Du hast gerade eine Sale-Aktion vorbereitet, im Backend alle Preise gepflegt und freust dich darauf, den Kunden endlich die Ersparnis zu zeigen – doch im Frontend erscheint kein durchgestrichener Preis. Oder schlimmer noch: Der Streichpreis wird bei einigen Varianten angezeigt, bei anderen nicht, und du weißt nicht warum. Genau diese Situation kennen viele Online-Händler, die mit Shopware 6 Streichpreisen arbeiten – und wenn du dabei technische oder konzeptionelle Unterstützung brauchst, kann eine Shopware Agentur schnell Klarheit schaffen. Die gute Nachricht: In den allermeisten Fällen liegt es an wenigen, klar nachvollziehbaren Ursachen – und die lassen sich in wenigen Minuten beheben.
In diesem Artikel erfährst du Schritt für Schritt, wie du Shopware 6 Streichpreise korrekt einsetzt, wann sie überhaupt sinnvoll sind, wie du sie für einzelne Produkte oder gleich für hunderte Artikel auf einmal pflegst – und vor allem: wie du die fünf häufigsten Anzeigeprobleme sofort erkennst und löst. Dabei richten wir uns sowohl an Einsteiger, die zum ersten Mal mit Streichpreisen arbeiten, als auch an erfahrene Shop-Manager, die Varianten-Matrix, Mehrfachänderung und erweiterte Preisregeln effizient nutzen wollen.
Der Shopware 6 Streichpreis ist ein durchgestrichener Vergleichspreis, der in der Storefront neben dem aktuellen Verkaufspreis angezeigt wird. Er dient dazu, dem Kunden eine Orientierung zu geben: „Dieser Artikel kostet jetzt 79,90 €, normalerweise aber 99,90 €." Damit signalisierst du Ersparnis, Attraktivität und schaffst einen Kaufanreiz.
Wichtig ist jedoch: Der Streichpreis ist kein automatischer Rabatt. Er ist lediglich ein Datenfeld, das du im Backend pflegst – er verändert den Checkout-Preis nicht, sondern kommuniziert lediglich einen Vergleichswert. Das unterscheidet ihn klar von anderen Preis-Mechanismen in Shopware 6:
Wenn du also nur einen Rabatt im Warenkorb geben möchtest, brauchst du keinen Streichpreis, sondern eine Promotion oder einen Gutschein. Der Streichpreis macht nur dann Sinn, wenn du einen echten Vergleichswert kommunizieren willst – etwa die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers oder deinen eigenen regulären Preis vor einer Aktion.
In der Praxis gibt es drei Hauptszenarien, in denen Shopware 6 Streichpreise sinnvoll sind:
Wenn du dagegen dynamische Aktionen ohne festen Vergleichspreis fahren möchtest, zum Beispiel „20 Prozent auf alles", sind Preisregeln oder Promotions die bessere Wahl. Sie ändern den Preis automatisch und sparen dir die manuelle Pflege von Streichpreisen.
Die zentrale Regel lautet: Der Streichpreis wird in Shopware 6 standardmäßig nur dann angezeigt, wenn er höher ist als der aktuelle Verkaufspreis. Das klingt logisch, führt aber in der Praxis oft zu Verwirrung – besonders, wenn du versehentlich Streichpreis und aktuellen Preis identisch gesetzt hast oder der Streichpreis sogar niedriger ist.
Typische Konsequenzen:
In der Standard-Storefront von Shopware 6 wird der Streichpreis an mehreren Stellen ausgegeben:
Wichtig: Die genaue Darstellung – Position, Styling, Beschriftung – hängt von deinem Theme und eventuellen Anpassungen ab. Wenn du ein Custom Theme oder ein gekauftes Theme nutzt, kann es sein, dass Streichpreise anders oder gar nicht angezeigt werden. Im Zweifel lohnt sich ein Gegencheck im Standard-Theme, um sicherzustellen, dass die Daten korrekt gepflegt sind und das Problem nicht im Theme liegt; dafür kann auch ein strukturierter Shopware-Check hilfreich sein.
Wenn dein Streichpreis nicht im Frontend erscheint, liegt es fast immer an einer der folgenden fünf Ursachen. Gehe diese Punkte systematisch durch – in den meisten Fällen findest du das Problem in unter zwei Minuten:
| Check | Was prüfen? | Typische Ursache |
|---|---|---|
| 1. Produkt aktiv? | Ist das Produkt im Backend auf „Aktiv" gesetzt und dem richtigen Verkaufskanal zugewiesen? | Produkt ist inaktiv oder nicht im Verkaufskanal sichtbar |
| 2. Streichpreis höher als Preis? | Ist der Streichpreis höher als der aktuelle Verkaufspreis? | Streichpreis ist gleich oder niedriger als der Preis |
| 3. Richtige Variante? | Hast du den Streichpreis bei der richtigen Variante gepflegt, nicht nur am Hauptprodukt? | Streichpreis nur am Parent, Variante hat eigenen Preis |
| 4. Verkaufskanal, Kundengruppe, Währung? | Passt der Preis-Kontext zu deinem Frontend-Test? | Preis gilt nur für andere Kundengruppe oder anderen Verkaufskanal |
| 5. Theme oder Cache? | Zeigt dein Theme Streichpreise überhaupt an? Cache geleert? Browser-Cache mit Hard Refresh? | Theme zeigt Streichpreis nicht oder Cache veraltet |
Diese Checkliste deckt die allermeisten Fälle ab. Wenn du alle Punkte durchgegangen bist und der Streichpreis immer noch nicht erscheint, teste das Produkt einmal im Standard-Theme – so stellst du sicher, dass das Problem nicht in einer Theme-Anpassung liegt.
Die Pflege des Shopware 6 Streichpreises ist unkompliziert. Du findest das entsprechende Feld direkt in der Produktverwaltung. So gehst du vor:
Navigiere in der Administration zu Kataloge, dann Produkte und öffne das gewünschte Produkt. Scrolle im Bereich Preise nach unten – dort findest du die Felder:
Je nachdem, ob dein Shop im B2C- oder B2B-Modus läuft und wie deine Steuereinstellungen konfiguriert sind, pflegst du entweder Brutto- oder Nettopreise – oder beides. In den meisten B2C-Shops arbeitest du mit Bruttopreisen, in B2B-Shops oft mit Nettopreisen.
Angenommen, du verkaufst ein Markenprodukt mit einer UVP von 99,90 Euro für 79,90 Euro. Dann trägst du ein:
Speichere das Produkt – im Frontend erscheint nun „99,90 Euro" durchgestrichen neben dem aktuellen Preis von 79,90 Euro. Der Kunde sieht sofort: „Ich spare 20 Euro."
Varianten sind eine der größten Fehlerquellen, wenn es um Shopware 6 Streichpreise geht. Der Grund: Varianten können Preise vom Hauptprodukt, dem Parent, erben oder eigene Preise haben – und genau hier entsteht oft Verwirrung.
In Shopware 6 kannst du Preise entweder am Hauptprodukt oder an der einzelnen Variante pflegen. Wenn du am Hauptprodukt einen Streichpreis setzt, gilt dieser zunächst für alle Varianten – außer eine Variante hat einen eigenen, abweichenden Preis. In diesem Fall wird der Streichpreis des Parents ignoriert, und du musst den Streichpreis direkt an der Variante setzen.
Öffne das Produkt und klicke auf das Varianten-Symbol, ein kleines Aufklapp-Icon vor dem Produktnamen in der Übersicht. Es öffnet sich eine Modalübersicht mit allen Varianten. Hier siehst du auf einen Blick:
Du kannst Einträge direkt in der Übersicht bearbeiten, indem du doppelt auf die gewünschte Variante klickst. Für umfangreichere Anpassungen öffnest du den erweiterten Bearbeitungsmodus über das Menü.
Bevor du eine Aktion live schaltest, gehe einmal systematisch durch die Varianten-Übersicht und prüfe:
So vermeidest du Überraschungen im Frontend und stellst sicher, dass deine Kunden eine konsistente Darstellung sehen.
Wenn du nicht nur ein paar Produkte, sondern gleich hunderte Artikel mit Shopware 6 Streichpreisen ausstatten möchtest – etwa für eine Sale-Kampagne oder eine UVP-Pflege im gesamten Sortiment – ist die Mehrfachänderung dein bester Freund. Sie spart enorm viel Zeit und verhindert, dass du jedes Produkt einzeln öffnen musst.
Gehe zu Kataloge, dann Produkte und wähle die Produkte aus, die du bearbeiten möchtest. Du kannst:
Klicke dann auf Mehrfachänderung. Es öffnet sich ein Pop-up, das dir die ausgewählten Produkte zeigt. Wenn du mit deiner Auswahl zufrieden bist, klicke auf Mehrfachänderung starten.
Im nächsten Fenster siehst du verschiedene Blöcke, zum Beispiel Eigenschaften, Zuweisung, Preise. Scrolle zum Block Preise und aktiviere die Checkbox bei Streichpreis, Brutto oder Streichpreis, Netto – je nachdem, was du pflegen möchtest. Trage den gewünschten Streichpreis ein.
Shopware ändert ausschließlich die Felder, bei denen du die Checkbox aktiviert hast. Das bedeutet: Wenn du nur den Streichpreis ändern möchtest, aktiviere nur dieses Feld – nicht versehentlich auch den aktuellen Preis oder andere Felder. Sonst überschreibst du möglicherweise Daten, die du behalten wolltest.
Bevor du die Mehrfachänderung auf hunderte Produkte anwendest, teste sie mit 3 bis 5 Produkten. Prüfe im Frontend, ob die Streichpreise korrekt angezeigt werden. Erst wenn alles passt, wendest du die Änderung auf die Gesamtmenge an. Das spart dir im Zweifel viel Korrekturaufwand.
Für fortgeschrittene Anwender bietet Shopware 6 die Möglichkeit, erweiterte Preise zu definieren – also abweichende Preise nach bestimmten Bedingungen, nach Regeln. Diese Funktion ist besonders im B2B-Bereich oder bei Mengenstaffeln relevant.
Erweiterte Preise erlauben dir, für dasselbe Produkt unterschiedliche Preise zu hinterlegen – je nach:
Wichtig: Wenn ein erweiterter Preis greift, überschreibt er den Standard-Preis – und damit auch den Standard-Streichpreis. Du musst dann den Streichpreis direkt im erweiterten Preis pflegen, sonst wird er nicht angezeigt.
Angenommen, deine B2C-Kunden zahlen 79,90 Euro mit Streichpreis 99,90 Euro, deine B2B-Kunden zahlen 69,90 Euro mit Streichpreis 89,90 Euro. Dann legst du einen erweiterten Preis für die Kundengruppe „B2B" an und pflegst dort:
So sehen beide Zielgruppen einen passenden Vergleichspreis.
Wenn du mit erweiterten Preisen arbeitest, benenne die Regeln klar und verständlich, zum Beispiel „B2B-Staffel ab 10 Stück" oder „Outlet-Shop Schweiz". Das erleichtert dir und deinem Team die Übersicht – besonders, wenn ihr mehrere Regeln parallel nutzt. Dokumentiere intern, welche Regeln wofür gelten, und wer für die Pflege verantwortlich ist.
Der Shopware 6 Streichpreis kann ein mächtiges Werkzeug sein, um Vertrauen zu schaffen und Kaufanreize zu setzen – aber nur, wenn du ihn verantwortungsvoll einsetzt. Ein falsch genutzter Streichpreis kann genau das Gegenteil bewirken: Misstrauen, schlechte Bewertungen und rechtliche Probleme.
Frage dich bei jedem Streichpreis: „Kann ich intern erklären, woher dieser Vergleichspreis kommt?" Wenn die Antwort „Ja" ist und du eine nachvollziehbare Quelle oder Herleitung hast, zum Beispiel Herstellerempfehlung, eigener früherer Verkaufspreis, bist du auf der sicheren Seite. Wenn die Antwort „Nein" ist, lass den Streichpreis lieber weg.
Seit einiger Zeit gibt es in Shopware 6 das Feld „Günstigster Preis der letzten 30 Tage". Es dient der Preistransparenz und ist nicht identisch mit dem Streichpreis – auch wenn beide Felder oft verwechselt werden.
Das Feld dokumentiert den niedrigsten Preis, zu dem das Produkt in den letzten 30 Tagen angeboten wurde. Es ist ein historischer Referenzwert, der in manchen Rechtsräumen zur Transparenz bei Preisreduzierungen gefordert wird, zum Beispiel gemäß EU-Preisangabenverordnung.
In der Praxis kann es vorkommen, dass beide Werte unterschiedlich sind – etwa, wenn du ein Produkt mit UVP 99,90 Euro als Streichpreis für 79,90 Euro verkaufst, es aber vor 20 Tagen kurzzeitig für 69,90 Euro im Angebot war. Dann wäre 69,90 Euro der 30-Tage-Bestpreis.
Die Anforderungen an Preis- und Rabattpflichtangaben können je nach Land und Shop-Setup variieren. Dieser Artikel gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und ersetzt keine juristische Beratung. Wenn du unsicher bist, ob deine Streichpreis-Praxis rechtssicher ist, lass sie von einem spezialisierten Anwalt prüfen.
Auch wenn die Pflege von Shopware 6 Streichpreisen grundsätzlich einfach ist, tauchen in der Praxis immer wieder ähnliche Probleme auf. Hier findest du die häufigsten Fehlerbilder – und wie du sie schnell löst.
Ursachen:
Ursache: Varianten erben den Preis vom Parent, haben aber eigene Preise – und der Streichpreis wurde nur am Parent gesetzt.
Lösung: Öffne die Varianten-Übersicht, prüfe jede Variante und setze den Streichpreis dort, wo er fehlt. Wenn viele Varianten betroffen sind, nutze die Mehrfachänderung.
Ursache: Falscher Modus, Überschreiben oder Leeren, oder falsche Felder aktiviert.
Lösung: Arbeite immer mit einem Testbatch, 3 bis 5 Produkte, bevor du die Änderung auf die Gesamtmenge anwendest. Dokumentiere deine Änderungen, damit du im Zweifel nachvollziehen kannst, was passiert ist.
Ursache: Keine klare Prozessdefinition, wer was pflegt und in welchem Modus, Brutto oder Netto.
Lösung: Definiere intern, wer für die Preispflege zuständig ist und in welchem Modus gearbeitet wird. Halte das in einem kurzen Prozessdokument fest – das spart Missverständnisse und Korrekturaufwand.
Zum Abschluss eine kompakte Checkliste, die du vor jeder größeren Streichpreis-Aktion durchgehen kannst:
Wenn du alle Punkte mit „Ja" beantworten kannst, bist du auf der sicheren Seite – und deine Kunden sehen konsistente, glaubwürdige Streichpreise, die Vertrauen schaffen und Conversion fördern.
Sarah betreut einen kleinen Fashion-Shop und plant eine Sommerschluss-Aktion. Sie hat 20 Produkte, die sie reduzieren möchte. Sarah geht so vor:
Ergebnis: Alle 20 Produkte zeigen korrekt den Streichpreis, die Aktion läuft reibungslos.
Philipp verwaltet einen größeren Elektronik-Shop mit mehreren Kundengruppen. Er plant eine Sale-Kampagne für 500 Produkte mit unterschiedlichen Streichpreisen je nach Kundengruppe. Philipp geht so vor:
Ergebnis: Strukturierter, nachvollziehbarer Prozess ohne Preis-Chaos, alle Kundengruppen sehen passende Streichpreise.
Ein Händler verkauft Marken-Haushaltsgeräte. Er setzt die Hersteller-UVP als Streichpreis und bietet die Produkte 10 Prozent darunter an. Gleichzeitig dokumentiert er intern den 30-Tage-Bestpreis, um transparent zu bleiben. Vor jeder neuen Aktion prüft er, ob der Streichpreis noch aktuell ist und ob der 30-Tage-Bestpreis angepasst werden muss.
Ergebnis: Glaubwürdige, nachvollziehbare Preisstrategie, die sowohl rechtlich sauber als auch kundenfreundlich ist.
Der Shopware 6 Streichpreis ist ein einfaches, aber wirkungsvolles Werkzeug, um Ersparnis zu kommunizieren, Kaufanreize zu setzen und Vertrauen zu schaffen – vorausgesetzt, du setzt ihn korrekt und verantwortungsvoll ein. Die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal im Überblick:
Wenn du diese Grundsätze befolgst und die Checklisten aus diesem Artikel nutzt, hast du die Kontrolle über deine Preisstrategie – und deine Kunden sehen konsistente, vertrauenswürdige Streichpreise, die echte Kaufanreize setzen. Viel Erfolg bei deiner nächsten Aktion! Wenn du zusätzlich an der Performance deiner Produktseiten und Kampagnen arbeiten willst, kann eine Google-Shopping-Agentur helfen, Preisaktionen sauber auszusteuern und messbar mehr Umsatz aus dem Feed zu holen.