Google Smart Shopping ist ein automatisiertes Shopping-Kampagnenformat, das lange Zeit für E-Commerce-Unternehmen essenziell war. Heute, 2026, steht das Format an einem kritischen Wendepunkt: Es funktioniert noch immer, wird aber zunehmend durch modernere Lösungen wie Google Performance Max ersetzt und erhält von Google selbst keine neuen Entwicklungen mehr.
Für E-Commerce-Entscheider, Growth-Manager und Digital-Marketer ist die richtige Einordnung entscheidend: Ist Smart Shopping noch eine sinnvolle Investition für neue Kampagnen oder ein Auslauf-Format? Wohin sollte das Budget fließen, und wann macht die Migration zu Performance Max wirtschaftlich Sinn? Dieser Artikel bietet klare Antworten, räumt mit überholten Empfehlungen auf und zeigt konkrete Handlungsschritte. Wer die Grundlagen von Google Shopping Ads einordnen möchte, bekommt damit zusätzlich den passenden Rahmen.
Google Smart Shopping ist ein automatisiertes Shopping-Kampagnenformat, das Shopping-Anzeigen mit Display-Remarketing kombiniert und maschinelles Lernen zur Gebotsfindung und Platzierungsoptimierung einsetzt. Es nutzt den Produktfeed aus dem Google Merchant Center, um über mehrere Google-Netzwerke automatisch die relevantesten Produktkombinationen zu testen und auszuspielen.
Das Format unterscheidet sich von klassischen Standard-Shopping-Kampagnen dadurch, dass Google die Optimierung weitgehend automatisiert übernimmt. Der Algorithmus bestimmt eigenständig, welche Produkte, Bilder und Texte an welche Zielgruppen in welchen Netzwerken ausgespielt werden. Heute ist Smart Shopping jedoch nicht mehr das empfohlene Standardformat für Neukampagnen – Google hat sich strategisch in Richtung Performance Max orientiert und die aktive Weiterentwicklung gestoppt.
Das Format basiert auf automatischen Gebotsstrategien, nutzt Conversion-Werte statt manueller Gebote und spielt Anzeigen über das Suchnetzwerk, das Display-Netzwerk, YouTube und Gmail aus. Diese Multi-Channel-Ausspielung deckt theoretisch den kompletten Marketing-Funnel ab. Allerdings sind viele dieser Fähigkeiten inzwischen in Performance Max optimierter und mit besserer Technologie implementiert.
Smart Shopping bleibt relevant aus drei zentralen Gründen: Erstens existieren noch Tausende laufende Kampagnen weltweit, die laufend optimiert und gepflegt werden müssen. Zweitens zeigt das Format paradigmatisch, wie Automatisierung E-Commerce-Prozesse vereinfachen kann – eine Lektion, die bis heute gültig ist. Drittens ist das Verständnis von Smart Shopping notwendig, um bestehende Kampagnen strategisch zu migrieren und die Migration zu Performance Max richtig zu planen.
Google hat Smart Shopping nicht aktiv abgeschaltet, aber seit Juni 2025 stoppt das Unternehmen aktive Investitionen in die Weiterentwicklung und neue Features. Das bedeutet konkret: Neue Funktionen, technologische Optimierungen und Best-Practice-Updates gehen ausschließlich an Performance Max. Ein Unternehmen, das 2026 massiv in Smart Shopping investiert, baut auf einem Format auf, das technologisch stagniert und keine Zukunftsentwicklung erhält.
Für E-Commerce-Manager und CFOs hat das eine klare wirtschaftliche Implikation: Budget, das heute in Smart Shopping fließt, könnte morgen durch fehlende technologische Innovationen niedrigere ROAS-Quoten generieren als in Performance Max. Der technologische Gap zwischen beiden Formaten wird mit jeder Neuentwicklung größer. Die strategische Antwort lautet daher: Optimierung bestehender Kampagnen ja, Neuaufbau auf Smart Shopping eher nein.
Der Suchbegriff bleibt relevant, weil er in Tausenden von Unternehmens-Ads-Konten, in Fachdiskussionen und in Migrationsszenarien noch täglich auftaucht. Aber die strategische Klarheit ist wichtig: Smart Shopping ist 2026 ein Wartungs- und Optimierungsformat für Bestandskampagnen, nicht die Grundlage für neue Investitionen.
Eine funktionsfähige Smart-Shopping-Kampagne benötigt mehrere zusammenhängende Komponenten. Die Qualität und Konsistenz dieser Säulen bestimmt die finale Performance direkt.
Der Produktfeed ist das absolute Herzstück. Er enthält Titel, Beschreibungen, Bilder, Preis, Verfügbarkeit und weitere Attribute. Die Qualität des Feeds bestimmt direkt die Relevanz der Anzeigen und damit die Conversion-Rate. Ein veralteter, unvollständiger oder fehlerhafter Feed führt zu schlechter Performance – und Google kann diesen Fehler nicht technologisch kompensieren. Feed-Qualität ist keine Optimierungsvariable, sondern eine Grundvoraussetzung. Für die Feed-Struktur sind außerdem Google Shopping Title Best Practices besonders relevant.
Smart Shopping benötigt sauberes und konsistentes Conversion-Tracking mit korrekten Transaktionswerten. Das System braucht die exakte Information: Welche Nutzer haben gekauft und für welchen Umsatz? Ohne diese Basis optimiert der Algorithmus faktisch blind. In der Praxis zeigt sich ein wiederkehrendes Muster: Viele Unternehmen unterschätzen die Komplexität des Trackings massiv und leiden später unter schlechter Performance, die nicht am Format liegt, sondern an fehlerhaften oder lückenhaften Daten.
Es gibt zwei Hauptoptionen: „Conversion-Wert maximieren“ zielt auf maximalen Umsatz mit verfügbarem Budget. „Ziel-ROAS“ versucht, eine konkrete Return-on-Ad-Spend-Quote einzuhalten. Die Wahl dieser Strategie ist entscheidend, weil sie direkt bestimmt, ob die Kampagne wächst oder schrumpft, ob die Performance stabil bleibt oder volatil wird.
Smart Shopping nutzt automatisch die fünf stärksten Remarketing-Listen aus dem Konto. Das steigert typischerweise die Conversion-Rate, weil Websitebesucher mit höherer Kaufbereitschaft gezielt wieder angesprochen werden. Allerdings: Diese Automatisierung ist nicht flexibel steuerbar. Für den Hintergrund lohnt sich ein Blick auf Remarketing im Google Shopping.
Im Gegensatz zu Standard Shopping spielen Smart-Shopping-Kampagnen über mehrere Kanäle aus: Suche, Display, YouTube, Gmail. Das vergrößert die Reichweite erheblich, reduziert aber auch die Transparenz. Viele Entscheider fühlen sich unwohl damit, nicht präzise zu sehen, wohin genau das Budget fließt und welche Netzwerke welche Ergebnisse erzielen.
Um zu verstehen, wo Google Smart Shopping im E-Commerce-Spektrum 2026 steht, ist ein ehrlicher Vergleich mit modernen Alternativen essenziell. Performance Max ist dabei nicht einfach eine neuere Version von Smart Shopping – es ist architektonisch ein fundamental anderes Format mit unterschiedlichen Stärken, Schwächen und Technologie-Grundlagen.
| Aspekt | Standard Shopping | Smart Shopping | Performance Max |
|---|---|---|---|
| Netzwerk-Abdeckung | Nur Suchnetzwerk | Suche + Display + YouTube + Gmail | Alle Kanäle + Google Maps + SMS + erweiterte KI |
| Gebotskontrolle | Manuell oder automatisch wählbar | Ausschließlich automatisch | Ausschließlich automatisch (intensiver) |
| Künstliche-Intelligenz-Level | Basis-Automatisierung | Moderat, technologisch stagnierend seit Juni 2025 | Fortgeschritten, kontinuierlich von Google entwickelt |
| Kontroll- und Transparenzmöglichkeiten | Hohe Kontrolle, gutes Reporting | Geringe Kontrolle, eingeschränktes Reporting | Sehr geringe Kontrolle, Black-Box-Ansatz |
| Optimierungsaufwand | Höher, tägliche Anpassungen nötig | Niedrig, aber Wartung erforderlich | Niedrig, operative Last minimal |
| Sinnvoll für Neukampagnen 2026? | Nein (veraltet, nicht mehr empfohlen) | Nein (Legacy-Status) | Ja (moderner Standard) |
| Migrations-Richtung empfohlen? | Weg von Standard zu PMax: Ja | Weg von Smart zu PMax: Ja, mittelfristig | – |
Die zentrale Erkenntnis: Smart Shopping ist nicht „schlecht“ im absoluten Sinne – es ist überholt. Die technologischen Investitionen von Google gehen ausschließlich an Performance Max. Das bedeutet nicht, dass laufende Smart-Shopping-Kampagnen sofort stillgelegt werden müssen. Es bedeutet aber, dass neue Kampagnen auf Performance Max gehören und bestehende Smart-Shopping-Kampagnen auf eine durchdachte Migrations-Roadmap gehören.
Für Unternehmen, die noch Smart Shopping betreiben oder neu evaluieren, ist es kritisch zu verstehen, wie das Format konkret funktioniert – und wo die Praktiken heute besonders risikobehaftet sind.
Beim Aufbau einer Smart-Shopping-Kampagne definiert man sein Ziel und das Budget. Google empfahl lange eine Lernphase von 15 Tagen. Diese Empfehlung war 2023 grenzwertig realistisch, ist aber 2026 kritisch zu bewerten: Die echte Lernphase dauert erheblich länger. Realistische Lernkurven liegen bei 30–45 Tagen, oft sogar länger. Unternehmen, die nach 15 Tagen bereits optimieren oder pausieren, treffen üblicherweise nicht informierte Entscheidungen, weil der Algorithmus noch nicht ausreichend Daten zum Lernen hatte.
Der Algorithmus berechnet für jede potenzielle Ausspielung ein Gebot basierend auf Nutzerverhalten, Gerät, Standort und historischen Conversion-Signalen. Das Ziel ist wirtschaftliche Rentabilität. Bei „Ziel-ROAS“ versucht das System, die gewünschte Quote einzuhalten, während es Volumen maximiert. In der Praxis tritt ein Problem immer wieder auf: Unternehmen setzen unrealistische Ziel-ROAS-Werte, die über dem historischen Durchschnitt liegen, und wundern sich dann, dass die Kampagne kaum noch Budget verbraucht. Die Lösung ist nicht, Google mehr zu vertrauen, sondern realistische Ziele zu setzen – mit 10–20 % Puffer unterhalb des historischen durchschnittlichen ROAS.
Google spielt die Anzeigen über mehrere Netzwerke aus und rotiert automatisch Produktbilder und Text-Assets. Der Algorithmus testet kontinuierlich, welche Kombinationen die beste Conversion-Rate haben. Das zentrale Problem: Es ist nicht sichtbar, welche Netzwerke (Suche vs. Display vs. YouTube vs. Gmail) tatsächlich funktionieren. Ein Nutzer auf YouTube könnte eine völlig andere ROI-Quote haben als ein Nutzer auf der Suchergebnisseite – das bleibt vollständig unsichtbar. Für datenorientierte Unternehmen ist das unbefriedigend und riskant. Die praktische Lösung ist: Starten Sie parallel eine Standard-Shopping-Kampagne nur für die Suche und vergleichen Sie die Performance mit Smart Shopping. So erkennen Sie indirekt, wie viel Display/YouTube/Gmail beitragen.
Smart Shopping ist nicht statisch. Der Algorithmus passt sich täglich an, rotiert Assets, optimiert Gebote. Das Problem: Entscheider können nicht erkennen, was konkret gut läuft und was nicht. Das schafft die Illusion von Aktivität – technisch ist die Kampagne aktiv, aber wirtschaftlich passiert oft nicht das Erwartete. Die echte Kontrolle besteht darin, monatlich zu prüfen: Komme ich meinen wirtschaftlichen Zielen näher oder nicht? Und wenn nicht, sollte die Kampagne grundlegend angepasst oder beendet werden, nicht einfach weiterlaufen gelassen. Für saubere Analysen rund um Warenkorb-Daten in Shopping-Kampagnen ist ein belastbares Setup besonders wichtig.
Smart Shopping funktioniert nur unter bestimmten Bedingungen. Ohne diese entstehen schnell teure Fehler – und viele davon sind 2026 strukturell, nicht nur taktisch.
Google empfiehlt 20 Conversions in 15 Tagen zum Start. Diese Empfehlung ist unzureichend. Realistische Basis für eine sichere und effektive Optimierung: mindestens 100 Conversions im letzten Monat pro geplanter Kampagne. Ohne diese Datenmenge kann der Algorithmus nicht gut lernen. Das Ergebnis: schlechte oder volatil schwankende Performance. Viele kleinere E-Commerce-Shops haben diese Volumen nicht pro Kampagne – dann ist Smart Shopping einfach die falsche Wahl und wird zu einer Geldverschwendung.
Fehlerhafte Produkttitel, fehlende oder schlechte Bilder, veraltete Preise, unvollständige Produktattribute – das verschlechtert die Performance unmittelbar und direkt. Ein schlecht gepflegter Feed ist keine Optimierungsaufgabe, sondern ein fundamentales Prozessproblem. Viele Unternehmen haben keinen automatisierten Feed-Update-Prozess und merken viel zu spät, dass Daten veraltet sind und Anzeigen mit falschen Informationen arbeiten. Die Lösung: tägliche oder mindestens wöchentliche automatisierte Feed-Updates durch eine Wawi-Integration oder ein PIM-System etablieren. Gerade bei Preislogiken helfen außerdem Themen wie Google Shopping Price Monitoring.
Wenn der Transaktionswert nicht korrekt an Google übermittelt wird, optimiert der Algorithmus auf die falschen Produkte – was zu schlechtem ROI führt. Das ist kein KPI-Problem, sondern ein technisches Data-Pipeline-Problem. Fehlerhaftes Tracking ist eine Systemfehlkonfiguration, die schwer zu debuggen ist und lange Zeit unbemerkt bleiben kann. Viele Unternehmen erkennen diesen Fehler erst nach Wochen oder Monaten schlechter Performance. Regelmäßiges Validieren des Trackings gegen Shop-Daten ist essenziell.
Ein unrealistischer Ziel-ROAS führt dazu, dass das System praktisch stillsteht. Es versucht, die Quote einzuhalten, findet aber kaum noch wirtschaftlich saubere Chancen. Die Kampagne gibt kaum noch Budget aus, Impressionen sinken, Conversions sinken. Das ist kein Algorithmus-Fehler, sondern ein strategischer Fehler der Unternehmensleitung. Aber er wird häufig dem Format fälschlicherweise zugeschrieben.
Wenn hochmargige und niedrigmargige Produkte in eine einzige Kampagne geworfen werden, optimiert der Algorithmus möglicherweise auf die falschen Produkte. Die Lösung: separate Kampagnen mit unterschiedlichen Ziel-ROAS-Werten je nach tatsächlichem Deckungsbeitrag und Geschäftsstrategie aufbauen.
Eine Kampagne für alle Produkte ist operativ einfach, aber wenn die Datenbasis klein ist, lernt der Algorithmus schlecht. Andererseits: Zu viele kleine Kampagnen fragmentieren die Daten so stark, dass gar kein effektives Lernen möglich ist. Die richtige Balance ist kritisch und braucht durchdachte Planung.
Es ist nicht möglich zu sehen, welche Keywords tatsächlich funktionieren, welche Placements erfolgreich sind, welche Netzwerke ROI generieren. Das ist nicht nur ein Reporting-Problem – es ist ein fundamentales Kontrollproblem. Entscheider können nicht nachvollziehen, warum die Performance gut oder schlecht ist. Das schafft Unsicherheit, Misstrauen und strategische Lähmung. Manche Manager wollen einfach wissen, wohin ihr Geld fließt.
Das größte Problem ist heute nicht mehr ein aktuelles Performance-Problem – es ist ein Zukunftsproblem. Google hat die aktive Entwicklung von Smart Shopping faktisch gestoppt. Alle neuen Features, bessere Ausspielungslogiken, erweiterte Reporting-Optionen – sie gehen ausschließlich an Performance Max. Ein Unternehmen, das 2026 massiv in Smart Shopping investiert, baut auf einem Format, das technologisch nicht mehr weiterentwickelt wird. Das ist eine strukturelle, keine taktische Limitation und wird langfristig zu Wettbewerbsnachteilen führen.
Die zentrale Entscheidungsfrage ist heute nicht mehr „Ist Smart Shopping besser oder schlechter als Standard Shopping?“, sondern „Sollte ich in Smart Shopping investieren, oder sollte ich direkt zu Performance Max migrieren?“
| Szenario | Smart Shopping sinnvoll? | Handlungsempfehlung |
|---|---|---|
| Existierende Smart-Shopping-Kampagne mit stabiler guter Performance | Ja, kurz- bis mittelfristig | Laufen lassen und kontinuierlich optimieren. Aber: Konkrete Migrationsstrategie zu Performance Max planen und dokumentieren. Parallel eine Test-Performance-Max-Kampagne mit gleichem Budget starten. |
| Neubau einer Shopping-Kampagne mit hohem Conversion-Volumen (100+ pro Monat) | Nein | Direkt zu Performance Max. Smart Shopping bietet keine technologischen Vorteile mehr, Performance Max ist architektonisch und technologisch überlegen. |
| Kleiner Shop mit unter 20 Conversions pro Monat | Nein | Standard Shopping oder Google Shopping-Anzeigen mit manuellen Gebotsstrategien. Automatisierung ist bei dieser Datenbasis kontraproduktiv und führt zu schlechten Ergebnissen. |
| Katalog mit sehr unterschiedlichen Margen und Produkttypen | Nein (auch Performance Max nicht ohne Segmentierung) | Mehrere segmentierte Kampagnen mit unterschiedlichen wirtschaftlichen Zielen. Automatisierung braucht klare und realistische wirtschaftliche Grenzen. |
| Hoher strategischer Wert: manuelle Kontrolle und Transparenz | Nein | Standard Shopping oder Hybrid-Ansätze. Black-Box-Automatisierung passt nicht zu hohen Kontroll- und Transparenzanforderungen. |
| Feed-Qualität instabil oder Tracking-Setup fehlerhaft | Nein, absolut nicht | Zuerst Data-Pipeline und Tracking fundamental beheben. Erst dann Standard Shopping als Basis. Nach Stabilisierung: zu Performance Max. |
| Team-Ressourcen knapp, Budget stabil verfügbar | Ja, für Bestandskampagnen | Laufende Optimierung minimal halten. Für Neubau: Performance Max ist weniger ressourcenintensiv und zukunftssicherer als Smart Shopping. |
Die harte Realität 2026: Smart Shopping ist nur für Bestandskampagnen relevant. Neubau sollte immer auf Performance Max gehen. Die zentrale Strategiefrage ist nicht „Smart Shopping ja oder nein“, sondern „Wie plane ich eine strukturierte Migration meiner bestehenden Kampagnen zu Performance Max?“
Eine gute Smart-Shopping-Implementierung zeigt sich an mehreren messbaren und überprüfbaren Indikatoren – auch wenn das Format technologisch nicht mehr das Beste ist.
Der Produktfeed ist vollständig, aktuell, fehlerfrei und wird regelmäßig aktualisiert. Das Conversion-Tracking ist sauber implementiert mit korrekten und konsistenten Transaktionswerten, validiert gegen echte Shop-Daten. Das Remarketing-Setup ist aktiv mit mindestens 100 aktiven Nutzern in den Listen. Ohne diese fundamentalen Basics funktioniert kein Algorithmus – auch nicht mit dem besten KI-System.
Gute Kampagnen haben konkrete, dokumentierte Ziele: „Mit verfügbarem Budget maximalen Umsatz erreichen“ oder „Ziel-ROAS von 3,5 einhalten“. Aber die Ziele müssen realistisch sein – basierend auf echten historischen Daten, nicht auf Hoffnungen oder Wunschdenken. Ein Ziel-ROAS von 5,0 bei historischem durchschnittlichem ROAS von 3,5 ist keine aggressive Strategie, sondern eine Fehlkonfiguration und führt zu schlecht funktionierenden Kampagnen.
Smart Shopping ersetzt nicht die Kontrolle – es macht sie weniger granular. Eine gute Implementierung bedeutet: wöchentliche oder mindestens monatliche Überprüfung der Leistung gegenüber den Zielen, regelmäßige Feed-Audits, kontinuierliche Überprüfung der Tracking-Konsistenz. Wenn Ziele nicht erreicht werden, wird das System angepasst oder gestoppt, nicht einfach weiterlaufen gelassen.
Produkte mit sehr unterschiedlichen Margen oder strategischer Bedeutung sind in separaten Kampagnen mit unterschiedlichen Gebotszielen aufgeteilt. Das verhindert, dass hochwertige oder wichtige Produkte unteroptimiert werden. Für eine bessere Systematik hilft oft eine klare Google-Shopping-Kampagnen-Struktur.
Eine gute Lösung macht deutlich: Ist der ROAS im Plan? Erreichen wir die Umsatzziele? Sind bestimmte Produktgruppen problematisch? Bei Smart Shopping ist die direkte Sicht begrenzt – aber indirekt möglich, wenn die Kampagne gut strukturiert ist und regelmäßig berichtet wird.
Feed-Update-Prozesse sind dokumentiert. Das Tracking-Setup ist nachvollziehbar dokumentiert. Wer macht wann welche Anpassungen? Eine gute Lösung hat keine versteckten Abhängigkeiten oder Tribal Knowledge. Das ist auch für zukünftige Migrationen zu Performance Max kritisch – wenn dokumentiert ist, wie Smart Shopping heute funktioniert, ist der Wechsel einfacher und risikofreier.
Nutzen Sie diese Checkliste zur regelmäßigen Überprüfung oder um zu bewerten, ob Smart Shopping überhaupt der richtige Weg ist.
Nein, definitiv nicht. Smart Shopping ist älter und spezialisiert auf Shopping-Kampagnen. Performance Max ist ein neueres, universelles Format für alle Kampagnentypen. Beide nutzen Automatisierung, aber Performance Max erhielt und erhält massiv mehr KI-Investitionen von Google. Smart Shopping stagniert technologisch seit Juni 2025, Performance Max wird kontinuierlich entwickelt.
Nein, aber eine durchdachte Migrationsstrategie ist notwendig. Laufende Kampagnen mit guter Performance können weiterlaufen und sollten optimiert werden. Aber: Neue Kampagnen sollten auf Performance Max gehen. Für bestehende Smart-Shopping-Kampagnen gilt: Test-Performance-Max-Kampagnen parallel starten und mittelfristig strukturiert migrieren.
Technisch ja, aber nicht empfohlen. Beide Formate konkurrieren um dieselben Impressionen, Nutzer und Anzeigenplatzierungen. Die Systeme können sich gegenseitig sabotieren. Ein Übergangsszenario ist machbar: Smart Shopping am Laufen halten, Performance Max aufbauen, dann schrittweise den Traffic verschieben.
Google sagt offiziell 15 Tage. Das war 2023 grenzwertig, ist heute unrealistisch. Eine echte, aussagekräftige Lernphase dauert 30–45 Tage. Erste sichtbare kleine Verbesserungen können schneller kommen, aber echtes Lernen und Stabilisierung brauchen länger. Erst nach 45+ Tagen sollten Sie umfassend bewerten, ob die Kampagne funktioniert.
Das System wird kaum noch Budget ausgeben. Es versucht, die Quote einzuhalten, findet aber kaum noch wirtschaftlich rentable Chancen. Die Kampagne steht faktisch still oder gibt nur minimal aus. Faustregel: Der Ziel-ROAS sollte 10–20 % unter dem echten historischen ROAS liegen, um Volumen zu generieren.
Nein, nicht direkt. Das ist eine echte Limitation von Smart Shopping. Indirekter Workaround: Starten Sie Standard Shopping nur für das Suchnetzwerk parallel und vergleichen Sie den ROAS. Dann wissen Sie indirekt, wie viel Display/YouTube/Gmail beitragen. Aber vollständige Transparenz ist nicht möglich.
Kritisch. Ein schlechter Feed führt zu schlechter Performance – und Google kann das nicht technologisch kompensieren. Der Feed ist keine Optimierungsvariable, sondern eine fundamentale Grundvoraussetzung. Schlechter Feed + bester Algorithmus = immer noch schlechte Performance. Gute Feed-Qualität ist nicht optional. Wer systematisch optimieren will, sollte sich außerdem mit Google Shopping Optimization befassen.
Smart Shopping ist operativ einfacher (weniger manuelle Gebotsoptimierung nötig). Aber Standard Shopping bietet mehr Kontrolle und Transparenz. Die Wahl hängt von Ihrer Toleranz für Black-Box-Automatisierung ab. Für 2026 gilt: Performance Max ist operativ ähnlich einfach wie Smart Shopping, aber technologisch massiv überlegen.
Nein – nicht abrupt. Wenn sie gute Performance haben, lassen Sie sie laufen und optimieren Sie sie. Aber: Planen Sie eine Migration zu Performance Max ein. Starten Sie Test-Performance-Max-Kampagnen und verschieben Sie mittelfristig den Traffic. Abruptes Abschalten riskiert, Umsatz zu verlieren.
Google Smart Shopping bleibt operativ funktional für laufende Kampagnen, ist aber 2026 definitiv ein Legacy-Format. Für den Neubau sind Performance Max und strategische Segmentierung die bessere Wahl. Die richtige Strategie: Optimieren Sie bestehende Kampagnen, planen Sie aber konkret die Migration zu Performance Max ein.