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enwis Shopware Integration: ERP-Lösung für Recycling & B2B

Geschrieben von René Kremer | 26.02.2026

Montagmorgen, 8:15 Uhr. Das Wochenende hat eine Flut neuer Bestellungen in deinen Shopware-Shop gespült – B2B-Kunden ordern Container, buchen Abholtermine, bestellen Wertstoffmengen. Doch während im Shop alles reibungslos läuft, herrscht hinter den Kulissen Chaos: Die Disposition weiß nichts von den neuen Aufträgen, die Preise für Altpapier haben sich über Nacht geändert, und die Rechnungen müssen manuell aus dem ERP exportiert und ins Kundenkonto hochgeladen werden. Klingt vertraut? Wenn du für Umsetzung und Betrieb eine erfahrene Shopware Agentur an Bord hast, lassen sich solche Brüche deutlich schneller sauber auflösen.

In diesem Artikel zeigen wir dir, wie die Verbindung von enwis und Shopware genau solche Medienbrüche beseitigt – und wann sich der Aufwand wirklich lohnt. Du erfährst, welche Prozesse automatisiert werden können, wann eine Integration Sinn macht und welche typischen Stolpersteine du vermeiden solltest.

Shopware im Überblick: Die richtige Plattform für dein Vorhaben?

Bevor wir tiefer in die enwis-Integration einsteigen, lass uns kurz klären, ob Shopware überhaupt die richtige Plattform für dein Geschäftsmodell ist. Shopware ist ein Open-Source-Shopsystem aus Deutschland, das vor allem im D2C- und B2B-E-Commerce stark vertreten ist.

Die Shopware-Editionen im Vergleich

  • Shopware Community Edition – kostenlos, Open Source, selbst gehostet, für kleinere Projekte oder Entwickler
  • Shopware Professional – kostenpflichtig, erweiterte Features wie B2B-Funktionen, Content-Commerce und Digital Sales Rooms, Cloud oder On-Premise
  • Shopware Enterprise – für große Unternehmen, individuelle SLAs, dedizierter Support, erweiterte APIs

Wann passt Shopware zu deinem Business?

Shopware eignet sich besonders, wenn du einen hohen Anspruch an Design und User Experience hast, B2B-Prozesse abbilden willst oder auf deutschsprachigen Support und DSGVO-Konformität Wert legst. Die Plattform bietet Flexibilität durch ein umfangreiches Plugin-Ökosystem, eine API-first-Architektur und die Möglichkeit für Headless-Commerce.

Wenn du dir unsicher bist, ob deine Anforderungen wirklich zu Shopware passen, hilft ein strukturierter Shopware-Check dabei, Stolpersteine früh zu erkennen.

Shopware ist weniger geeignet, wenn du extrem schnell mit minimalem Setup starten willst, ein sehr einfaches Produktsortiment ohne komplexe Prozesse hast oder sehr große Kataloge mit Millionen SKUs verwalten musst.

Für die Recycling- und Entsorgungsbranche mit ihren spezifischen B2B-Anforderungen – Verträge, Konditionen, logistiknahe Dienstleistungen – ist Shopware eine sehr gute Wahl, vor allem in Kombination mit einem Branchen-ERP wie enwis.

Für wen ist enwis Shopware überhaupt relevant?

enwis ist ein ERP-System mit klarem Branchenfokus. Es wurde speziell für die Recycling- und Entsorgungsbranche entwickelt und deckt Prozesse ab, die in klassischen Warenwirtschaftssystemen oft zu kurz kommen.

Typische Einsatzbereiche von enwis

  • Recycling und Entsorgung – von Haushaltsabfällen über Gewerbeabfälle bis hin zu gefährlichen Abfällen
  • Wertstoffhandel – Handel mit Papier, Metall, Kunststoffen oder anderen Sekundärrohstoffen
  • Container- und Fahrzeuglogistik – Vermietung, Disposition und Tourenplanung
  • Kommunale Dienstleistungen – Abfallwirtschaft, Straßenreinigung, Winterdienst
  • Wiegevorgänge und Nachweispflichten – bei Altmetall, gefährlichen Stoffen oder zertifizierten Entsorgungsprozessen

Wenn dein Geschäftsmodell stark auf logistiknahe Dienstleistungen, B2B-Konditionen, Vertragsmanagement oder dokumentationspflichtige Abläufe setzt, dann ist enwis eine echte Option. Falls du hingegen einen klassischen D2C-Shop betreibst – etwa für Mode, Elektronik oder Lifestyle-Produkte – ohne spezielle Logistik- oder Nachweis-Anforderungen, wirst du mit Standard-ERP-Systemen oder Shopware-eigenen Lösungen wahrscheinlich besser bedient sein.

Warum überhaupt eine ERP-Integration? Der Problemraum

Shopware ist eine hervorragende Commerce-Plattform: Du kannst Produkte ansprechend präsentieren, Content-Commerce betreiben, Promotions steuern, internationalisieren und den Checkout optimieren. Doch Shopware ist kein ERP.

Was Shopware typischerweise fehlt

  • Tiefgreifende Prozesslogik für Beschaffung, Produktion, Disposition und Abrechnung
  • Vertrags- und Konditionsmanagement für komplexe B2B-Szenarien
  • Ressourcenplanung für Fahrzeuge, Container und Mitarbeiter
  • Wiegevorgänge, Nachweis- und Dokumentenmanagement
  • Kostenrechnung und Profitabilitätsanalysen auf Auftragsebene

Auf der anderen Seite bietet enwis als ERP genau diese Funktionen, ist aber nicht für den direkten Kundenkontakt, Marketing oder modernes E-Commerce-Erlebnis ausgelegt. Die Lösung? Eine saubere Integration, die beide Welten verbindet: Shopware als Frontend für Kundenerlebnis und Bestellprozess, enwis als Backend für Prozesssteuerung, Disposition, Abrechnung und Compliance.

Alternativen zu enwis: Wann lohnt sich ein anderes ERP?

Vielleicht fragst du dich jetzt: Ist enwis die einzige Möglichkeit? Nein. Es gibt grundsätzlich drei Wege, ERP-Funktionen in deinen Shopware-Shop zu bringen.

Lösung Wann sinnvoll? Vorteile Nachteile
Shopware-Standard ohne ERP Einfache Sortimente, geringe Bestellmengen, keine komplexen Prozesse Keine zusätzlichen Kosten, schneller Start, keine Integration nötig Begrenzte Funktionen, manuelle Nacharbeit, keine Disposition oder Vertragslogik
Standard-ERP wie SAP, MS Dynamics, DATEV Branchenübergreifend, viele Prozesse, größere Unternehmen Viel Funktionsumfang, etablierte Anbieter, große Community Oft teurer, weniger branchenspezifisch, Customizing nötig
enwis als Nischen-ERP Recycling und Entsorgung Recycling, Entsorgung, Wertstoffhandel, Container-Logistik Branchenspezifisch, Disposition und Wiegung out-of-the-box, Compliance-ready Nur für diese Branche sinnvoll, kleinere Community

Wenn du nicht in der Recycling- oder Entsorgungsbranche tätig bist, schau dir Standard-ERPs an oder prüfe, ob Shopware-Bordmittel reichen. Für konkrete Erfahrungen zu Dynamics als Alternative lohnt sich auch ein Blick auf Shopware mit Microsoft Dynamics. Wenn du aber genau in dieser Nische arbeitest und Dinge wie Container-Disposition, Wiegevorgänge, Entsorgungsnachweise und branchenspezifische Vertragslogik brauchst, ist enwis die passendste Wahl – und eine Integration zu Shopware ein logischer Schritt.

Was bringt dir die Integration von enwis und Shopware konkret?

Schauen wir uns die wichtigsten Nutzenfälle an, die eine enwis-Shopware-Integration löst.

Single Source of Truth für Stammdaten

Ohne Integration pflegst du Artikel, Preise, Kunden und Konditionen doppelt – einmal im Shop, einmal im ERP. Das führt unweigerlich zu Inkonsistenzen: falsche Preise im Shop, veraltete Produktdaten, Dubletten bei Kundenadressen. Mit einer Integration legst du für jedes Datenobjekt ein führendes System fest.

Datenobjekt Führendes System Warum?
Produktstamm wie SKU, Name, Beschreibung enwis ERP Artikel entstehen aus Beschaffung oder Produktion
Preise Standard, Staffel, kundenspezifisch enwis ERP Kalkulation, Vertragspreise, tagesaktuelle Preise
Kundenstamm B2B enwis ERP oder Shopware Je nach Prozess: Wo wird der Kunde angelegt?
Bestellungen Shopware zu enwis Bestellung wird im Shop ausgelöst, ERP verarbeitet
Status und Belege enwis ERP zu Shopware ERP steuert Abwicklung, Shop zeigt Status und Dokumente
Verfügbarkeit und Lagerbestand enwis ERP Disposition und Materialwirtschaft im ERP

Das Ergebnis: Keine widersprüchlichen Daten mehr, weniger Pflegeaufwand, bessere Datenqualität.

Automatisierte Auftragsübergabe ohne Medienbrüche

Stell dir vor: Ein Kunde bestellt im Shopware-Shop drei Container für Altmetall, Abholung am Donnerstag, Lieferadresse Baustelle XY. Ohne Integration müsste jemand diese Bestellung manuell ins ERP übertragen – inklusive aller Fehlerquellen wie Zahlendreher, falsche Mengen oder vergessene Kommentare.

Mit Integration passiert das automatisch: Shopware-Bestellung wird über Schnittstelle an enwis übergeben, enwis legt einen Auftrag an, disponiert Container und Fahrzeug, plant die Tour. Status-Updates wie disponiert, unterwegs, abgeholt oder fakturiert fließen zurück an Shopware. Kunde sieht den aktuellen Stand im Kundenkonto – ohne Anruf beim Support.

Das spart nicht nur Zeit, sondern reduziert auch Fehlerquoten massiv und verbessert die Kundenkommunikation.

Komplexe Preislogiken und B2B-Konditionen zentral steuern

Im B2B-Umfeld – besonders im Wertstoffhandel – sind Preise selten statisch. Du hast Standardpreise für Neukunden, Staffelpreise nach Abnahmemenge, kundenindividuelle Rahmenverträge, tagesaktuelle Preise für Altpapier oder Altmetall und unterschiedliche Konditionen je nach Lieferstelle oder Vertrag.

Wenn du diese Logik im Shop nachbauen müsstest, wird es schnell unübersichtlich und fehleranfällig. Gerade bei Mengen- und Staffelmodellen lohnt sich ein Blick auf Staffelpreise in Shopware 6. Besser: enwis führt die Preise, Shopware ruft sie ab, zum Beispiel beim Warenkorb oder bei der Produktanzeige. So bleibt die Kalkulation zentral, und der Shop zeigt immer den korrekten, aktuellen Preis.

Belege und Dokumente im Kundenkonto – Self-Service statt Support-Tickets

Rechnungen, Lieferscheine, Wiegescheine, Entsorgungsnachweise – im Entsorgungsgeschäft fallen viele Dokumente an. Ohne Integration bedeutet das: Kunden rufen an, du suchst im ERP, exportierst PDFs, verschickst sie per E-Mail.

Mit Integration werden Belege aus enwis automatisch ins Shopware-Kundenkonto übertragen. Ergebnis: Kunde lädt Dokumente selbst herunter rund um die Uhr, weniger Support-Aufwand, bessere Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Compliance: Alle Nachweise zentral und revisionssicher verfügbar.

Ressourcenplanung und logistiknahe Prozesse

enwis bietet starke Funktionen für die Disposition von Containern, Fahrzeugen und Fahrern. Wenn eine Bestellung aus Shopware eingeht, kann enwis automatisch prüfen: Welche Container sind verfügbar? Welches Fahrzeug hat am Wunschtermin Kapazität? Welche Tour kann optimiert werden?

Der Shop bekommt dann eine realistische Lieferzeit oder Abholbestätigung zurück – kein vages „wird irgendwann geliefert", sondern klare Zusagen. Das erhöht Planbarkeit und Kundenzufriedenheit.

Projektvorgehen: Wie läuft eine enwis-Shopware-Integration ab?

Eine Integration ist kein Sprint, sondern ein strukturiertes Projekt. Hier die typischen Schritte – praxisnah und mit realistischem Aufwand.

Schritt 1: Ziele definieren

Zeitaufwand: 1 bis 2 Wochen. Was willst du erreichen? Beispiele: Bestellungen ohne manuelle Nacharbeit ins ERP übertragen, Preise zentral im ERP pflegen und Shop zeigt sie automatisch, Status und Belege im Kundenkonto verfügbar machen, Container-Verfügbarkeit in Echtzeit anzeigen.

Tipp: Priorisiere. Du musst nicht alles auf einmal umsetzen. Ein typischer MVP könnte sein: Produktsync plus Bestellübergabe plus Status-Updates. Belege, Preise und Verfügbarkeit kommen dann in Phase 2.

Schritt 2: Ist- und Soll-Prozesse aufnehmen

Zeitaufwand: 2 bis 4 Wochen. Dokumentiere, wie deine Prozesse heute ablaufen – vom ersten Klick im Shop bis zur Rechnung. Wichtig: Sonderfälle nicht vergessen wie Teillieferungen, Stornos, Retouren, Gutschriften, Nachlieferungen. Diese machen oft 80 Prozent der Komplexität aus.

Schritt 3: Datenführerschaft und Mapping klären

Zeitaufwand: 1 bis 2 Wochen. Definiere für jedes Datenobjekt: Wo ist es Master? Wie werden IDs gemappt wie SKU, Kundennummer, Bestellnummer? Welche Felder werden synchronisiert? Wie gehen wir mit Konflikten um, zum Beispiel wenn Kunde Adresse im Shop ändert, aber ERP hat andere Daten?

Erstelle eine Mapping-Tabelle für Artikel, Varianten, Einheiten, Steuersätze, Versandarten, Zahlungsarten, Kundengruppen. Das klingt trocken, spart aber später enorm viel Ärger.

Schritt 4: Umsetzung und Entwicklung

Zeitaufwand: 8 bis 16 Wochen. Hier wird die Integration technisch gebaut: Schnittstellen verbunden, Datenströme eingerichtet, Mapping implementiert, Fehlerbehandlung eingebaut. In dieser Phase arbeitest du eng mit Entwicklern oder einem Dienstleister zusammen.

Realistische Zeitrahmen: Einfache Integration nur Bestellübergabe, Standardprodukte 8 bis 10 Wochen. Mittlere Komplexität Bestellungen, Produkte, Preise, Status 10 bis 14 Wochen. Hohe Komplexität zusätzlich Belege, Verfügbarkeit, Sonderprozesse, mehrere Mandanten 14 bis 16 plus Wochen.

Wichtig: Plane Puffer ein. Unvorhergesehene Sonderfälle, Datenmigration und Tests brauchen oft mehr Zeit als gedacht.

Schritt 5: Test und Qualitätssicherung

Zeitaufwand: 3 bis 6 Wochen. IT allein kann Integration nicht testen. Du brauchst fachliche Testfälle, zum Beispiel: Bestellung mit Standardpreis, Bestellung mit kundenindividuellem Vertragspreis, Bestellung mit Teillieferung, Storno vor Disposition, Storno nach Disposition Gutschrift nötig, Preisänderung während offener Bestellung, Dubletten-Szenario Kunde legt sich zweimal an.

Teste in einer Staging-Umgebung, die möglichst produktionsnah ist. Plane genug Zeit ein – Tests sind oft aufwändiger als gedacht.

Schritt 6: Go-live

Zeitaufwand: 1 bis 2 Wochen. Lege fest: Wann wird umgestellt? Zeitpunkt mit wenig Last, zum Beispiel Wochenende. Wie wird der Cutover durchgeführt? Big Bang oder schrittweise? Was ist der Fallback-Plan, wenn etwas schiefgeht? Wer ist in den ersten Tagen oder Wochen im Support? Hotline, Bereitschaft.

Plane auch Monitoring ein: Du willst sofort wissen, wenn Bestellungen nicht übergeben werden oder Fehler auftreten.

Schritt 7: Betrieb und Optimierung

Nach dem Go-live beginnt die eigentliche Arbeit. Definiere KPIs, zum Beispiel: Anzahl Bestellungen pro Tag erfolgreich übertragen, Fehlerrate gescheiterte Sync-Vorgänge, durchschnittliche Zeit von Bestellung bis ERP-Auftrag, Anzahl manueller Eingriffe oder Support-Tickets.

Führe regelmäßig Abgleiche durch: Vergleich zwischen Shop und ERP, um fehlende oder abweichende Datensätze zu finden. Erstelle ein Verbesserungs-Backlog und arbeite es kontinuierlich ab.

Typische Stolpersteine und wie du sie vermeidest

Auch bei bester Planung treten immer wieder ähnliche Probleme auf. Hier die Top 10 – mit Gegenmaßnahmen.

Stolperstein Ursache Gegenmaßnahme
Dubletten bei Kunden und Adressen Keine eindeutigen IDs, unterschiedliche Schreibweisen Master-System festlegen, Matching-Regeln definieren, Validierung einbauen
Varianten passen nicht Shop-Variantenmodell nicht gleich ERP-Artikelstruktur Mapping-Tabelle, Testdatenkatalog, SKU-Konventionen
Preiskonflikte Shop und ERP haben unterschiedliche Preise Preisführerschaft klar definieren, Sync-Intervall festlegen
Fehlende Statuskette Shop-Status nicht gleich ERP-Status Status-Matrix Mapping-Tabelle Shop zu ERP
ERP kurz nicht erreichbar Netzwerk, Wartung, Last Warteschlangen, Wiederholungslogik, Monitoring-Alarm
Alles auf einmal Projekt Zu viel Scope in Phase 1 MVP definieren zum Beispiel nur Bestellungen, stufenweise ausbauen
Unklare Verantwortlichkeiten Niemand ownt Daten oder Prozesse Verantwortungsmatrix wer ist verantwortlich, informiert, befragt
Unterschätzter Testaufwand Nur Happy-Path getestet Testfälle aus echten Sonderfällen, feste Testfenster
Release oder Update Probleme Shopware-Update bricht Integration Staging, Versionsmanagement, Rollback-Plan
Fehlende Datenbereinigung Historisch gewachsene, inkonsistente Daten Datenqualitäts-Projekt vor Integration

Kosten und Nutzen: Lohnt sich die Integration?

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Eine Integration ist kein Selbstzweck, sondern eine Investition. Rechne mit diesen Faktoren: Datenqualität Bereinigung von Stammdaten oft 30 bis 50 Prozent des Gesamtaufwands, Mapping Varianten, Einheiten, Steuern, Konditionen komplex bei historisch gewachsenen Strukturen, Sonderprozesse Teilabwicklung, Gutschriften, Nachweise, Verträge oft unterschätzt, Anzahl Systeme mehr Systeme gleich mehr Schnittstellen gleich höhere Komplexität.

Nutzen, der sich messen lässt

  • Zeitersparnis – Weniger manuelle Auftragserfassung, zum Beispiel 10 Minuten pro Bestellung mal 50 Bestellungen pro Tag ergibt circa 40 Stunden pro Woche
  • Fehlerreduktion – Weniger Retouren, weniger Supporttickets, weniger Nacharbeiten
  • Schnellere Durchlaufzeiten – Order-to-Cash verkürzt sich, bessere Liquidität
  • Bessere Auskunftsfähigkeit – Kunde sieht Status und Dokumente selbst, weniger Rückfragen

Wann lohnt es sich typischerweise nicht?

  • Sehr geringe Bestellmengen zum Beispiel unter 10 pro Tag mit einfachen Prozessen
  • Fehlende Bereitschaft, Datenführerschaft und Prozesse zu standardisieren
  • Fehlende Ressourcen für Tests und Betrieb, Integration liegt dann brach

Faustregel: Ab circa 20 bis 50 Bestellungen pro Tag und komplexeren Prozessen wie B2B, Konditionen, Disposition, Nachweise zahlt sich eine Integration meist innerhalb von 12 bis 24 Monaten aus.

Fazit: enwis Shopware – Wann sich die Integration wirklich lohnt

Die Verbindung von enwis und Shopware ist kein Hexenwerk, aber auch kein Selbstläufer. Sie lohnt sich besonders dann, wenn du in der Recycling- oder Entsorgungsbranche, im Wertstoffhandel oder in logistiknahen Dienstleistungen aktiv bist und komplexe Prozesse wie Disposition, Verträge, Nachweise oder Wiegevorgänge abwickeln musst.

Die Integration beseitigt Medienbrüche, verbessert Datenqualität, automatisiert Abläufe und schafft Transparenz – für dich und deine Kunden.

Die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst

  • Klare Datenführerschaft ist der Schlüssel – Ein Master-System pro Datenobjekt verhindert Inkonsistenzen
  • Start klein – MVP mit Produktsync plus Bestellübergabe, dann stufenweise ausbauen wie Belege, Preise, Verfügbarkeit
  • Sonderprozesse nicht unterschätzen – Teillieferungen, Stornos, Gutschriften machen oft 80 Prozent der Komplexität aus
  • Monitoring einplanen – Nach Go-live beginnt die eigentliche Arbeit wie Fehlerbehandlung, Optimierung
  • ROI realistisch einschätzen – Ab circa 20 bis 50 Bestellungen pro Tag mit komplexen Prozessen zahlt sich Integration meist aus

Nächster Schritt: Skizziere deine wichtigsten Prozesse, kläre intern die Datenführerschaft und sammle typische Testfälle. Dann hol dir Angebote von Dienstleistern ein. So stellst du sicher, dass die Integration nicht nur technisch funktioniert, sondern auch fachlich und wirtschaftlich Sinn ergibt.