Der Shop läuft im Staging – jetzt kommt die Hosting-Entscheidung: Shared/Webhosting wirkt günstig, aber du willst Queue, Suche, Deployments und planbare Performance. Wenn du dir dabei Unterstützung von einer Shopware Agentur holst, wird schnell klar, welche IONOS-Option realistisch für Shopware 6 ist, wie das Setup aussieht, und welche Fallen gibt's bei Updates und Peak-Traffic?
Genau diese Fragen stellen sich viele Online-Händler, die Shopware als ihre E-Commerce-Plattform gewählt haben und nun vor der Wahl des richtigen Hosting-Partners stehen. IONOS bietet als einer der führenden europäischen Anbieter verschiedene Produkte – von Webhosting über VPS und Cloud Server bis hin zu Dedicated Servern. Doch welche dieser Optionen passt wirklich zu deinem Shopware-Projekt?
In diesem Artikel erfährst du alles, was du für eine fundierte Entscheidung brauchst: von der Produktauswahl über Installation und Deployment bis hin zu Performance-Optimierung und Betriebskonzept. Du bekommst konkrete Empfehlungen basierend auf Shopgröße, Bestellvolumen und verfügbaren Ressourcen – damit du die richtige Hosting-Lösung findest, die zu deinem Business passt.
Bevor wir in die technischen Details gehen, hier eine Management-Zusammenfassung mit drei typischen Szenarien – damit du sofort einordnen kannst, wo du stehst und welches IONOS-Produkt realistisch passt.
Szenario 1: Kleiner Shop, erste Schritte (0–50 Bestellungen/Tag, bis 10.000 € Monatsumsatz)
Empfehlung: VPS (Virtual Private Server) ab VPS M oder L
Budget: ca. 10–30 €/Monat für Hosting; Agentur-Setup einmalig ca. 500–1.500 €, optionale Wartung 100–300 €/Monat
Team: Du oder eine Agentur mit Basis-Server-Know-how
Warum: Webhosting ist zu eingeschränkt für Shopware – keine dauerhaften Worker, kein Redis, keine Deployment-Kontrolle. Ein VPS gibt dir Root-Zugriff, eigene Services und planbare Ressourcen. Du kannst selbst Redis installieren, Worker als Systemdienste einrichten und hast volle Kontrolle über Updates. Ideal, wenn du lernen willst oder eine Agentur hast, die das Setup übernimmt.
No-Go: Webhosting – zu viele Limits für produktiven E-Commerce.
Zeitrahmen: Setup 1–2 Wochen mit Agentur, 2–4 Wochen in Eigenregie (inkl. Einarbeitung).
Szenario 2: Wachsender Shop mit Potenzial (50–200 Bestellungen/Tag, 10.000–50.000 € Monatsumsatz)
Empfehlung: Cloud Server (1–2 Instanzen: App + DB getrennt oder gemeinsam, Redis optional)
Budget: ca. 40–100 €/Monat für Hosting; Agentur-Setup einmalig ca. 1.500–3.000 €, Wartung 200–500 €/Monat
Team: Entwickler:in oder DevOps-Agentur, die Server-Wartung übernimmt
Warum: Cloud Server bieten flexibles Resize (Ressourcen anpassen ohne Neuaufsetzen), moderne Cloud-Panel-Verwaltung und bessere Skalierungsmöglichkeiten. Du kannst DB und App-Server trennen, wenn nötig, und bei Wachstum schnell reagieren. Backup- und Snapshot-Optionen sind integriert, Netzwerk-Konfiguration ist einfacher.
No-Go: Fehlende Ops-Skills im Team – dann lieber Managed Shopware Hosting bei spezialisiertem Anbieter.
Zeitrahmen: Setup 2–3 Wochen mit Agentur.
Szenario 3: Etablierter Shop, hohe Last (200+ Bestellungen/Tag, 50.000+ € Monatsumsatz, Peak-Events)
Empfehlung: Dedicated Server oder Multi-Cloud-Server-Setup (App, DB, Cache, Suche getrennt)
Budget: ca. 100–300+ €/Monat für Hosting; Agentur-Setup einmalig ca. 3.000–8.000 €, Wartung 500–1.500+ €/Monat
Team: Internes DevOps-Team oder spezialisierte Agentur mit 24/7-Bereitschaft
Warum: Dedicated Server bieten maximale, exklusive Ressourcen – ideal für DB-intensive Operationen, große Produktimporte, komplexe Suchen und hohe Checkout-Raten. Alternativ: mehrere Cloud Server für saubere Trennung (App, DB, Redis, Elasticsearch). Du brauchst Monitoring, Alerting, Backup-Strategie und klare Incident-Playbooks.
No-Go: Kein Ops-Team und kein Budget für externe Expertise – dann ist Self-Hosting riskant. Managed Shopware Hosting oder spezialisierte E-Commerce-Infrastruktur-Anbieter sind sicherer.
Zeitrahmen: Setup 3–6 Wochen mit spezialisierter Agentur.
Wann Self-Hosted IONOS, wann Managed Shopware Hosting?
IONOS bietet Server-Hosting, aber keinen vollständig gemanagten Shopware-Service – das bedeutet: IONOS kümmert sich nicht um Shopware-Updates, Plugin-Kompatibilität, Queue-Worker oder Performance-Tuning. Du bist für OS-Patches, PHP-Updates, Shopware-Wartung, Monitoring und Incident-Response selbst verantwortlich – oder musst das extern einkaufen.
Self-Hosted IONOS passt, wenn:
Managed Shopware Hosting passt besser, wenn:
Spezialisierte Managed-Shopware-Anbieter übernehmen Shopware-Updates, Plugin-Tests, Performance-Tuning, Security-Patches und Monitoring. Das kostet mehr (oft 100–500+ €/Monat), spart aber Ops-Aufwand und Risiko.
Jetzt gehen wir ins Detail: Was können die einzelnen IONOS-Produkte wirklich, und wo liegen die Grenzen für Shopware?
Webhosting (Shared)
Webhosting ist die kostengünstigste Option und teilt Server-Ressourcen mit anderen Kunden. Das spart Kosten, bringt aber erhebliche Einschränkungen mit sich.
Was funktioniert: Einfaches Setup, PHP und MySQL inklusive, günstiger Einstieg für Testumgebungen oder sehr kleine, statische Shops (z. B. 1–2 Produkte, kein echter E-Commerce-Betrieb).
Was nicht funktioniert (Dealbreaker für Shopware):
Fazit: Webhosting eignet sich für Shopware nur in Ausnahmefällen – etwa für reine Dev-Umgebungen ohne produktiven Traffic. Für Live-Shops ist es nicht zu empfehlen.
VPS (Virtual Private Server)
Ein VPS bietet Root-Zugriff und dedizierte Ressourcen in einer virtualisierten Umgebung. Das ist ein großer Schritt nach vorn.
Was funktioniert: Volle Kontrolle über das System, eigene Services (Redis, Elasticsearch), Worker als Systemd-Dienste, planbare CPU/RAM-Ressourcen, eigene Deployment-Prozesse, SSH-Zugriff.
Was du selbst machen musst: OS-Hardening (Sicherheit), Updates (OS, PHP, Shopware), Monitoring, Backups, Firewall-Regeln, Incident-Response.
Für wen geeignet: Kleine bis mittlere Shops, wenn du oder dein Team Basis-Server-Know-how hat oder eine Agentur beauftragst, die das Setup und die Wartung übernimmt.
Risiken: Ohne Ops-Skills kann die Wartung schnell überfordernd werden. Du bist allein verantwortlich für Sicherheit, Performance und Verfügbarkeit.
Empfohlene VPS-Größe für Shopware: Mindestens VPS M (4 GB RAM, 2 vCores) für kleine Shops, VPS L oder XL (8–16 GB RAM, 4–8 vCores) für wachsende Shops.
Cloud Server
Cloud Server bieten ähnliche Flexibilität wie VPS, aber mit besseren Skalierungsoptionen und moderner Infrastruktur.
Was funktioniert: Flexibles Resize (Ressourcen anpassen ohne Neuaufsetzen), moderne Cloud-Panel-Verwaltung, separate Instanzen für DB, Redis oder Suche, bessere Netzwerkinfrastruktur, Snapshot-Backups.
Was du selbst machen musst: Architektur planen (welche Komponenten auf welchen Servern?), Netzwerk konfigurieren, Backups organisieren, OS und Software warten.
Für wen geeignet: Wachsende Shops mit Bedarf an flexibler Skalierung und sauberer Trennung von Komponenten. Ideal, wenn du weißt, dass dein Shop wachsen wird und du Architektur-Entscheidungen bewusst treffen willst.
Risiken: Höhere Flexibilität erfordert mehr Planungsaufwand. Ohne klare Architektur-Strategie kannst du dich in Komplexität verlieren.
Empfohlene Cloud-Server-Größe für Shopware: Start mit 1–2 Instanzen (App + DB gemeinsam oder getrennt), je 4–8 GB RAM, 2–4 vCores. Bei Wachstum: Trennung in App, DB, Redis, Elasticsearch auf separaten Instanzen.
Dedicated Server
Dedicated Server bieten maximale, exklusive Ressourcen – ideal für große, umsatzstarke Shops.
Was funktioniert: Maximale Performance, keine Ressourcen-Konkurrenz, volle Kontrolle über Hardware, ideal für DB-intensive Operationen (große Produktimporte, komplexe Suchen, hohe Checkout-Raten).
Was du selbst machen musst: Vollständige Betriebsverantwortung (wie bei VPS/Cloud Server), plus Hardware-Monitoring, RAID-Management, ggf. Netzwerk-/Firewall-Konfiguration.
Für wen geeignet: Etablierte Shops mit 200+ Bestellungen/Tag, hoher Peak-Last (z. B. Sale-Events, TV-Werbung) und klaren Performance-Anforderungen.
Risiken: Höhere Kosten, weniger flexible Skalierung (Provisioning dauert länger als bei Cloud), hohe Ops-Anforderungen.
Empfohlene Dedicated-Server-Specs für Shopware: Mindestens 16 GB RAM, 4–8 physische Cores, SSD-Storage, redundante Netzwerk-/Stromversorgung.
Managed vs. Unmanaged
Bei allen Produkten (VPS, Cloud, Dedicated) stellt sich die Frage: Managed oder Unmanaged?
Unmanaged: Volle Kontrolle, volle Verantwortung. Du kümmerst dich um alles: OS-Patches, PHP-Updates, Monitoring, Backups, Incident-Response.
Managed (bei IONOS oft als Option): IONOS übernimmt Basis-Wartung (OS-Patches, teilweise Monitoring). Das spart Aufwand, schränkt aber Flexibilität ein und kostet mehr.
Wichtig: Auch bei "Managed" übernimmt IONOS NICHT die Shopware-spezifische Wartung (Updates, Plugin-Tests, Queue-Worker, Performance-Tuning). Das bleibt deine Aufgabe.
Entscheidungshilfe: Wenn du Basis-Linux-Skills hast oder eine Agentur beauftragst, ist Unmanaged günstiger und flexibler. Wenn du kein Ops-Team hast und auch keine Agentur beauftragen willst, ist Managed besser – oder du wählst gleich Managed Shopware Hosting bei einem spezialisierten Anbieter.
| Produkt | Geeignet für | Dealbreaker | Betriebsaufwand |
|---|---|---|---|
| Webhosting | Sehr kleine Shops, Dev/Test | Queue/Worker, Redis, Elasticsearch, Deployment-Kontrolle | Gering |
| VPS | Klein bis mittel, moderate Anforderungen | Fehlende Ops-Skills, hohe Skalierungsanforderungen | Mittel bis hoch |
| Cloud Server | Wachsende Shops, flexible Skalierung | Fehlende Architektur-Planung, unklare Verantwortlichkeiten | Mittel bis hoch |
| Dedicated | Große Shops, hohe Last, IO-intensive Operationen | Kosten, langsame Skalierung, hohe Ops-Anforderungen | Hoch |
Bevor du mit der Installation startest, musst du einige grundlegende Entscheidungen treffen. Diese betreffen nicht nur die technischen Voraussetzungen, sondern auch die Zielarchitektur deines Setups.
Hosting-Anforderungen für Shopware 6
Shopware 6 hat klare technische Anforderungen. Hier die wichtigsten:
Vorbereitende Checkliste
Bevor du installierst, kläre folgende Punkte:
Installation: Composer/CLI statt Upload
Der empfohlene Installationspfad ist Composer/CLI. Das ist reproduzierbar, updatefähig und CI/CD-freundlich. Upload-Installationen oder One-Click-Installer sind fehleranfälliger und bieten weniger Kontrolle.
Schritt-für-Schritt:
composer create-project shopware/production mein-shopMindestanforderungen (No-Gos)
Folgende Dinge MUSST du haben, sonst wird dein Shop-Betrieb zum Albtraum:
Ein sauberes Deployment-Konzept ist der Kern professionellen Shopware-Betriebs. Ziel ist: reproduzierbare Deployments, weniger "FTP", mehr Pipeline.
Deployment-Optionen
Es gibt verschiedene Ansätze:
Für kleine bis mittlere Shops reicht Git-basiert, für größere Shops ist Artefakt-Deployment professioneller.
Update-Flow
Ein typischer Update-Flow sieht so aus:
DB-Migrationen: Müssen kontrolliert durchgeführt werden. Plugin-Kompatibilität muss vorher geprüft werden.
Rollback-Plan ist Pflicht: Code-Rollback ist meist einfach (alte Version wieder aktivieren), aber DB-Rollback ist komplexer. Hier helfen Snapshots oder Backups vor dem Update. Wichtig: Migrationen können DB-Struktur ändern, was Rollback riskant macht. Plane Updates daher sorgfältig und teste sie vorher im Staging.
Performance ist nicht nur eine Frage der Server-Specs, sondern der Optimierung auf allen Ebenen. Schnelle Ladezeiten bedeuten: mehr Conversions, bessere Google-Rankings, zufriedenere Kunden.
Cache-Stack
Datenbank-Performance
Die Datenbank ist oft der Flaschenhals:
Asset-/Media-Strategie
Messkonzept
Messen statt raten: TTFB (Time to First Byte), LCP (Largest Contentful Paint), 5xx-Error-Rate, Checkout-Dauer – all diese Metriken solltest du tracken. Tools wie Google PageSpeed Insights, GTmetrix oder einfache Custom-Monitoring-Skripte helfen, Engpässe zu identifizieren, bevor sie zum Problem werden.
Sicherheit und Backups sind keine "Nice-to-have", sondern Betriebspflicht.
DSGVO-Anforderungen pragmatisch umsetzen
Backups
Backups müssen DB, Files und Konfiguration/Secrets umfassen. Definiere:
Teste Restores regelmäßig – ein Backup, das nicht getestet wurde, ist kein Backup. Business-Auswirkung: Ohne funktionierendes Backup kann ein Server-Ausfall oder Hack dein gesamtes Business zerstören.
Härtung
Hier sind die häufigsten Probleme und ihre Lösungen:
Shop langsam bei Traffic
Ursachen: CPU/RAM/IO-Limits, zu viele oder schlecht programmierte Plugins, fehlende OpCache/Redis, DB-Indizes fehlen, kein CDN.
Fixes:
500-Fehler nach Update
Ursachen: Plugin-Konflikte, Composer/Autoload-Probleme, fehlende DB-Migrationen, Cache-Probleme.
Fixes:
Medien/Thumbnails fehlen
Ursachen: Dateirechte/Ownership falsch, Worker/Cron läuft nicht, Queue-Lag, falsche Storage-Pfade.
Fixes:
E-Mails kommen nicht an
Ursachen: SMTP-Config falsch, SPF/DKIM/DMARC fehlen, Queue/Worker läuft nicht, Rate Limits beim Mailserver.
Fixes:
IONOS ist eine solide Wahl für Shopware-Hosting, wenn du die richtigen Produkte wählst und Betriebsverantwortung übernehmen kannst oder willst.
IONOS passt gut, wenn du:
IONOS passt weniger gut, wenn du:
Checkliste für Agentur-/Provider-Auswahl
Wenn du eine Agentur oder einen Managed-Provider suchst, prüfe:
Shopware auf IONOS hosten ist eine ausgezeichnete Option für Online-Händler, die Kontrolle, Flexibilität und EU-Hosting schätzen. Die Produktpalette von IONOS – von VPS über Cloud Server bis Dedicated – bietet für jede Shopgröße und jedes Wachstumsstadium passende Lösungen. Webhosting ist nur für sehr kleine Projekte oder Dev-Umgebungen geeignet; für produktive Shops sind VPS, Cloud Server oder Dedicated die richtige Wahl.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in sauberer Planung: Zielarchitektur definieren, Deployment-Prozess etablieren, Queue/Worker und Suche von Anfang an mitdenken, Backup/Restore und RPO/RTO festlegen, Monitoring und Alerts aktivieren. Mit diesem Fundament wird dein Shopware-Shop auf IONOS stabil, performant und skalierbar laufen.
Kompakte Checkliste für den Start (5 To-dos):
Mit dieser Basis bist du bestens aufgestellt, um dein Shopware-Projekt auf IONOS erfolgreich zu betreiben – von der ersten Installation bis zur Skalierung bei Wachstum. Viel Erfolg mit deinem Shop!