Der Konferenzraum ist voll. Marketing möchte in acht Wochen kampagnenfähige Landingpages live haben, die IT-Leitung besteht auf sauberen Schnittstellen zum ERP, und die Geschäftsführung hat „in zwölf Wochen live" als fixe Deadline kommuniziert. Alle nicken, alle notieren – und niemand fragt, was genau „live" bedeutet. Gehören Rechtstexte dazu? Muss das Consent-Management funktionieren? Wer kümmert sich um die Steuerlogik für EU-Länder? Und was passiert, wenn der Zahlungsdienstleister zwei Wochen vor Go-live noch Testdaten braucht?
Genau hier entscheidet sich, ob dein Shopware Projekt eine stabile Umsatzmaschine wird – oder ein Dauer-Provisorium mit nächtlichen Hotfixes und frustrierten Kunden. Ein professionelles Projekt ist mehr als „Shop aufsetzen". Es bedeutet, Geschäftsziele in eine betreibbare E-Commerce-Plattform zu übersetzen, rechtliche und operative Basics von Anfang an mitzudenken und Verantwortlichkeiten so zu klären, dass Entscheidungen nicht hängen bleiben – oft gemeinsam mit einer erfahrenen Shopware Agentur.
Ein Shopware Projekt umfasst weit mehr als nur die Installation einer Software. Es ist die strategische Umsetzung eines Geschäftsziels in eine digitale Verkaufsplattform – mit allem, was dazugehört: Konzeption, Technik, Content, Daten, Integrationen, Betrieb und die oft unterschätzten rechtlichen sowie operativen Grundlagen. Je nach Ausgangslage und Zielsetzung unterscheiden sich Shopware Projekte erheblich.
Du startest von null und baust einen komplett neuen Online-Shop auf. Hier geht es darum, Marke, Sortiment, Zielgruppe und Geschäftsmodell in eine digitale Customer Journey zu übersetzen. Typische Herausforderungen: Produktdatenstruktur definieren, Zahlarten und Versandlogik festlegen, SEO-Fundament legen, Tracking sauber aufsetzen.
B2B bedeutet: Rollen und Rechte, Freigabeprozesse, kundenspezifische Preise, Zahlungsziele, Mindestmengen, Angebotsprozesse. Die Komplexität liegt oft in der Abbildung interner Geschäftsprozesse und der Integration in bestehende ERP- oder CRM-Systeme.
Du betreibst bereits einen Shop auf Shopware 5 und möchtest auf die moderne Architektur von Shopware 6 wechseln. Zentrale Themen: Datenmigration (Produkte, Kunden, Bestellhistorie), Theme-Neuentwicklung oder -Anpassung, Plugin-Evaluierung, URL-Erhalt und Redirect-Konzept für SEO, Tracking-Migration.
Dein Shop läuft, aber Design, User Experience oder Conversion-Rate entsprechen nicht mehr den Anforderungen. Ein Relaunch fokussiert auf verbesserte Nutzererfahrung, moderne Gestaltung, optimierte Checkout-Prozesse und oft auch auf die Einführung neuer Sales Channels oder Internationalisierung.
Bestehende Shops werden kontinuierlich weiterentwickelt: Performance-Optimierung, Personalisierung, Automatisierung von Marketing-Prozessen, Integration neuer Marktplätze oder Erweiterung um Abo-Commerce. Hier geht es um iterative Verbesserung statt Big Bang.
Was all diese Projektarten verbindet: Sie erfordern eine klare Zielsetzung, saubere Planung und ein belastbares Betriebsmodell. Erfolgskriterien sind messbar – etwa Umsatz, Conversion-Rate, durchschnittlicher Warenkorbwert, organische Sichtbarkeit, Ladezeit (Core Web Vitals), Fehlerquote oder die Total Cost of Ownership.
Bevor du tiefer in Konzeption und Umsetzung einsteigst, lohnt sich eine ehrliche Prüfung: Ist Shopware die richtige Plattform für dein Vorhaben? Die Antwort hängt von deinen Zielen, Ressourcen und Erwartungen ab. Ein guter Einstieg ist ein strukturierter Shopware-Check.
Merksatz: Shopware ist nicht nur Software – es ist ein Produkt, das du betreiben und weiterentwickeln musst. Wer das unterschätzt, wird nach dem Go-live böse überrascht.
Shopware 6 ist eine moderne, API-first ausgelegte E-Commerce-Plattform, die auf Erweiterbarkeit, Flexibilität und Performance ausgelegt ist. Zwei strategische Entscheidungen stehen früh im Raum und beeinflussen Architektur, Kosten und Betrieb massiv.
Shopware lässt sich als Cloud-Lösung oder self-hosted auf eigener Infrastruktur betreiben. Cloud bedeutet: schnellerer Start, weniger Infrastruktur-Aufwand, automatische Updates, aber etwas weniger Freiheit bei bestimmten Betriebsdetails. Self-hosted bietet maximale Kontrolle, individuelle Hosting-Setups und volle Anpassbarkeit – verlangt aber DevOps-Know-how, Monitoring, Backup-Strategien und Update-Management.
Shopware 6 ist API-first konzipiert, was bedeutet: Alle Shop-Funktionen sind über APIs zugänglich. Das ermöglicht Headless Commerce – die Trennung von Frontend (z. B. eine React-App, eine Mobile App) und Backend. Sinnvoll ist das, wenn du stark abweichende Frontends, mehrere Plattformen (Web, App, Kiosk) oder sehr individuelle User-Experience-Anforderungen hast. Für einen klassischen D2C-Shop mit Standard-UX und begrenztem Budget ist Headless meist Overkill und treibt Kosten sowie Komplexität unnötig hoch.
Sales Channels ermöglichen es, verschiedene Verkaufskanäle aus einem System heraus zu bedienen: unterschiedliche Länder, B2B und B2C parallel, Marktplätze, Point-of-Sale. Das ist relevant, wenn du Omnichannel-Strategien verfolgst oder international skalieren möchtest.
Ohne klare Ziele wird jedes Projekt zum Blindflug. Unterschiedliche Stakeholder haben unterschiedliche Erwartungen – die musst du früh zusammenführen und priorisieren.
Was soll der Shop geschäftlich leisten? Umsatzziele, Margenverbesserung, Internationalisierung, Aufbau eines D2C-Kanals, Digitalisierung von B2B-Prozessen, Reduktion von Abhängigkeiten von Marktplätzen.
Was brauchen deine Kunden? Schnelles Finden von Produkten, Vertrauen durch transparente Informationen, reibungsloser Checkout, einfache Retouren, personalisierte Empfehlungen.
Was soll der Shop intern leisten? Reduktion von manuellem Pflegeaufwand, Automatisierung von Workflows, Entlastung des Supports, weniger Retouren durch bessere Produktinformationen.
Was muss die Plattform technisch können? Updatefähigkeit, Wartbarkeit, stabile Integrationen, Performance (Core Web Vitals), Skalierbarkeit bei Traffic-Peaks.
Formuliere diese Ziele messbar und schreibe sie auf eine Seite – das ist dein Briefing-Fundament für Angebote, Abnahmen und Projektsteuerung.
Die häufigste Falle in jedem Shopware Projekt: Der Scope wächst unkontrolliert. „Wäre doch toll, wenn …" wird zur Projektbremse. Die Lösung: MVP – Minimum Viable Product. Das MVP schützt Zeit und Budget, ohne Geschäftsrisiken zu erzeugen.
Was gehört zwingend in den ersten Launch?
Was kann später kommen, ohne den Start zu gefährden?
Eine bewährte Priorisierungsmethode: Impact vs. Komplexität vs. Risiko. Alles, was hohen Impact hat, wenig komplex ist und kein Go-live-Risiko birgt, kommt in Phase 1. Alles andere wird im Backlog für Phase 2 geparkt.
Viele Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern an unterschätzten rechtlichen und operativen Anforderungen. Hier die häufigsten Go-live-Killer.
Merke: Unklare Steuer-, Versand- oder Zahlartenlogik stoppt Projekte häufiger als Designfragen.
Shopware bietet verschiedene Editionen, die sich in Feature-Umfang und Support-Level unterscheiden.
Kostenlos, Open Source, ideal für Entwickler und kleinere Shops mit technischem Know-how. Du trägst die volle Verantwortung für Betrieb, Updates und Support.
Erweiterte Features wie B2B-Module, Workflow-Management, leistungsstarke Suche, erweiterte CMS-Funktionen, Abo-Commerce, Multilager und professioneller Support durch Shopware.
| Kriterium | Community | Kommerziell |
|---|---|---|
| Kosten | Keine Lizenz | GMV- oder AOV-basiert |
| Features | Basis | Erweitert (B2B, Workflows, etc.) |
| Support | Community | Professionell durch Shopware AG |
| Eignung | Klein, tech-affin | Mittelstand bis Enterprise |
Diese Entscheidung beeinflusst Kosten, Betrieb, Skalierung und Flexibilität massiv.
| Kriterium | Cloud | Self-hosted |
|---|---|---|
| Time-to-market | Schneller Start | Setup-Aufwand |
| Betrieb/DevOps | Managed | Eigene Verantwortung |
| Skalierung | Automatisch | Manuelle Planung |
| Kosten | Planbar, aber laufend | Variabel, Kontrolle |
| Flexibilität | Eingeschränkt | Maximal |
| Updates | Automatisch | Manuell geplant |
Ist-Analyse, Zieldefinition, Risikobewertung, grobe Architektur, MVP-Scope festlegen. Ergebnis: belastbares Briefing, grober Projektplan, Liste der Aufwandstreiber.
Shop-Struktur, Customer Journey, Checkout-Logik, Versand/Zahlarten/Steuern, rechtliche Anforderungen, Content- und SEO-Konzept (bei Relaunch: Redirect-Plan).
Mobile first, Komponentenbibliothek, Templates, Accessibility-Basics, Markenkonformität.
Core-Setup, Plugins, Custom-Features, Integrationen (ERP, PIM, Payment, Versand), Datenmodell, Testdaten.
Testplan: funktional, Integration, Performance, SEO, Tracking/Consent, Payment/Versand, E-Mail. Staging-Umgebung, Abnahme, Rollback-Plan.
Cutover, Monitoring aktivieren, Hypercare-Phase, Bugfix-Fenster, Supportkanäle definieren.
Backlog-Management, Release-Zyklen, A/B-Tests, Wartung/Updates, Reporting.
E-Commerce-Projekte sind selten komplett planbar. Requirements entwickeln sich, Märkte ändern sich, Kampagnen müssen schnell umgesetzt werden. Deshalb hat sich ein hybrider Ansatz bewährt.
Pflicht: Definition of Done (implementiert + getestet + dokumentiert + updatefähig) und klare Freigabeprozesse.
Entscheidungswege müssen klar sein: Wer entscheidet was bis wann? Wer gibt frei?
Für viele Features stellt sich die Frage: fertiges Plugin oder individuelle Entwicklung?
Standard-Zahlarten, Standard-Versanddienstleister, typische Marketing-Promotions, Analytics-Integrationen.
Sonderprozesse, UX-Besonderheiten, Kernlogik, Wettbewerbsvorteile, komplexe B2B-Anforderungen.
Definiere eine maximale Plugin-Anzahl, prüfe Updatefähigkeit, teste auf Staging, kläre Verantwortlichkeiten.
Kein Shop ist eine Insel. Typische Systeme, die integriert werden müssen: ERP, PIM, CRM, Payment, Versanddienstleister, Marktplätze, BI/Analytics.
Shopware 6 bietet starke CMS-Funktionalität für Landingpages, Kampagnen, Blog und Medien. Damit das funktioniert, braucht es einen Redaktionsprozess.
Die Verschmelzung von Content und Commerce ist ein zentraler Erfolgsfaktor: Kategorieseiten als Beratung und Conversion-Tool, Produktseiten als Argumentation und Vertrauensbildung.
Marketing-Anforderungen kommen oft spät – und dann unter Zeitdruck. Besser: früh mitdenken.
Regeln definieren: prozentuale oder feste Rabatte, Zeiträume, Warenkorbgröße, bestimmte Artikel, Gutscheincodes.
Einfach startbar (manuelle Zuordnung), später ausbaubar (automatisiert, KI-gestützt).
Kampagnen-Parameter (UTM), Event-Tracking, Funnel-Analyse, Uplift-Metriken.
SEO ist kein Add-on, sondern muss von Anfang an mitgedacht werden.
SEO-Quality-Gate vor Go-live: Crawl-Test, Redirect-Test, Noindex/Robots prüfen.
Tracking wird oft unterschätzt – und dann kurz vor Go-live zum Problem.
Testkäufe durchführen, Debugging-Tools nutzen, Consent-Szenarien testen, Datenqualität in Analytics prüfen.
Performance ist ein direkter Umsatz- und SEO-Hebel. Langsame Shops verlieren Kunden und Rankings.
Ladezeit, Error-Rate, Apdex, Ressourcennutzung, Cache-Hit-Rate.
Checkout auf realen Geräten testen, nicht nur im Browser-Simulator.
Brand, Content, Conversion, Kampagnentempo, Social Commerce.
Rollen/Rechte, Freigaben, kundenspezifische Preise, Angebotsprozesse, Zahlungsziele, Mindestmengen.
Zukunftssicherheit, moderne Architektur, bessere Erweiterbarkeit, aktiver Support.
Individualentwicklungen, Plugin-Wildwuchs, Datenqualität, Sonderpreise/B2B-Logiken.
Ein Shop ist nie fertig. Wartung ist Pflicht.
Cloud (Shopware Cloud), Managed Hosting (spezialisierte Hoster), dedizierte Server.
Sale, TV-Werbung, Influencer-Posts, Seasonality. Lasttest vor Go-live, Fallbacks definieren (z. B. Wartungsseite).
Professionelle Umsetzungen liegen häufig im mittleren fünfstelligen Bereich (ab ca. 30.000 Euro), je nach Komplexität. Migrationen von Shopware 5 auf 6 bewegen sich oft im niedrigen bis mittleren fünfstelligen Bereich.
Nicht nur Build-Kosten betrachten, sondern auch Wartung, Updates, Betrieb, Weiterentwicklung.
Eine spezialisierte Shopware Agentur kennt Best Practices, baut updatefähig, versteht Integrationskomplexität.
| Fehler | Gegenmaßnahme |
|---|---|
| Zu viel Scope vor Go-live | MVP + Phasenplan + Priorisierung |
| Integrationen ohne Spezifikation | API-Verträge, Testfälle, Ownership, Logging |
| Recht/Consent/Tracking „später" | Go-live-Check + Abnahme-Szenarien |
| Plugin-Wildwuchs | Plugin-Policy + Audit + Update-Tests |
| Kein Staging/QA | Testplan, Abnahme, Rollback, Pre-Prod |
| Kein Monitoring/Alerting | Dashboards, SLAs, Incident-Prozess |
Sicherheitsupdates, Plugin-Updates, regelmäßige Checks.
Deployments, Changelog, Regression-Tests.
Conversion, Umsatz, SEO, Performance, Fehlerquote.
Kontinuierliche Optimierung statt „Relaunch alle 3 Jahre".
Erinnere dich an den Konferenzraum vom Anfang: Marketing will Kampagnen, IT will Schnittstellen, Geschäftsführung will schnell live. Das Chaos entsteht, weil MVP, Verantwortlichkeiten, Integrationen und Go-live-Basics nicht früh genug fixiert werden. Ein erfolgreiches Shopware Projekt ist weniger „Shop bauen", sondern mehr „Geschäft sauber in eine betreibbare Commerce-Plattform übersetzen". Das bedeutet: klare Ziele, priorisierter Scope, saubere Integrationen, rechtlich und operativ sichere Basics, professionelle Qualitätssicherung und ein Betriebsmodell, das nach Go-live trägt.
Wenn du diese Prinzipien beherzigst, wird dein Projekt planbar, lieferbar und erfolgreich. Du vermeidest nächtliche Hotfixes, frustrierte Stakeholder und Umsatzverluste durch vermeidbare Fehler. Stattdessen baust du eine stabile Umsatzmaschine, die wächst, skaliert und sich kontinuierlich verbessert.
Bereit für den nächsten Schritt? Starte mit der Kick-off-Checkliste, kläre deine Ziele und MVP-Scope – und suche dir einen Partner, der nicht nur technisch liefert, sondern dein Geschäft versteht, etwa über ein konkretes Shopware-Angebot.