umsetzung beginnt in deiner Warenwirtschaft und endet mit der Ausspielung in Google Shopping. Hier ist die vollständige Verkettung:
Der Weg von der Warenwirtschaft zum Merchant Center
Der Weg deiner Produktdaten beginnt in deiner Warenwirtschaft – ob JTL-Wawi, Shopware, Shopify, WooCommerce oder ein anderes System. Dort pflegst du die Grunddaten: Produktname, Beschreibung, Preis, Bestand und die GTIN. Diese Daten werden dann in deinen Shop exportiert und über ein Feed-Template strukturiert. Der Feed ist eine Datei (XML, CSV oder TXT), die alle deine Artikel mit ihren Attributen enthält.
Dieser Feed wird dann ins Google Merchant Center hochgeladen oder über eine Schnittstelle automatisch synchronisiert. Google liest die Feed-Daten und gleicht sie mit der gtin-Spalte ab. Sind die Daten vollständig und plausibel, werden deine Produkte freigegeben. Fehlen GTINs oder sind sie falsch, erhältst du Warnungen oder Ablehnungen.
Die Feed-Daten werden dann an Google Ads weitergegeben. Dort dienen sie als Basis für deine Shopping-Kampagnen – sowohl für Standard-Shopping-Kampagnen als auch für Performance-Max-Kampagnen, die dein Produktinventar kanalübergreifend ausspielen (Search, YouTube, Discover, Gmail, Maps).
Feed-Template und GTIN-Attribut
Im praktischen Aufbau deines Feeds muss das gtin-Attribut korrekt hinterlegt sein. Im XML-Format sieht das beispielsweise so aus: <g:gtin>5901234123457</g:gtin>. Für JTL-Shop, Shopware oder Shopify bedeutet das: Das GTIN-Feld muss in der Produktverwaltung ausgefüllt und im Feed-Export berücksichtigt werden.
Viele Shop-Systeme haben vordefinierte Feed-Templates; hier ist es wichtig, dass das GTIN-Feld nicht übersehen wird. Typische Zuordnungen:
- JTL-Wawi: GTIN wird in den Artikel-Eigenschaften gepflegt und über das JTL-Shop-Feed-Template exportiert – das Mapping muss explizit im Feed-Template konfiguriert werden, damit die GTIN-Spalte aus der Wawi in die Google-Feed-Spalte übernommen wird
- Shopware: GTIN-Feld in den Produktdetails unter Custom Fields oder Standard-Attribut, wird über Feed-Export berücksichtigt
- Shopify: Barcode-Feld in den Produktdetails, wird als GTIN in den Google-Feed übernommen
- WooCommerce: Über Custom Fields oder Plugins wie Yoast SEO, dann im Feed-Export konfiguriert
Synchronisierung und Aktualisierungen
Besonders bei Shops mit großem Sortiment empfehlen wir, die GTIN-Pflege als festen Bestandteil des Produktdaten-Prozesses zu verankern:
- Bei Produktanlage: GTIN direkt miterfassen (von Verpackung, Hersteller oder Datenbank)
- Bei Bestandsupdates: GTIN-Daten mitkontrollieren und sicherstellen, dass Varianten richtig gekennzeichnet sind
- Vor Feed-Upload: Prüfung auf fehlende GTINs durchführen – automatisierte Validierungsskripte oder Regelwerke helfen hier
- Regelmäßige Audits: Wöchentlich oder monatlich die Feed-Qualität im Merchant Center prüfen und KPIs tracken
Je größer dein Sortiment, desto wichtiger wird ein sauberes Identifier-Management. Automatisierte Prozesse helfen dabei, GTINs konsistent zu halten und Fehler zu vermeiden. Die Priorisierung sollte dabei auf den größten Kategorien und den umsatzstärksten Produkten liegen – nicht auf dem gesamten Katalog gleichzeitig.
Schnittstellen zwischen Systemen
Besonders kritisch ist die Schnittstelle zwischen deiner Warenwirtschaft und deinem Shop sowie zwischen Shop und Merchant Center. Wenn die GTIN in der Wawi gepflegt wird, muss sie auch im Shop ankommen und von dort in den Feed übergehen. Viele technische Probleme entstehen, weil die Übertragung zwischen Systemen fehlerhaft ist – nicht, weil die Daten nicht vorhanden sind. Deshalb sollte die Datensynchronisierung regelmäßig überprüft werden. Ein konkreter Testprozess: Wähle 5-10 Referenzprodukte aus deiner Warenwirtschaft, verfolge ihre GTIN-Angabe durch alle Systeme (Shop-Datenbank, Feed-Datei, Merchant Center) und dokumentiere, ob die Werte konsistent bleiben.
Typische Probleme, Risiken oder Fehler
In der Praxis entstehen immer wieder die gleichen Fehler. Viele lassen sich vermeiden, wenn man die typischen Fallen kennt.
Fehlende GTIN-Angaben
Der häufigste Fehler: Produkte werden hochgeladen, ohne dass eine GTIN angegeben wird – obwohl für das Produkt eine existiert. Das führt direkt zu Warnungen im Merchant Center mit der Fehlermeldung „GTIN: Missing GTIN". Im schlimmsten Fall werden betroffene Artikel von Google abgelehnt und können nicht in Google Shopping beworben werden.
Die Regel ist eindeutig: Wenn für ein Produkt eine GTIN existiert, muss sie angegeben werden. Das ist eine Google-Richtlinie ohne Ausnahme, es sei denn, es handelt sich um spezielle Sonderfälle wie gebrauchte Produkte, handgefertigte Stücke oder Einzelanfertigungen, die explizit mit identifier_exists: false gekennzeichnet werden müssen.
Falsche oder unplausible GTINs
Ein zweites großes Problem: Die GTIN ist vorhanden, aber falsch. Das kann passieren, wenn:
- Eine Nummer aus dem falschen Produkt kopiert wurde
- Die GTIN mit Leerzeichen oder Sonderzeichen eingegeben wurde
- Eine interne Bestandsnummer fälschlicherweise als GTIN genutzt wurde
- Die GTIN zu einer anderen Marke oder einem anderen Hersteller gehört
- Eine unvollständige Nummer eingegeben wurde (zu wenige oder zu viele Ziffern)
Google erkennt manche dieser Fehler und warnt dich mit „GTIN: Invalid format". Andere Fehler bleiben unbemerkt und führen dazu, dass dein Produkt falsch kategorisiert oder mit einem anderen Produkt verwechselt wird. Das kann deine Shopping-Performance massiv schädigen und zu niedrigeren Conversion-Raten führen.
Inkonsistente Produktdaten
Die GTIN passt nicht zu anderen Produktdaten – etwa zur Marke oder zum MPN. Beispiel: Die GTIN gehört zu einem Adidas-Schuh, aber in deinem Feed ist die Marke als „Nike" angegeben. Google erkennt diese Inkonsistenz und kann das Produkt nicht korrekt einordnen.
Besonders kritisch wird es bei Produktvarianten: Wenn du zwei Größen eines Schuhs mit der gleichen GTIN anmeldest, wird Google das als Fehler erkennen. Jede Größe braucht ihre eigene GTIN – weil es faktisch zwei verschiedene Produkte sind. Eine häufige Fehlerquelle entsteht, wenn Varianten nicht richtig in der Warenwirtschaft oder im Shop-System unterschieden werden.
Reservierte oder eingeschränkte GTINs
Manche GTINs sind nicht für allgemeine Nutzung freigegeben. Das sind:
- Reservierte GTINs: Wurden von der GS1 noch nicht freigegeben, dienen nur zur internen Betriebsnutzung
- Eingeschränkte GTINs: Beginnen mit 2, 02 oder 04 – diese sind ebenfalls nur für interne Zwecke reserviert und nicht für öffentliche Kataloge geeignet
- Gutschein-GTINs: Gehören zu Gutscheincodes, nicht zu regulären Produkten
Betroffene Artikel mit solchen GTINs müssen überprüft und durch weltweit gültige Werte ersetzt werden. Das ist eine wichtige Kontrollmaßnahme, die oft übersehen wird.
Warnungen und Ablehnungen im Merchant Center
Google informiert dich aktiv über Probleme. Im Tab „Diagnose" deines Merchant Centers werden GTIN-Probleme auf Artikelebene angezeigt. Die häufigsten Warnungen sind:
- „GTIN: Missing GTIN" – GTIN fehlt, existiert aber für das Produkt
- „GTIN: Invalid format" – Format ist falsch (zu viele oder zu wenige Ziffern)
- „Identifier exists: False" – Du hast markiert, dass kein Code existiert, aber Google hat einen gefunden
Solche Warnungen sind ein Signal zum Handeln. Nach einer bestimmten Frist (diese wird von Google kommuniziert) werden Produkte mit ungelösten GTIN-Problemen abgelehnt und aus dem Feed entfernt. Das wirkt sich direkt auf deine Impressions und CTR aus.
Auswahlhilfe und Bewertung
Wenn du entscheidest, wie du mit deiner GTIN-Verwaltung umgehen willst, gibt es zentrale Fragen und konkrete Entscheidungskriterien zur Priorisierung:
Priorisierungslogik und Reihenfolge – Welche 2–3 Maßnahmen bringen den größten Impact?
Die meisten Shops sollten diese Reihenfolge einhalten, um schnell den höchsten ROI zu erreichen:
- Fehleraudit durchführen (Woche 1): Exportiere alle Fehler aus dem Merchant-Center-Tab „Diagnose" und kategorisiere sie nach Fehlertyp. Fokus auf: Wie viele Produkte haben „Missing GTIN"-Fehler? Wie viele haben „Invalid format"? Das zeigt dir die Größenordnung.
- Top-Fehlertyp beheben (Woche 2–3): Konzentriere dich zuerst auf den Fehlertyp, der die meisten Produkte betrifft. Wenn 60% der Fehler „Missing GTIN" sind, recherchiere oder beschaffe diese GTINs zuerst – die Impact-Quote ist höher als bei weniger häufigen Fehlern.
- Variantencheck durchführen (Woche 3): Prüfe, ob Varianten richtig gekennzeichnet sind. Eine einzige falsche Varianten-GTIN kann kaskadierend zu Fehlkategorisierungen führen – dieser Punkt hat hohe Priorität.
- Automatisierung einführen (Monat 2): Nachdem die akuten Fehler behoben sind, implementiere Validierungsregeln oder Workflows, um die Fehlerquote bei neuen Produkten zu senken.
Ressourcenplanung und Aufwandschätzung
Wie viel Ressourcen brauchst du für GTIN-Optimierung?
- Kleine Shops (bis 500 Produkte): 2–4 Wochen Vollzeitarbeit für ein komplettes Audit und Cleanup. Danach ca. 2–3 Stunden pro Woche für Wartung.
- Mittlere Shops (500–5.000 Produkte): 4–8 Wochen. Automatisierte Validierungsskripte sollten in dieser Größenordnung eingeführt werden. Empfohlene Aufteilung: 60% auf Fehlersuche, 40% auf Automatisierung und Prozessaufbau.
- Große Shops (über 5.000 Produkte): 8–12 Wochen oder mehr. Hier ist eine dedizierte Person für GTIN-Management notwendig. Ein Regelwerk für Datenqualität sollte zentral dokumentiert sein. JTL-Shops sollten eine explizite Mapping-Dokumentation haben, die festlegt, welche Wawi-Felder in welche Google-Feed-Spalten übernommen werden.
Sollte ich GTINs selbst recherchieren?
Für bestehende Produkte: Ja, wenn möglich und wirtschaftlich sinnvoll. Es gibt mehrere Wege, GTINs zu finden. Der Aufwand ist überschaubar – besonders wenn du erst ein kleineres Sortiment hast. Für neue Produkte: Die GTIN sollte direkt bei der Produktanlage erfasst werden. Das ist deutlich effizienter als nachträgliche Recherche und vermeidet Fehler.
Wann kann ich ohne GTIN arbeiten?
Es gibt Ausnahmefälle, für die Google kein GTIN verlangt und teilweise nicht mal erlaubt:
- Gebrauchte (Second-Hand) Produkte: Keine GTIN nötig – aber diese müssen deutlich als gebraucht gekennzeichnet sein
- Handgefertigte Einzelstücke: Keine GTIN nötig, da jedes Stück unikat ist
- Spezialanfertigungen und Einzelanfertigungen: Keine GTIN nötig bei echten Maßanfertigungen
- Verderbliche Produkte: In manchen Fällen keine GTIN nötig – je nach Produkt-Kategorie
Für diese Fälle kannst du das Attribut identifier_exists mit dem Wert false nutzen – damit kennzeichnest du, dass kein Produktcode existiert. Wichtig: Ein pauschales „false" ist nur erlaubt, wenn tatsächlich keine GTIN vorhanden ist. Google prüft das aus – falsche Angaben führen zu Ablehnungen.
Besondere Regeln für bestimmte Produktkategorien
Bei einigen Produkttypen gelten spezielle Regeln im Merchant Center:
- Bekleidung & Accessoires: Das Markenfeld muss ausgefüllt sein – außer es handelt sich um speziell angefertigte oder maßgeschneiderte Kleidungsstücke
- Ersatzteile und Eigenmarken: Für bestimmte Artikel ohne zugewiesene GTIN ist kein GTIN-Wert erforderlich – aber das muss explizit in den Richtlinien geprüft werden
- Handgefertigte oder Sonderanfertigungen: Hier greifen oft Sonderregeln im Merchant Center – im Zweifelsfall solltest du die Anforderungen in deinem Konto prüfen
Diese Kategorien sollten in deinem internen Produktdaten-Prozess besonders gekennzeichnet werden, damit keine versehentlichen Fehler entstehen.
| Produkttyp | GTIN erforderlich? | Besonderheiten | Fallback-Optionen |
|---|---|---|---|
| Standardprodukte (Neu) | Ja, wenn vorhanden | Regel: Wenn GTIN existiert, muss sie angegeben werden – keine Ausnahme möglich | MPN + Brand, aber GTIN hat Priorität |
| Gebrauchte Produkte | Nein | Kann mit identifier_exists: false gekennzeichnet werden – muss deutlich als gebraucht gekennzeichnet sein | Produktname, Beschreibung, Zustandsangabe |
| Handgefertigte/Unikate | Nein | Jedes Stück ist unterschiedlich – keine Standardkennzeichnung nötig – muss als Unikat erkennbar sein | MPN optional, genaue Beschreibung wichtig |
| Bekleidung & Accessoires | Ja, wenn vorhanden + Brand zwingend | Markenfeld ist Pflichtfeld, außer bei Maßanfertigungen – fehlende Marke führt zu Ablehnungen | MPN, genaue Größen-/Farbangaben, Brand kritisch |
| Spezialanfertigungen | Nein | Werden oft als Einzelobjekte behandelt – muss eindeutig als Sonderanfertigung erkennbar sein | Eindeutige Produktbeschreibung, SKU |
Woran erkennt man eine gute Lösung?
Wie evaluierst du, ob deine GTIN-Verwaltung gut funktioniert? Hier sind konkrete, messbare Qualitätskriterien:
Merchant-Center-Dashboard und Feed-Gesundheit
Das erste Zeichen: Wie viele Warnungen hast du im Tab „Diagnose" für GTIN-Probleme? Im Idealfall: Null oder maximal eine Handvoll, die du aktiv bearbeitest. Wenn hunderte von Produkten Warnungen haben, ist der Datenprozess nicht optimal. Prüfe regelmäßig:
- Fehlerquoten im Merchant Center – Ziel: unter 2% der Produkte
- Anteil der Produkte mit gültigen Identifiern – Ziel: über 98%
- Ablehnungsrate wegen fehlender/falscher Daten – Ziel: unter 1%
- Trend der Fehlerquoten über die letzten 4 Wochen – sollte stabil oder sinkend sein
Feed-Qualität und Konsistenz
Ein guter Feed zeichnet sich aus durch:
- Vollständigkeit: Jedes Produkt, für das eine GTIN existiert, hat diese angegeben – Quote über 98%
- Plausibilität: GTIN, Marke, MPN und Produktname passen zusammen – stichprobenartig prüfbar
- Konsistenz: Gleiche Produkte (z. B. verschiedener Shops) haben die gleiche GTIN – Duplikate minimal
- Aktualität: Der Feed wird regelmäßig aktualisiert – bei Lagerbestandsänderungen täglich, bei neuen Produkten sofort
Performance-Metriken und Business-Impact
Indirekt merkst du gute GTIN-Verwaltung auch an deiner Shopping-Performance. Nach GTIN-Fixes solltest du folgende KPIs tracken:
- Impressionsrate: Deine Produkte werden öfter gezeigt – sollte nach GTIN-Optimierung stabil oder steigen
- Click-Through-Rate (CTR): Bessere Relevanz führt zu höheren Klickraten – sollte um 10-15% steigen
- Conversion-Rate: Laut Google möglich bis zu 20% Steigerung durch korrekte Identifier-Verwaltung
- Cost-Per-Conversion (CPC): Bessere Relevanz führt zu niedrigerem CPC
- Anteil genehmigter Artikel: Sollte über 95% liegen und stabil sein
- Ablehnungsrate: Sollte unter 1% liegen und über Zeit sinken
Diese Metriken sollten wöchentlich oder monatlich überwacht werden – auch im Hinblick auf Google-Kontoebene und Kampagnenebene.
Checkliste
Hier ist eine praktische Checkliste zur Überprüfung und systematischen Optimierung deiner GTIN-Verwaltung:
- Bestandsaufnahme – Woche 1: Wieviele Produkte in meinem Feed haben eine GTIN angegeben? Nutze den Merchant-Center-Bericht „Product Performance" oder „Product Diagnostics" – Zielquote über 98%
- Fehleranalyse – Woche 1: Öffne den Tab „Diagnose" und filtere nach GTIN-Fehlern. Welche Fehlermeldungen sind am häufigsten? Exportiere die Liste und kategorisiere nach Fehlertyp
- Stichprobenprüfung – Woche 2: Wähle 20-30 Produkte aus deinem Feed aus und prüfe: Stimmt die GTIN mit der Verpackung oder einer Datenbank überein? Nutze die GS1-Datenbank oder UPC-Lookup-Tools
- Variantenprüfung – Woche 2: Haben alle deine Produktvarianten unterschiedliche GTINs? (Größen, Farben, etc.) – Falls nicht, müssen diese korrigiert werden
- Reservierte GTINs – Woche 3: Gibt es Produkte mit GTINs, die mit 2, 02 oder 04 beginnen? Diese müssen überprüft und möglicherweise ersetzt werden
- Marken-/MPN-Konsistenz – Woche 3: Passen GTIN, Brand und MPN zusammen oder gibt es Inkonsistenzen? Stichprobenartig kontrollieren
- Sonderfälle – Woche 3: Sind gebrauchte Produkte, handgefertigte Stücke oder Spezialanfertigungen korrekt gekennzeichnet mit identifier_exists: false? Prüfe die Kategorisierung
- Feed-Template-Audit – Woche 4: Hat dein Feed-Template das gtin-Attribut richtig konfiguriert? Prüfe die XML/CSV-Struktur oder Feed-Einstellungen in deinem Shop. Bei JTL: Ist das Mapping zwischen Wawi-GTIN-Feld und Google-Feed-Spalte explizit dokumentiert und korrekt konfiguriert?
- Schnittstellen-Check – Woche 4: Kommt die GTIN aus deiner Warenwirtschaft richtig im Shop an und von dort in den Feed? Führe einen Test mit einem bekannten Produkt durch
- Automatisierung – Monat 2: Ist die GTIN-Pflege automatisiert oder erfolgt sie manuell? Automatisierung ist deutlich effizienter und fehleranfälliger. Nutze Validierungsregeln oder Feed-Management-Tools.
- Dokumentation – Monat 2: Ist klar dokumentiert, wer für GTIN-Daten verantwortlich ist und wie der Prozess abläuft? Erstelle ein Prozess-Dokument mit Ownership und Workflows
- Regelmäßige Audits – Laufend: Planst du wöchentliche oder monatliche Überprüfungen ein? Setze einen regelmäßigen Audit-Rhythmus und dokumentiere Änderungen
Häufige Fragen
Muss wirklich jedes Produkt eine GTIN haben?
Nein, aber mit wichtiger Einschränkung: Wenn für ein Produkt eine GTIN existiert, muss sie angegeben werden. Das ist eine verbindliche Richtlinie von Google. Für Ausnahmeprodukte (gebrauchte, handgefertigte, Spezialanfertigungen) brauchst du keine GTIN und kannst identifier_exists auf „false" setzen. Aber das muss bewusst und selektiv erfolgen – nicht pauschal für viele Produkte.
Was ist der Unterschied zwischen EAN und GTIN?
EAN (European Article Number) war der frühere europäische Standard und bestand aus 13 Ziffern. GTIN (Global Trade Item Number) ist der globale Nachfolger und Oberbegriff, der auch 8-stellige Nummern umfasst. Heute wird überall GTIN verwendet. Im Alltag und in Datenbanken werden die Begriffe oft synonym genutzt – praktisch gelten sie als dasselbe.
Woher bekomme ich die GTIN, wenn sie nicht auf der Verpackung steht?
Es gibt mehrere Recherchewege: Prüfe Google Shopping selbst und suche nach dem Produkt – dort findest du oft die GTIN von Konkurrenzangeboten. Frag bei Amazon nach oder nutze die Produktseite. Durchsuche EAN-Datenbanken wie ean-search.org oder barcode-lookup.com. Kontaktiere direkt den Hersteller und frag nach der Produktnummer. Bei älteren oder seltenen Produkten kann eine manuelle Recherche notwendig sein.
Was passiert, wenn ich eine falsche GTIN angebe?
Das kann zu mehreren Problemen führen: Google erkennt die Inkonsistenz (wenn die falsche GTIN in keinem anderen System vorhanden ist) und warnt dich. Das Produkt wird falsch kategorisiert oder mit einem anderen Produkt verwechselt, was deiner Shopping-Performance schadet. Im schlimmsten Fall wird der Artikel abgelehnt. Deshalb: Lieber eine fehlende GTIN als eine falsche – eine fehlende GTIN kann nachgebessert werden, eine falsche führt zu falschen Zuordnungen.
Kann ich eine Zahl als GTIN verwenden, wenn ich gerade keine habe?
Nein. Du kannst nicht einfach eine beliebige Nummer erfinden oder deine interne Bestandsnummer als GTIN nutzen. Wenn das Produkt eine echte GTIN hat, muss diese verwendet werden. Wenn es keine hat, kennzeichnest du das mit identifier_exists: false. Erfundene oder falsche GTINs führen zu Ablehnungen und Produktinkonsistenzen.
Wie finde ich die GTIN bei Amazon-Produkten?
Gehe auf die Amazon-Produktseite, scrolle zu den Produktinformationen und suche nach „EAN/Artikelnummer" in den technischen Details. Wenn das nicht vorhanden ist, findest du die ASIN in den zusätzlichen Produktinformationen. Diese kannst du dann mit einem ASIN-Konvertierungstool in eine GTIN umwandeln – bei Amazon ist die ASIN manchmal identisch mit der GTIN-13, aber nicht immer.
Brauche ich wirklich sowohl GTIN als auch MPN?
Die GTIN ist das Hauptmerkmal und hat höchste Priorität. Die MPN ist eine Ergänzung und wird von Google empfohlen. Zusammen bilden sie eine robuste Produktidentifikation. Bei Produkten ohne GTIN hilft die MPN Google, das Produkt trotzdem eindeutig zuzuordnen. Ideal ist: GTIN + MPN + Brand – diese Kombination schafft die beste Identifikationssicherheit.
Was ist identifier_exists und wann nutze ich das?
Das ist ein spezielles Attribut, mit dem du markierst, dass für ein Produkt keine Produktkennung existiert. Du setzt es auf „false" nur in Ausnahmefällen: gebrauchte Produkte, handgefertigte Stücke, Spezialanfertigungen, verderbliche Waren in bestimmten Kategorien. Ein pauschales „false" für viele Produkte ist ein Fehler – Google prüft das aus und kann zur Ablehnung führen. Die Ausnahmefälle müssen korrekt kategorisiert sein.
Wie oft sollte ich meinen Feed auf GTIN-Fehler prüfen?
Mindestens monatlich, besser wöchentlich. Je größer dein Sortiment, desto wichtiger regelmäßige Kontrollen. Wenn du neue Produkte regelmäßig hinzufügst, sollte die GTIN-Prüfung Teil deines Standard-Onboarding-Prozesses sein. Ein automatisiertes Monitoring ist ideal – viele Feed-Management-Tools bieten tägliche Fehlerberichte an.
Welche KPIs sollte ich nach GTIN-Optimierung tracken?
Folgende Metriken solltest du wöchentlich oder monatlich überwachen: Impressionsrate (sollte stabil oder steigen), Click-Through-Rate (sollte um 10-15% steigen), Conversion-Rate (bis zu 20% Steigerung möglich), Cost-Per-Conversion (sollte sinken durch bessere Relevanz), Anteil genehmigter Artikel (sollte über 95% bleiben), Ablehnungsrate (sollte unter 1% sinken). Diese Metriken zeigen dir den direkten Business-Impact deiner Datenoptimierung.
Fazit
Saubere Produktkennzeichnungen sind das Fundament erfolgreicher Google-Shopping-Kampagnen. Eine strukturierte GTIN-Verwaltung mit klarer Priorisierung, automatisierten Validierungen und regelmäßigen Audits ermöglicht Google, deine Produkte korrekt zu identifizieren und auszuspielen – mit direktem Impact auf Sichtbarkeit, Relevanz und Conversion.
