Du betreibst einen Shopware-Shop und hast von Consent Mode v2 gehört – vielleicht durch Google-Mails, Plugin-Updates oder Agentur-Hinweise von einer Shopware Agentur. Jetzt stellst du dir wahrscheinlich folgende Fragen: Betrifft mich das überhaupt? Was muss ich konkret tun? Kann ich das selbst umsetzen oder brauche ich externe Hilfe? Und vor allem: Was passiert, wenn ich nichts mache?
Dieser Leitfaden gibt dir eine klare strategische Einordnung, bevor du in technische Details eintauchst. Du erfährst, wann Consent Mode v2 in Shopware 6 für dich relevant ist, welche Setup-Varianten es gibt, wie viel Aufwand und Kosten realistisch sind und wann sich eine Agentur-Beauftragung lohnt. Das Ziel: eine fundierte Entscheidungsgrundlage, damit du die richtige Weichenstellung für dein Tracking triffst.
Bevor du Zeit und Ressourcen investierst, lass uns klären, ob du überhaupt handeln musst. Beantworte dir diese drei Fragen:
Consent Mode v2 ist nur relevant, wenn du mindestens eines dieser Tools einsetzt:
Falls du keines dieser Tools nutzt, kannst du aufhören zu lesen. Consent Mode v2 betrifft ausschließlich Google-Produkte.
In der EU brauchst du eine Einwilligungslösung für Tracking-Cookies. Das kann sein:
Falls du noch gar kein Banner hast oder unsicher bist, ob deine Lösung DSGVO-konform ist, solltest du das klären – unabhängig von Consent Mode v2.
Google fordert Consent Mode v2 für alle GA4- und Google Ads-Implementierungen in der Europäischen Wirtschaftszone (EWR) und UK. Falls dein Shop ausschließlich außerhalb dieser Regionen aktiv ist, ist Consent Mode v2 derzeit nicht zwingend erforderlich.
Wenn du bei allen drei Fragen mit „Ja" geantwortet hast, lies weiter. Wenn nicht, kannst du das Thema vorerst zurückstellen – aber behalte im Hinterkopf: Google könnte die Anforderungen künftig auch auf andere Regionen ausweiten.
Google hat im März 2024 Consent Mode v2 zur Pflicht für alle EU-basierten GA4- und Google Ads-Implementierungen gemacht. Aber was steckt dahinter?
Einfach erklärt: Consent Mode ist ein technisches Framework, das Google mitteilt, ob ein Nutzer Tracking zugestimmt oder abgelehnt hat. Es geht nicht darum, ob ein Google-Tag grundsätzlich lädt, sondern darum, welche Signale an Google gesendet werden und wie Google diese verarbeitet.
Die Version 2 führt vier zentrale Consent-Signale ein:
Vor der Einwilligung sollten alle Signale auf denied stehen. Nach Zustimmung wechseln die relevanten Signale auf granted. Dadurch weiß Google, dass es Daten verarbeiten darf – und du erfüllst Googles technische Anforderungen.
Google hat keine harten Sanktionen angekündigt, aber in der Praxis beobachten wir:
Kurz: Ohne saubere Consent Mode v2-Implementierung riskierst du Datenlücken und verlorene Werbebudgets.
Shopware 6 bringt von Haus aus einige Tracking-Funktionen mit – aber sie reichen nicht für eine vollständige Consent Mode v2-Implementierung. Hier die klare Abgrenzung:
| Setup-Variante | Was du brauchst | Für wen geeignet? |
|---|---|---|
| Shopware-Bordmittel (GA4 direkt) | Shopware-GA + externes CMP mit Consent Mode v2 | Sehr kleine Shops, nur GA4, keine Ads, kein komplexes Tracking |
| Shopware + Plugin (GA4/GTM) | GA4- oder GTM-Plugin + CMP mit Consent Mode v2 | Standard-Shops, GA4 + Google Ads, moderate Komplexität |
| GTM + Custom-Setup | GTM-Integration + CMP + Custom Consent Logic | Mehrere Tracking-Pixel, internationale Shops, Advanced Mode |
Wichtig: Wenn du ein externes CMP oder GTM nutzt, solltest du die Shopware-eigene GA-Integration deaktivieren – sonst entstehen Konflikte (doppelte Tags, widersprüchliche Consent-Signale).
Bevor du Zeit investierst, lass uns ehrlich sein: Nicht jede:r Shop-Betreiber:in muss (oder will) Consent Mode selbst implementieren. Hier eine pragmatische Orientierung:
| Setup-Variante | Aufwand (Zeit) | Kosten (extern) | Laufende Kosten |
|---|---|---|---|
| CMP mit nativer Consent Mode v2-Unterstützung | 1–2 Stunden (selbst) | CMP-Setup ggf. 200–500 € einmalig | CMP-Lizenz ca. 50–150 € / Monat |
| GTM Basic Consent Mode (Standard) | 3–5 Stunden (selbst) oder 0,5–1 Tag (Agentur) | Agentur ca. 500–1.200 € einmalig | CMP-Lizenz ca. 50–150 € / Monat |
| Komplex (Plugin-Konflikte, Updates, Advanced Mode) | 1–3 Tage (Agentur) | Agentur ca. 1.500–3.500 € einmalig | CMP-Lizenz + ggf. Wartung 100–300 € / Monat |
Wenn dein Shop monatlich unter 10.000 € Umsatz macht und du ein einfaches Setup hast, lohnt sich DIY mit einem guten CMP. Ab 20.000+ € Monatsumsatz oder bei komplexen Setups rechnet sich professionelle Hilfe oft schnell – allein durch bessere Ads-Performance und weniger Datenlücken.
Die Wahl des richtigen CMP ist entscheidend – es ist die Schnittstelle zwischen deinem Cookie-Banner und Googles Consent-Signalen. Hier die wichtigsten Auswahlkriterien:
Viele etablierte Consent-Management-Plattformen bieten mittlerweile native Consent Mode v2-Unterstützung. Darunter unter anderem:
Die meisten dieser Tools bieten native Consent Mode v2-Unterstützung und dokumentierte Shopware-Integrationen. Prüfe vor der Auswahl, ob das CMP zu deinem Budget und deiner technischen Infrastruktur passt.
| CMP-Kategorie | Monatliche Kosten | Setup-Aufwand | Für wen geeignet? |
|---|---|---|---|
| Einstiegs-CMP (z. B. CCM19, Consentmanager) | ca. 30–80 € / Monat | Gering (Plugin oder Code-Snippet) | Kleine bis mittlere Shops, Standard-Setup |
| Mittelklasse-CMP (z. B. Cookiebot, Usercentrics) | ca. 80–200 € / Monat | Mittel (Konfiguration, Tests) | Mittlere bis große Shops, mehrere Kanäle |
| Enterprise-CMP (z. B. OneTrust) | ab 200 € / Monat (oft Custom-Preis) | Hoch (Custom-Integration, rechtliche Prüfung) | Große Shops, internationale Konzerne, komplexe Anforderungen |
Es gibt zwei grundlegende Wege, Consent Mode v2 in Shopware 6 umzusetzen. Welcher zu dir passt, hängt von deinem Setup und deinen Ressourcen ab.
Wie es funktioniert: Das CMP übernimmt die komplette Consent-Steuerung. Du aktivierst im CMP die Option „Consent Mode v2", mappst die Kategorien korrekt und das CMP sendet die Signale automatisch an Google – ohne dass du GTM oder Custom-Code anpassen musst.
Vorteile:
Nachteile:
Typische Schritte:
Aufwand: 1–2 Stunden (bei Standard-Setup)
Wie es funktioniert: Du konfigurierst im GTM sogenannte Consent-Tags, die die Signale vor und nach der Zustimmung setzen. Das CMP löst ein Event aus (z. B. „CookiebotOnAccept"), GTM reagiert darauf und aktualisiert die Consent-Signale.
Vorteile:
Nachteile:
Typische Schritte (vereinfacht):
Aufwand: 3–5 Stunden (selbst, mit Vorkenntnissen) oder 0,5–1 Tag (Agentur)
| Kriterium | Pfad A (Native CMP) | Pfad B (GTM) |
|---|---|---|
| Setup-Komplexität | Niedrig | Mittel bis hoch |
| Zeitaufwand | 1–2 Stunden | 3–5 Stunden (oder Agentur) |
| Kontrolle/Flexibilität | Mittel (abhängig vom CMP) | Hoch |
| Fehleranfälligkeit | Niedrig | Mittel (bei korrekter Umsetzung) |
| Für wen geeignet? | Standard-Shops, wenig Tech-Ressourcen | Fortgeschrittene, komplexe Setups, mehrere Pixel |
Du hast vielleicht von Basic und Advanced Consent Mode gehört. Hier die strategische Einordnung:
Im Basic Mode werden Google Tags erst nach Zustimmung geladen und ausgeführt. Das entspricht der klassischen "Hart-Blockierung", die du von DSGVO-konformen Setups kennst. Der wichtige Zusatz: Die Consent-Signale werden korrekt an Google übermittelt.
Vorteil: Einfach, datenschutzfreundlich, gut verständlich.
Nachteil: Wenn viele Nutzer ablehnen (in der EU oft 40–60 %), entstehen Datenlücken.
Im Advanced Mode senden Google Tags auch vor der Zustimmung oder bei Ablehnung eingeschränkte, anonymisierte Signale an Google. Diese Signale enthalten keine personenbezogenen Daten, ermöglichen aber eine bessere Conversion-Modellierung.
Vorteil: Weniger Datenlücken, bessere Ads-Optimierung.
Nachteil: Komplexer, rechtlich sensibler, erfordert ausreichend Datenvolumen.
Google nennt für die Conversion-Modellierung in Google Ads als Richtwert etwa 700 Klicks in 7 Tagen. Wenn dein Shop diese Schwelle regelmäßig unterschreitet, bringt dir Advanced wenig.
Empfehlung: Für 90 % der Shopware-Shops ist Basic Consent Mode die richtige Wahl. Fokussiere dich darauf, diesen sauber umzusetzen – das hat den größten Effekt bei geringstem Risiko.
Shopware 6 bringt eigene Mechaniken mit, die Consent-Zustände beeinflussen können – selbst wenn du GA4/Ads über GTM oder ein Plugin steuerst. Hier die wichtigsten Fallstricke:
Ab Shopware 6.5.8.6 wurde ein Snippet zur Nutzung des Consent Mode v2 eingeführt. Dieses Snippet kann analytics_storage pauschal auf "denied" setzen, wenn die Shopware-eigene GA-Integration nicht aktiv ist. Da viele Plugins (z. B. für GTM) erfordern, dass die Shopware-GA-Integration deaktiviert ist, entstand hier ein Konflikt.
Lösung: Nach jedem Shopware-Update prüfen, ob der Consent-Status korrekt ist. Falls nötig, Template-Overrides anpassen oder auf neuere Plugin-Versionen updaten.
Viele Shop-Betreiber haben sowohl die Shopware-eigene GA-Integration als auch ein GTM-Plugin oder externes CMP aktiv. Das führt zu doppelten Tags, widersprüchlichen Consent-Signalen und diffusen Daten.
Lösung: Zuständigkeiten klar trennen. Wenn du ein externes CMP oder GTM nutzt, deaktiviere die Shopware-eigene GA-Integration vollständig.
Wenn im CMP die Kategorie "Analytics" nicht korrekt auf analytics_storage gemappt ist, wechselt das Signal nach Zustimmung nicht auf "granted".
Lösung: Im CMP-Backend die Kategorien-Zuordnung prüfen und sicherstellen, dass alle vier Signale (analytics_storage, ad_storage, ad_user_data, ad_personalization) korrekt abgedeckt sind.
Dieser Beitrag erklärt die technische Umsetzung von Consent Mode v2 in Shopware 6. Er ist keine Rechtsberatung und macht deine Website nicht automatisch DSGVO-konform.
Consent Mode v2 steuert, wie Google Tags auf Einwilligungen reagieren – es ersetzt nicht deine DSGVO-Strategie, deine Datenschutzerklärung oder die rechtskonforme Gestaltung deines Cookie-Banners.
Was du zusätzlich brauchst:
Bei Unsicherheit zu Banner-Texten, Kategorien, Datenflüssen oder rechtlichen Fragen: lass das von einem spezialisierten Anwalt prüfen.
Du hast jetzt einen strategischen Überblick über Consent Mode v2 in Shopware 6. Du weißt, wann es dich betrifft, welche Setup-Optionen es gibt, wie viel Aufwand realistisch ist und wann sich externe Hilfe lohnt.
Die wichtigsten Takeaways:
Dein Action-Plan für die nächsten 48 Stunden:
Wenn du dafür Unterstützung brauchst – insbesondere bei Google-Ads-Tracking oder komplexeren Setups – kann eine Google Shopping Agentur (bzw. Google-Ads-Agentur) die Implementierung und Validierung deutlich beschleunigen.
Mit diesem strategischen Fundament bist du bereit, Consent Mode v2 sauber umzusetzen – und legst die Basis für verlässliches, zukunftssicheres Tracking in deinem Shopware-Shop.